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Chronik Österreich
10/11/2020

Nach 100-Jahr-Feier: Stätte der Kärntner Einheit beschmiert

Wenige Stunden nach dem 100. Jahrestag der Kärntner Volksabstimmung wurde Denkmal mit Farbe beschmiert.

Im Wappensaal des Kärntner Landhauses wurde am Samstag  der 100. Jahrestag der Kärntner Volksabstimmung gefeiert. Im Beisein von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und dem slowenischen Präsidenten Borut Pahor riefen die ersten Festredner zur Versöhnung auf. Doch kurz nach dem historischen Gedenktag   – in der Nacht auf Sonntag– ist es laut Landespolizeidirektion Kärnten zu einem Vandalenakt an der „Stätte der Kärntner Einheit“ gekommen.

Unbekannte haben mit grüner Farbe auf Slowenisch „Tod dem Faschismus“ auf das Denkmal gesprüht. Laut Polizei wurde der Vandalenakt um 6.15 Uhr bemerkt und angezeigt. Das Amt für  Terrorismusbekämpfung und Verfassungsschutz ermittelt.

In einer ersten Reaktion zeigt sich Landeshauptmann  Peter Kaiser entrüstet. „Scheinbar Unbelehrbare und Rückwärtsgewandte haben diese Stätte, die genau die gegenteilige Botschaft vermittelt, nämlich „Freiheit-Begegnung-Einheit-Frieden“, verunstaltet. Ich verurteile diesen Vandalenakt auf das Schärfste, nicht nur als Landeshauptmann, sondern auch als Mensch, denn sie sind ein Zeichen für Radikalismus und in diesem Fall auch von maßloser Dummheit“, teilt der Landeshauptmann mit.

Der Landeshauptmann machte sich selbst ein Bild vor Ort im Klagenfurter Landhaushof, wo die Stätte der Kärntner Einheit Mahnmal wie Denkmal gleichermaßen ist.
Auch Landtagspräsident Reinhart Rohr sei völlig verständnislos: „Wir haben gestern weit über Kärntens Grenzen hinaus die Botschaft der Gemeinsamkeit, des Friedens gesandt. Die internationalen Augen waren auf Kärnten gerichtet. Diese ignorante Zerstörungswut hat einen Sachschaden angerichtet, aber sie wird uns nicht vom Weg abbringen“, heißt es in einer Aussendung.

Kritik von der FPÖ

Scharfe Kritik an der Denkmalschändung an der „Stätte der Kärntner Einheit“ im Klagenfurter Landhaushof, welche vergangene Nacht beschmiert und schwer beschädigt wurde, übt der Kärntner FPÖ-Chef Klubobmann Gernot Darmann.
„Dieser Vandalenakt genau am Tag des Festaktes 100-Jahre-Volksabstimmung in Kärnten durch mutmaßlich linksextreme Täter ist auf das Schärfste zu verurteilen“, so Darmann. Die FPÖ setzt 1.000 Euro Belohnung  für „sachdienliche Hinweise“ aus. 

Bundespräsident Van der Bellen verurteilt Schmieraktion

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Sonntag die Beschmierung der „Stätte der Kärntner Einheit“ vehement kritisiert. „Der heutige Vandalenakt in Klagenfurt ist scharf zu verurteilen“, erklärte er via Twitter: „Kärnten ist in den letzten Jahren einen Weg der Versöhnung gegangen. Die Kärntnerinnen und Kärntner haben gemeinsam viel erreicht. Diesen Weg des Gemeinsamen sollten sie unbeirrt weitergehen.“

Volksgruppenvertreter: "Extremismen umgehend zu verurteilen"

„Solche Aktionen stehen für Radikalismus, die aber in einem gemeinsamen Kärnten und Europa keinen Platz haben dürfen“, hielt der Vorsitzende der Gemeinschaft der Kärntner Slowenen und Bürgermeister von Globasnitz, Bernard Sadovnik, per Aussendung fest.

„Extremismen und Sachbeschädigungen, wo auch immer, sind umgehend zu verurteilen und sollen uns noch mehr für den Weg des Dialogs und des Miteinanders ermutigen“, betonte Sadovnik.

"Vorstufe zur Gewalt"

Als eine „Vorstufe zur Gewalt“ beurteilte ÖVP-Landesparteiobmann Martin Gruber die Beschmierungsaktion: „Damit zerstören die Täter die Kärntner Bemühungen zu Gemeinsamkeit und einem friedlichen Miteinander an diesem historischen Wochenende. Für solche Taten dürfe es “keine Toleranz„ geben, so Gruber.

Der Klagenfurter Vizebürgermeister, Wolfgang Germ (FPÖ), zeigte sich bestürzt und verurteilte die Tat ebenfalls “auf das schärfste„. “Zukünftig sollte gerade an Tagen der Jubiläumsfeiern die Kontrolle dieser historischen Plätze verstärkt werden, um Vandalismus und Denkmalschändung vorzubeugen", schlug Germ vor.

Scharfe Kritik von ZSO-Chef

Manuel Jug, Obmann des Zentralverbandes slowenischer Organisationen (ZSO), ist bestürzt und verärgert über die Schändung der Stätte der Kärntner Einheit.

„Ich verurteile diesen Vandalenakt zutiefst. Diese bösartige Zündelei hat im Kärnten des 21. Jahrhunderts nichts verloren“.

Gleichzeitig betont Jug, dass es niemandem gelingen würde, den eigeschlagenen Weg der beiden Volksgruppen, der das Einende über das Trennende stellt, in irgendeiner Form zu stören. Wie ich bereits gestern gesagt habe: "Wir brauchen Versöhnung, Empathie und auch das Aufeinander-Zugehen. Wir brauchen einfach Liebe. Und wir werden uns durch nichts und niemanden davon abbringen lassen, das Duett der Volksgruppen in Kärnten zu leben“.

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