Coronavirus - Grenzkontrollen zu Tirol

© APA/dpa/Matthias Balk / Matthias Balk

Chronik Österreich
02/16/2021

Randalierende Briten in Tirol: Wie kann das eigentlich sein?

Abermals sorgt eine Polizeimeldung für Aufregung: Mehrere britische Staatsbürger sollen in einer Wohnung gefeiert haben und Polizisten attackiert haben.

von Konstantin Auer

Ein Treffen von mindestens sechs, offensichtlich alkoholisierten Briten in Söll (Bezirk Kufstein) hat in der Nacht auf Dienstag mehrere Festnahmen nach sich gezogen. Gegen 23.30 Uhr wurde die Polizei wegen Lärmbelästigung in das Mehrparteienhaus gerufen -  dort trafen die Beamten auf Briten im Alter von 24 bis 41 Jahren. Keiner der Betrunkenen soll eine FFP2-Maske getragen haben.

Als die Feiernden die Polizisten bemerkten, traten mindestens zwei von ihnen sofort die Flucht über den Balkon an, was ihnen auch gelang. Die anderen sollen die Beamten mit Schlägen und Stößen attackiert haben. Verletzt wurde aber niemand.

Ein 41-Jähriger und ein 24-Jähriger wurden vorübergehend festgenommen. Die beiden wurden wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt angezeigt, zudem werden ihnen weitere Übertretungen - unter anderem aufgrund der Covid-Maßnahmen-Verordnung - zur Last gelegt.

Wie kann das sein?

Nun stellt sich die Frage, wie sich derzeit - trotz der geltenden Reisebeschränkungen und der Isolation Tirols - dort britische Staatsbürger aufhalten dürfen.

Schon in den vergangenen Monaten sorgten Meldungen über - teils feiernde - Skilehrer für Aufregung.

Auch in diesem Fall soll es sich laut Auskunft der Polizeiinspektion Söll teilweise um Skilehrer gehandelt haben. Unter den mutmaßlichen Randalierern sollen sich auch Unternehmer und Lokalbetreiber befunden haben. Allerdings sollen die Briten allesamt "seit Jahren" ihren Hauptwohnsitz in Tirol haben und sich laut Polizei "rechtmäßig" dort aufgehalten haben.

Strenge Einreisebestimmungen für Briten

Grundsätzlich ist die Einreise aus dem Vereinten Königreich derzeit in Österreich verboten. Flüge aus Großbritannien dürfen noch bis mindestens 28. Februar nicht landen.

Aber natürlich gibt es auch Ausnahmen: Österreichische Staatsbürger, EU-Bürger, Schweizer und Personen, die mit ihnen im gemeinsamen Haushalt leben, dürfen einreisen. Außerdem ist die Einreise mit dem "Visum D" oder sonstigen Aufenthaltstiteln möglich. Ausnahmen gibt es etwa auch für Studenten, Schüler oder Diplomaten. All diese Personen müssen bei der Einreise allerdings ein ärztliches Zeugnis oder ein negatives Testergebnis in deutscher oder englischer Sprache vorlegen.

Außerdem muss frühestens 72 Stunden vor der Einreise ein sogenanntes Pre Travel Clearance Formular ausgefüllt und eine zehntägige Quarantäne angetreten werden, aus der man sich frühestens am fünften Tag auf dem der Einreise folgenden Tag freitesten lassen kann.

Humanitäre Einsatzkräfte und Personen, die zu beruflichen Zwecken, aus medizinischen Gründen oder wegen Behördengängen einreisen, müssen ebenfalls ein ärztliches Zeugnis oder ein negatives Testergebnis vorlegen und das PTC-Formular ausfüllen. Von der Quarantänepflicht sind sie aber ausgenommen.

Ausreise aus dem "Epidemiegebiet"

Bei der Ausreise aus Nordtirol (ausgenommen ist der Bezirk Lienz sowie die Gemeinde Jungholz und das Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee) wiederum muss seit 12. Februar ein negativer Test vorgelegt werden - auch von Pendlern, nicht aber von Transitreisenden.

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