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Chronik Österreich
12/11/2020

O Christbaum: Bald duften wieder Tannen im Haus

Der Verkauf startet. Rund 2,8 Millionen Nadelbäume schmücken Österreichs Haushalte.

von Elisabeth Holzer

Er ist durchschnittlich 1,6 bis 1,7 Meter groß, saftig grün und meistens eine Tanne: So sieht der Lieblingschristbaum der Österreicher aus.

In rund 2,8 Millionen Haushalten dürfte heuer wieder ein Weihnachtsbaum geschmückt werden, im Vorjahr wurde zumindest diese Menge verkauft. Zuletzt führte die Nordmanntanne in der Beliebtheit (67 Prozent), gefolgt von anderen Tannenarten (11 Prozent).

Regional und frisch

Auch in diesem herausfordernden Corona-Jahr rechnet Franz Titschenbacher, Präsident der steirischen Landwirtschaftskammer, mit gutem Absatz heimischer Bäume – mehr noch: „2020 scheint es eine Renaissance in Richtung Regionalität zu geben. Wir sind für den beginnenden Verkauf gerüstet.“ Regionalität hat ihren Vorteil: Die Transportwege eines heimischen Christbaums betragen maximal 40 Kilometer, dadurch sind sie frischer, weil sie später geschnitten werden können. Ein importierter Baum komme dagegen auf bis zu 1.300 Kilometer, rechnet Titschenbacher vor.

14 Jahre alt

Allein in der Steiermark widmen sich 350 Betriebe der Aufzucht von Christbäumen, ihre Flächen sind im Schnitt ein Hektar groß. Die Nadelbäume sind bereits um die 14 Jahre alt, wenn sie gefällt werden und in den Verkauf kommen. Bis dahin produziert jeder Einzelne 8.000 Liter Sauerstoff und entnimmt der Umwelt 7.500 Liter Kohlendioxid.

Kaum aufgestellt, rieselt es auch schon auf den Boden – Tannen- oder Fichtennadeln überall. Völlig verhindern lässt sich das bei geschnittenen Bäumen  zwar nicht, aber hinauszögern. Am  längsten behalten übrigens Nordmann- und Korktannen ihre Nadeln.

Die Lagerung: Der Baum sollte möglichst lange im Freien stehen, kühl, aber windgeschützt. Das geht auf dem  kleinen Balkon genauso gut wie auf der größeren Terrasse oder im Garten.

Vor dem Aufputzen:  Die Landwirte empfehlen, den Baum einen Tag vor dem Aufputzen in die Wohnung  zu stellen und aus dem Transportnetz zu befreien. Dann können sich die Äste schon entfalten. Beim Aufschneiden des Netzes unten beginnen; wenn möglich, sollte auch der Baumstamm selbst noch einmal angeschnitten werden (also zwei bis vier Zentimeter wegschneiden).

Der Christbaumständer: Am besten ist ein Ständer mit Wasserreservoir, das hält  Tanne oder Fichte frisch.  Nachgießen nicht vergessen, denn ein Baum braucht zwei bis drei Liter Wasser täglich.   Wer traditionelle Holzkreuze oder andere Arten von Christbaumständern lieber mag,  sollte daran denken, die Zweige regelmäßig mit einem Wasserzerstäuber zu besprühen.

Der Aufstellort: Grundsätzlich gilt, je kühler ein Zimmer und je höher die Luftfeuchtigkeit, desto länger bleiben die Nadeln auf den Zweigen. Jedenfalls sollte der Baum nicht zu nahe der Heizung stehen, das lässt ihn rasch austrocknen.

Viel Pflege nötig

Doch den Baum erst einmal so groß werden zu lassen, dass er als Weihnachtsaufputz taugt, bedeute „viel Arbeit“, beschreibt Martina Lienhart, Obfrau der Christbaumbauern. „Pro Jahr besuchen wir die Bäume acht bis zehn Mal und schauen: Ist alles in Ordnung? Muss gedüngt werden, muss rundherum Gras gemäht werden?“

Maskenpflicht

420.000 Christbäume kommen heuer in der Steiermark auf den Markt. Laut Umfrage gaben 74 Prozent der Steirer an, ihr Exemplar bei Landwirten zu besorgen, 42 Prozent am Christbaumstand, 32 Prozent ab Hof oder bei einer Baumkultur. Gerade das Aussuchen des Lieblingsbaumes direkt im Wald werde heuer stark nachgefragt, berichtet Martina Lienhart.

„Viele Bauern laden auch direkt in die Baumkulturen ein, damit sich die Kunden dort einen persönlichen Christbaum aussuchen können und den vielleicht auch selbst schneiden können.“ Nötig sind bei diesen Besuchen allerdings Mund-Nasen-Schutz und das Einhalten der Abstandsregeln.

Mehr Platz

Auch die Verkaufsbereiche auf öffentlichen Plätzen wurden den Corona-Schutzmaßnahmen angepasst: Es gilt Maskenpflicht für Händler wie Käufer, die Bäume stehen nicht mehr so dicht nebeneinander, um Besuchern mehr Platz zum Gustieren zu ermöglichen. In Graz öffnen die Christbaummärkte übrigens kommenden Montag.

Verkauf bis 19 Uhr

Eine Zeit lang herrschte Unsicherheit, ob die Märkte überhaupt stattfinden dürfen. „Das musste erst abgeklärt werden“, schildert Lienhart. „Aber es wurde von den Ministerien klargestellt, dass das im Rahmen der bäuerlichen Selbstvermarktung möglich ist.“ Für die Märkte gelten die gleichen Öffnungszeiten wie für den Handel, Sperrstunde ist spätestens um 19 Uhr.

Und nach dem Fest?

An die Zeit nach dem Weihnachtsfest denken Christbaumkäufer wohl noch nicht, aber: Es gibt auch lange nach den Feiertagen Nützliches mit einem ausgedienten Baum anzufangen, rät die Landwirtschaftskammer. Etwa frostempfindliche Pflanzen mit den Zweigen abzudecken. Wer einen Garten hat, kann die Äste im Frühjahr als Rankhilfe für einige Pflanzen oder Gemüsesorten einsetzen.

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