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Chronik Österreich
06/18/2021

Nach Coronapause: Schwimmkurse sind heuer völlig ausgebucht

Die Schwimmkurse sind ausgelastet. Die Wasserrettung steht auch wegen Jungpolizisten vor einer großen Herausforderung.

von Anja Kröll, Petra Stacher

Eine Woche würde es dauern, dann sind alle Plätze vergeben. Spätestens. „Heuer ist es wirklich extrem“, erzählt Lukas Freyler, Landesreferent für Öffentlichkeitsarbeit bei der Wasserrettung Steiermark.

Die Rede ist von Schwimmkursen, die nicht nur wegen der hochsommerlichen Temperaturen heiß begehrt sind. Denn nach der Corona-Zwangspause mit gesperrten Hallenbädern und abgesagten Schwimmkursen, setzt im Moment ein regelrechter Run auf das Angebot ein. Ein Trend, der nicht nur bei der Wasserrettung in der Steiermark, sondern in ganz Österreich und auch bei den Schwimmschulen zu beobachten ist. „Bei uns haben Eltern ihre Kinder schon im Jänner und Februar für Schwimmkurse angemeldet“, erzählt auch Daniel Fleischhacker, Sprecher der Kärntner Wasserrettung.

Rückstau bei Kursen

Denn Fakt ist: Immer weniger Österreicher können schwimmen. Und die Pandemie hat die Situation noch zusätzlich verschärft. „Zwei Jahrgänge ohne regulären Schwimmunterricht sind die Folge. Und diesen Rückstau müssen wir nun erst einmal aufarbeiten“, erklärt Fleischhacker, der all dies mit seinen Kollegen ehrenamtlich macht.

Doch zurück zu den Zahlen: Laut einer Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit aus dem Jahr 2019 (also noch vor Corona) sind acht Prozent der Österreicher unter fünf Jahren Nichtschwimmer (etwa 700.000 Personen). Darüber hinaus schätzte jeder fünfte Befragte das eigene Schwimmvermögen nur als (sehr) unsicher bis mittelmäßig ein. „Wir sehen von Jahr zu Jahr, dass die Eltern schlechter Schwimmen können. Somit können sie den Kindern den Sport nicht beibringen“, bestätigt Freyler.

Doppelte Belastung

Auch in Oberösterreich zeigt sich ein vergleichbares Bild: „Unsere Kurse sind immer ausgebucht. Wir können den Bedarf gar nicht abdecken“, sagt Martin Eberl vom oberösterreichischen Landesverband der Wasserrettung. Als „Nach-Corona-Phänomen“ betrachtet er dies allerdings nicht, die Pause hätte die Situation jedoch verschärft. „Normalerweise machen wir die Schwimmkurse außerhalb der Badesaison, da wir unsere Kapazitäten in dieser Zeit für die Überwachung der Seen benötigen.“

Da die Schwimmhallen jedoch geschlossen hatten, fielen die Kurse ins Wasser. „Manche Ortsstellen bieten jetzt Kurse an. Das ist dann aber die doppelte Belastung für unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter“, sagt Eberl. Stattfinden würden diese – trotz der vielen oberösterreichischen Seen – meist in Schwimmbädern. Es sei einfach weniger gefährlich, so Eberl.

Doch nicht nur der Rückstau bei Schwimmkursen fordert die Wasserretter in der Steiermark und Kärnten. Auch der Stau an Anwärtern für Polizei und Kindergartenschulen. Denn diese benötigen für ihre Aufnahmeprüfungen einen sogenannten Fahrtenschwimmer.

Jungpolizisten

„Die Polizei schreibt dies aus, es gibt einen Anmeldeschluss und dann werden wir regelrecht überrannt – und das zusätzlich zu den Schwimmkursen“, sagt Fleischhacker. Viel zu tun für die 107 Rettungs- und Schwimmlehrer der Wasserrettung in Kärnten. „Unsere Leute machen diese Arbeit alle ehrenamtlich. Man darf sie nicht überstrapazieren“, sagt Wasserretter Freyler aus der Steiermark.

Hinzu käme, dass viele Grazer Schwimmschulen, die auch gestürmt werden, ihre Anfragen mittlerweile an die Wasserrettung weiterleiten würden. „Ich kann jedem nur empfehlen, sich auf die Warteliste setzen zu lassen. In einem Kurs werden meist ein oder zwei Plätze spontan frei“, rät Freyler.

In Kärnten sind momentan alle Schwimmkurse der Wasserrettung ausgebucht. Und auch die Schwimmoffensive des Landes, die 220 Gratis Schwimmkurse für Kinder bietet, hat nur mehr Plätze für Kindergartenkinder zu vergeben.

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