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Chronik Oberösterreich
11/29/2020

Alter Vertrauter darf beim Fest nicht fehlen

Christbäume werden heuer nicht teurer. Beim Kauf unbedingt auf die Herkunft achten. Die Nordmanntanne ist nach wie vor der Renner

von Claudia Stelzel-Pröll

Für Ignaz Hofer beginnt jetzt die stressigste Zeit des Jahres. In den vergangenen Jahren und Monaten hat er seine 180.000 Bäume auf den Feldern gehegt und gepflegt, rund 10.000 von ihnen werden nun abgeschnitten und verkauft. Hofer ist Obmann der oö. Christbaumbauern und analysiert die aktuelle Lage für sich und seine Kollegen so: „Jetzt am Anfang haben wir natürlich weniger Bäume verkauft, weil Gastronomie und Hotellerie beinahe komplett weggebrochen sind. Die Privathaushalte werden aber auch 2020 ihre Christbäume wollen, und darauf sind wir ab sofort vorbereitet.“

Los geht’s

Ab diesem Wochenende und speziell ab dem 6. Dezember geht es los mit dem großen Christbaumverkauf an den Ständen, ab Hof sind die Bäume schon jederzeit verfügbar. Etwa 80 Prozent der oö. Haushalte, das sind mehr als 500.000, stellen sich jedes Jahr einen Christbaum auf. „Man merkt, dass es den Leuten immer wichtiger wird, wo der Baum herkommt“, sagt Ignaz Hofer, und bittet: „Unbedingt beim Kauf auf das Logo der oö. Christbaumbauern und auf die entsprechende Schleife am Baum achten. So gibt man Trittbrettfahrern keine Chance.“

Zwölf Jahre wächst die Nordmanntanne – übrigens der Lieblingsbaum von Herr und Frau Österreicher –, bis sie zwei bis zweieinhalb Meter hoch ist. Vier bis fünf Meter hohe Bäume brauchen sogar 15 Jahre.

Tut das weh, den Baum dann für die wenigen Wochen zu fällen, nur damit er danach auf dem Mist landet? „Ich sehe das ganz anders. Auf unserem Feld würde sonst vielleicht Mais oder Getreide wachsen. Unsere Bäume sind ökologisch wesentlich besser für die Umwelt. In all den Jahren, in denen sie wachsen, produzieren sie Sauerstoff und binden Kohlenmonoxid“, erklärt Ignaz Hofer. Jene Exemplare, die bereits abgeschnitten, aber nicht verkauft wurden, werden auch nicht einfach weggeschmissen: „Gärtnereien brauchen sie für Kränze oder Gestecke. Auch der Tiergarten freut sich, genauso wie Schaf- und Ziegenbauern. Kein Baum wird unsinnig weggeschmissen.“

1,70 bis 2 Meter ist der gekaufte Baum meist hoch, der Meter beim heimischen Christbaumbauern kostet zwischen 17 und 25 Euro. „Obwohl es eigentlich dran gewesen wäre, haben wir beschlossen, die Preise heuer nicht zu erhöhen, damit sich auch in dieser Krisensituation jeder, der möchte, einen Baum leisten kann“, sagt Obmann Hofer. Vor 20 Jahren übernahm er den Hof in St. Agatha, in ein paar Jahren will er das Zepter an Tochter und Schwiegersohn weitergeben. Bis dahin ist aber noch jede Menge zu tun: Nach dem Heiligabend ist kurz Pause, aber dann geht es schon wieder ans Aufforsten und Kultivieren. Denn nach Weihnachten ist vor Weihnachten.

Alles ganz legal: Kauf des Christbaums ist zulässig

Das Betreten von Verkaufsständen wie Ab-Hof-Verkauf, Bauernläden, Selbstbedienungseinrichtungen, Märkten und dergleichen, die der bäuerlichen Direktvermarktung dienen, ist gemäß Covid-19-Notmaßnahmenverordnung zulässig  und vom Betretungsverbot ausgenommen.
Neben Lebensmitteln dürfen unter anderem auch Christbäume, Adventkränze und Zweige von Nadelbäumen verkauft werden. Für das Kaufen von Christbäumen gelten die Ausgangsbeschränkungen nicht.

Zahlen zum Christbaum

550 Hektar
Rund 140 Christbaumbauern gibt es derzeit in Oberösterreich. Aufgrund des höheren Bedarfs in den vergangenen Jahren wurden die Anbauflächen auf etwa 550 Hektar ausgeweitet

200 Standorte
Mehr als die Hälfte aller Bäume werden in OÖ bei den Bauern ab Hof bzw in der Kultur eingekauft. Insgesamt verkaufen die 140 Bauern ihre Bäume an rund 200 Standorten im ganzen Bundesland, Infos auf www.weihnachtsbaum.at

2,5 Mio. Bäume
Die österreichischen Christbaumbauern werden mit 2,5 Millionen Stück wieder fast 90 Prozent des Bedarfs an Weihnachtsbäumen im ganzen Land decken können. Umso wichtiger ist es, beim Kauf auf die Herkunft zu achten

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