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Chronik Österreich
02/10/2020

Der Sturm ist noch lange nicht vorbei: Auf Sabine folgt Uta

Tief Sabine legte weite Teile Österreichs am Montag lahm und wird auch noch am Dienstag wüten. Am Wochenende droht der nächste Sturm.

von Birgit Seiser

Die höchstmögliche Sturmwarnstufe vier versetzt hunderte Feuerwehren in ganz Österreich dieser Tage in Alarmbereitschaft. Nachdem vergangene Woche Tief Petra wütete und sogar zwei Todesopfer in Österreich forderte, folgte in der Nacht auf Montag das nächste Sturmtief.

Diesmal heißt es Sabine – es sorgte vor allem im Norden und Westen Österreichs für chaotische Zustände.Viele Bäume und Dächer hielten den Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h nicht stand. Wie viel Kraft der Wind hatte, zeigen etwa Fotos der Freiwilligen Feuerwehr Zwettl: Dort hatte der Sturm riesige Bäume entwurzelt (siehe Foto oben). Die Aufräumarbeiten dauerten Stunden.

Im niederösterreichischen Pürbach im Bezirk Gmünd musste ein Zug evakuiert werden, weil Äste und kleinere Bäume auf die Gleise gefallen waren. Von Ausfällen betroffen waren am Montag vor allem Zugverbindungen zwischen Deutschland und Salzburg bzw. zwischen Tschechien und Österreich.

Sturmböen von 100 km/h fegen über Österreich hinweg

Bodensee, Vorarlberg

Der Flugverkehr war schon am Sonntag stark beeinträchtigt. Das lag aber vor allem an der prekären Wetterlage in Städten wie Amsterdam oder London, von wo aus keine Maschinen starten konnten. Am Wiener Flughafen fielen dadurch insgesamt rund 60 Flüge binnen zwei Tagen aus.

Keine Stromversorgung

Besonders zu spüren war Sabine am Montagvormittag für 30.000 Haushalte in Ober- und 5.000 Haushalte in Niederösterreich: Umfallende Bäume hatte die Stromversorgung gekappt. Die Ausfälle dauerten teils Stunden an.

Gefährlich wurde die Situation für eine Frau bei Rainbach im Innkreis: Sie konnte nicht mehr über ihre strombetriebenen medizinischen Geräte versorgt werden, weshalb die Feuerwehr ihr mit einem Notstromaggregat zu Hilfe kommen musste. Und nur wenige Kilometer weiter mussten die Einsatzkräfte sechs Personen aus ihren Autos retten, die sich wegen umgestürzter Bäume nicht mehr selbst befreien konnten.

In Wien sorgte „Sabine“ wohl für zwei Verletzte. Eine Mutter und ihr Kind (aus Favoriten) mussten gegen 16 Uhr mit einer Kohlenmonoxid-Vergiftung ins Spital gebracht werden. Erste Erhebungen zur Unglücksursache ergaben, dass der Wind die Abgase durch den Kamin zurück in die Wohnung gedrückt haben könnte. Die Familie hatte zum Glück einen Kohlenmonoxid-Melder.

Zudem wurden Parks, der Tiergarten und der  Schlosspark Schönbrunn geschlossen. Ob das am Dienstag so ist, bleibt je nach Wetterlage abzuwarten. Nachdem das Tief aber weiter hohe Windgeschwindigkeiten bringen könnte, sollte man sich jedenfalls vorab informieren, wenn man einen Zoo- oder Parkbesuch plant.

Warnstufe bleibt hoch

Anders als Tief Petra hat Sabine nämlich noch genug Kraft, um auch am Dienstag weiter zu stürmen, wie Ubimet-Meteorologe Nikolas Zimmermann erklärt: „Nach einer Beruhigung am Montagabend wird ein weiterer Ausläufer des Tiefs am Dienstag weiter für Böen von 80 bis 100 km/h sorgen.

Der Wind wird sich in den Morgenstunden besonders in Ober- und Niederösterreich bemerkbar machen und später auch in Wien zu spüren sein.“

Ruhiges Wetter zur Wochenmitte

Nach Dienstag können die Einsatzkräfte voraussichtlich aufatmen. Am Mittwoch flaut der Wind ab, am Donnerstag ist ruhiges und – mit bis zu zehn Grad – auch relativ warmes Wetter zu erwarten. Das könnte aber nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm sein, wie Zimmermann erklärt: „Es schaut derzeit so aus, als würde uns das nächste Tief am Wochenende erreichen. Böen könnten erneut an die 80 km/h erreichen.“ Dieses Tief soll Uta heißen. Bleiben wir von Uta verschont, steht aber schon Victoria in den Startlöchern.