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Chronik Österreich
08/16/2020

Nach Unwettern: Das Bundesheer räumt auf

In der Steiermark und NÖ sind die Feuerwehren im Unwettereinsatz. Ab Montag helfen helfen 40 Soldaten bei Aufräumarbeiten mit.

von Claudia Koglbauer-Schöll

„Wir hatten nur eine kurze Pause, jetzt sind wir wieder im Einsatz“. Josef Huber, Bezirksfeuerwehrkommandant von Neunkirchen (NÖ), stand am Sonntag – wie auch in den vergangenen Tagen – im Einsatz. Grund sind die heftigen Unwetter und die „sintflutartigen Wassermassen“, die zu Überschwemmungen geführt hatten.

Besonders stark betroffen war am Sonntag die Gemeinde St. Egyden am Steinfeld. Weil es bereits am Freitag heftige Unwetter gegeben hatte, konnte der Boden die Niederschläge nicht mehr aufnehmen.

„Die Wassermassen sind über die Felder geschossen und haben im Ort die Keller einer Siedlung überflutet“, sagt Huber. 125 Einsatzkräfte versuchten mit Pumpgeräten den Wasserpegel in den Häusern und auf den Straßen zu senken.

Unwetteralarm gab es auch im benachbarten Bezirk Wiener Neustadt.

Laut der Josef Mündler von der Hagelabwehr Steiermark ist es am Sonntagnachmittag südlich von Graz Richtung Gleinstätten zu Unwettern mit teils „golfballgroßen“ Hagelkörnern gekommen.

Die Folgen der Unwetter der Vortage in den steirischen Bezirken Murau und Weiz werden ab heute, Montag, auch das Bundesheer beschäftigen.

40 Soldaten des Militärkommandos Steiermark rücken zum Assistenzeinsatz aus und werden bei den Aufräumarbeiten unterstützen, gab das Verteidigungsministerium am Sonntag bekannt.

Etwa 20 Soldaten des Baupionierzuges sollen im Raum Murau den zivilen Einsatzkräften in den kommenden drei Wochen dabei helfen, die durch Hochwasser entstandenen Verklausungen zu beseitigen und die Murenabgänge aufzuarbeiten.

Weitere 20 Pioniere sind im Raum Weiz eingesetzt, um eine vom Unwetter stark beschädigte Brücke mit einer Behelfsbrücke wiederaufzubauen. Hier dürften die Baupioniere drei Tage lang zum Einsatz kommen.

Wohnhaus evakuiert

Auch in der Südoststeiermark ist man mit Aufräumarbeiten beschäftigt. In der Nacht auf Samstag waren mehrere Gebäude in den Gemeinden Unterlamm und Fehring durch den Starkregen von Hangrutschungen betroffen.

Unterlamms Bürgermeister Robert Hammer (ÖVP) besuchte am Sonntag Betroffene. „Es gibt Gebäude, da standen Wohnzimmer und Küche unter Wasser“, schildert der Ortschef. Ein Haus wurde evakuiert, mithilfe eines Geologen will man versuchen, den Hang zu sichern.

Auch im südburgenländischen Jennersdorf haben Unwetter in der Nacht auf Samstag Schaden angerichtet. Bereits nach wenigen Minuten standen an die 40 Keller unter Wasser. Am Sonntag hatte sich die Lage laut Landessicherheitszentrale wieder beruhigt.

In Kärnten verursachten schwere Unwetter Freitagabend mehrere Murenabgänge. Etliche Straßen mussten gesperrt werden.

Seenot durch Sturm

Und am Mondsee in Oberösterreich rief ein aufziehender Sturm die Wasserrettung auf den Plan: Zahlreiche Segel-Boote gerieten in Seenot, weil zwei Regatten stattfanden, als sich das Unwetter zusammenbraute.

Auch E-Boote und Stand-up-Paddler waren betroffen. Wasserrettungen und Polizei brachten die teils gekenterten oder manövrierunfähigen Boote samt Besatzungen in Sicherheit. Verletzt wurde niemand.

Wie hoch die Unwetterschäden sein werden, ist noch unklar. Weil das Getreide bereits geerntet wurde, rechnet man bei der Hagelversicherung für die Landwirtschaft mit „überschaubaren Schadensmeldungen“.

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