Emine (li.) hat ihre ständig angelaufene Brille kurz abgenommen. Besnike würde lieber die Maske in der Schule abnehmen.

© Ichner Bernhard

Reportage
12/07/2020

Schulstart 2.0: Die Maske hält Einzug im Klassenzimmer

Seit heute müssen Schüler der Unterstufe auch im Unterricht ihre Maske tragen. Der KURIER hat sich angesehen, wie diese neue Pflicht angenommen wird.

von Kevin Kada, Bernhard Ichner, Roland Pittner, Sophie Seeböck

Zwischen Schulübungsheft und Federpenal ist sie bereits seit einigen Monaten Stammgast: Die Mund-Nasen-Schutz-Maske. Bisher durfte sie dort während des Unterrichts liegen und auf ihren nächsten Einsatz in der Pause warten. Seit Montag ist das, zumindest für die Unterstufen-Schüler in Österreich, anders. Denn die MNS-Pflicht gilt mit dem Ende des harten Lockdowns nun auch im Unterricht. 

Was von vielen vorab als Zumutung für die Kinder  bezeichnet wurde, ist in der Realität dann doch gar kein so großes Problem. Zumindest nicht in manchen Schulen.

„Wir hatten die MNS-Maske ja bereits zu Schulbeginn in den Pausen  und am Gang. Viele Kinder haben sich das angewöhnt und sind dann sogar während des Unterrichts mit der Maske dagesessen, obwohl sie nicht mussten“, erzählt Helmut Strohmayer, Direktor der Europamittelschule Strasshof in Niederösterreich.

Aus der Gewohnheit heraus wurde nun eine Verpflichtung. Nur wenige Stimmen sind gegen die Maske im Unterricht, zumindest in Strasshof wie der Direktor meint: „Natürlich gibt es Eltern, die sich beschweren. Aber der größte Teil, kann damit gut umgehen und hat auch kein Problem mit den Masken.“ 

Mit Masken- und Lüft-Pausen während der Stunde soll das Maske tragen aber erträglicher werden. Sowohl für die Schüler, als auch für die Lehrer.

Masken-Disziplin vorbildlich

Auch für die 10- bis 14-Jährigen, die das Schulzentrum in der Wiener Gassergasse besuchen, bringt Corona eine neue Normalität mit sich. Insbesondere, dass sie die Schutzmasken nicht nur auf den Gängen, sondern seit Montag auch im Unterricht tragen müssen, ist für die meisten gewöhnungsbedürftig. Nur etwa ein Viertel der insgesamt 260 Schüler kennt das aus der Betreuung während des Lockdowns.

Die Masken-Disziplin der Kinder sei vorbildlich, berichtet Direktorin Andrea Walach. Zwar würde in der Schule ausreichend Mund-Nasen-Schutz bereit liegen, die überwiegende Mehrheit sei aber bereits von den Eltern vorschriftsgemäß ausgestattet worden. 

Die Freude über die neue Pflicht hält sich freilich in Grenzen. Sowohl bei den Lehrern, da die Schüler ob der Masken schwerer zu verstehen seien. Als auch bei den Kindern, die den Mund-Nasen-Schutz als störend empfinden.

"Weil man lauter reden müsse, um verstanden zu werden", wie der 13-jährige Valentin erklärt. "Weil man darunter schwerer atmen könne und auch schwitze", wie Jovana (13) sagt. Und auch, weil "man sich nicht einmal in der Pause davon erholen kann", so Besnike (13).

Brillenträger haben es schwerer

Besonders beeinträchtigt seien aber die Brillen tragenden Schüler, meint Direktorin Walach. Was Brillenträgerin Emine (13) bestätigt: "Weil man dauernd in die Maske atmet, laufen die Brillen dauernd an. Eigentlich sitze ich die meiste Zeit blind im Unterricht."

Indes freut sich Anna Artner schon auf die Schule. Sie wird am Mittwoch wieder ihre Klassenkameraden in Großpetersdorf, Bezirk Oberwart (Burgenland), sehen. Sie geht in die dritte Klasse der Volksschule. Die Maske wird sie im Schulalltag begleiten. "Es war schon vor dem Lockdown anstrengend, aber es war nicht so schlimm. Ich freue mich schon darauf meine Freunde zu sehen", sagt Anna. 

Bereits heute Montag wieder in der Schule war der 14-Jährige Jakob Fuchs. Er geht in die Neue Mittelschule Hopfgarten in Tirol. "Es war schon recht anstrengend, den ganzen Tag mit der Maske in der Schule zu sitzen", schildert der 14-Jährige.

In der Früh ging es gestaffelt in die Klassenzimmer. "Überall sind Pickerl wegen dem Abstand", sagt Jakob. Das Homeschooling habe gut funktioniert, aber er ist froh wieder seine Freunde zu sehen. Nur in der großen Pause dürfen die Kinder ihre Maske abnehmen. 

"Damit es nachher wieder besser wird"

Dass die Maske aber notwendig ist, wissen auch die Schüler. So auch jene der neuen Mittelschule in Aschbach (NÖ).

"Für mich persönlich ist es noch immer ungewohnt und auch ziemlich anstrengend, wenn man mehr sprechen muss. Die FFP-2-Maske erleichtert das Sprechen aber besser als andere Masken", erzählt Religionslehrerin Martina Halbmayr.

Auch in Aschbach versucht man mit regelmäßigen "Maskenpausen", in denen die Masken abgenommen werden können und gelüftet wird, den Schultag für alle erträglicher zu machen. 

Sophie Schoberberger, Klassensprecherin der 1. Klasse, fasst es gut zusammen: „Den ganzen Vormittag die Maske aufhaben ist schon ungewohnt. Aber jetzt machen wir das halt alle miteinander, damit es nachher wieder besser wird.“

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