Mit den Öffis von einer Baustelle zur nächsten

Mit den Öffis von einer Baustelle zur nächsten
Im Sommer werden einige U-Bahn-, Bim- und S-Bahn-Linien saniert. Ein Überblick über die Öffi-Situation in den kommenden Monaten.

Menschentrauben auf dem Bahnsteig und ratlose Reisende, die mit ihren Trolleys auf und ab gingen. Dazwischen hörte man immer wieder ein paar Worte des Unmuts: Wer Freitagfrüh mit den U-Bahnen unterwegs war, brauchte starke Nerven. Vor allem die Signalstörung auf der Linie U4 sorgte für deutliche Verzögerungen. Teilweise fehlerhafte Anzeigen sowie fehlende Durchsagen trugen das Ihre zum morgendlichen Chaos bei.

Ähnliche Szenen könnten sich im Wiener Öffi-Netz in nächster Zeit immer wieder abspielen: Denn in den Sommermonaten stehen auf mehreren Linien Sanierungsarbeiten an. Es empfiehlt sich also, zur Sicherheit etwas mehr Zeit einzuplanen.

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So fährt beispielsweise die U4 ab heute bis Ende Juli nur noch geteilt. In den kommenden Tagen betrifft das dann auch weitere Linien, unter anderem die U1 und die U6. Gute Nachrichten gibt es hingegen für die Fahrgäste der Linie U2, bei der künftig – zumindest an Werktagen – jeder Zug bis in die Seestadt fährt.

Und auch bei den Straßenbahnen wird gebaut und saniert: Bei den Linien 40, 41, 42 im Bereich der Währinger Straße, aber auch beim 10er, 46er und 60er, beim D-Wagen, bei den Linien O und 71 und bei der U2Z gibt es Veränderungen (siehe Grafik).

Fahrgäste auf Urlaub

Und all das noch diesen Sommer. Warum so viele Bau- und Sanierungsarbeiten gleichzeitig durchgeführt werden müssen, begründen die Wiener Linien mit den Sommerferien. „Wir machen das jedes Jahr so. Gerade in den Ferien sind viele Menschen auf Urlaub und nicht unbedingt mit den Öffis unterwegs“, sagt eine Sprecherin zum KURIER. Wie viel Passagiere weniger unterwegs sind, könne man aber nicht genau beziffern.

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Mit den Öffis von einer Baustelle zur nächsten

Freitagvormittag gab es in Wien bei der U-Bahn-Linie U4 Signalstörungen

Die ÖBB handhaben das ähnlich. Neben der S45 werden diesen Sommer auch die Pottendorfer Linie und die Nordbahn modernisiert. Technische Gründe habe das nicht, erklärt eine Sprecherin. „Wir versuchen, die Beeinträchtigung so gering wie möglich zu halten. Und das gelingt am besten, wenn weniger Pendler und Schüler unterwegs sind.“ Die Touristen, die im Sommer nach Wien kommen, betreffe das kaum. Auf den Linien würden hauptsächlich Pendlerzüge verkehren, heißt es.

Rad statt Straßenbahn

Wer eine Alternative zu den umgeleiteten Öffis sucht, der findet sie – zumindest im Bereich der Währinger Straße – vielleicht im „WienMobilRad“: Die Leih-Räder der Wiener Linien werden Fahrgästen auf der Linie 46 kostenlos zur Verfügung gestellt, berichten die Wiener Linien.

Diese kann man etwa für Fahrten zwischen den Stationen Volksgarten, Volkstheater, Thaliastraße, Richard-Wagner-Platz, Schuhmeierplatz und Ottakring nutzen. Vielleicht beruhigt das die Nerven.

Alle Neuerungen im Überblick

  • U1 Reumannplatz: Von 7. August bis 3. September wird die U1 in Richtung Leopoldau tagsüber zweigeteilt. Bis Reumannplatz fahren die Züge regulär, ein Pendelzug wird von dort bis Oberlaa fahren  
  • U2 Seestadt: Ab 3. Juli fährt  an Werktagen auch am Nachmittag jeder Zug der U2 bis zur Endstation Seestadt
  • U4 Schwedenplatz, Schottenring: Von 1. bis 30. Juli fährt die U4  geteilt. Alternativen:  Linie 1 oder die bis Schwedenplatz verlängerte Linie U2Z 
  • U6 Alterlaa, Am Schöpfwerk: Von 10. Juli bis 27. August wird die Linie U6  geteilt. Zwischen Alterlaa und Am Schöpfwerk  fährt sie nicht. Der Bus U6E fährt als Ersatz
  • Linie 10: Von 10. bis 23. Juli wird die Linie in zwei Etappen geführt: zwischen Joachimsthalerplatz und Westbahnhof sowie zwischen Unter St. Veit und Hietzing. 24. Juli bis 20. August: von Unter St. Veit bis Joachimsthalerplatz
  • Linie 40: Von 8. bis 23. Juli wird sie ab der Währinger Straße/Volksoper umgeleitet. Die Linie fährt dann zwischen Gersthof/ Herbeckstraße und Nußdorfer Straße
  • Linie 41: Von 8. bis 23. Juli ab der Währinger Straße/Volksoper umgeleitet. Die Linie 41 fährt dann zwischen Pötzleinsdorf und der Nußdorfer Straße
  • Linie 42: Wird von 8. bis 23. Juli ab der Währinger Straße/Volksoper umgeleitet. Fährt zwischen Antonigasse und Sternwartestraße. Alternativen: Linien 37 und 38 sowie die verdichtete Linie 40A
  • Linie 44: Von 10. Juli bis 20. August fährt die Linie nur zwischen Schottentor und Johann-Nepomuk-Berger-Platz. Linien 2 und 48A sind verstärkt unterwegs
  • Linie 46: Von 10. Juli bis 20. August ist die Linie 46 eingestellt
  • Linie 60: Von 10. bis 23. Juli nur zwischen Rodaun und Hietzing unterwegs
  • Linie 71: Ab 31. Juli wird sie dauerhaft bis zum Schottenring verlängert. Sie übernimmt untertags den Einsatz der Zusatzlinie U2Z
  • D-Wagen: Wird von 8. bis 9. Juli zwischen Absbergasse und Augasse kurzgeführt
  • Linie O: Von 17. Juli bis 6. August wird die Linie O in der Fasangasse über die Linien 71 und 18 umgeleitet. Die Haltestelle Kölblgasse wird nicht eingehalten
  • U2Z: Ab 31. Juli wird die U2Z nur noch Freitag- und Samstagnacht sowie in den Nächten vor Feiertagen unterwegs sein
  • Linie S45: Von 30. Juni bis 4. September entfallen von Hernals bis Handelskai alle Züge. Es gibt einen Schienenersatzverkehr
  • Pottendorfer Linie: Zwischen Münchendorf und Ebenfurth wird die Strecke von 1. Juli bis 4. September gesperrt. Es gibt einen Schienenersatzverkehr
  • Nordbahn: Von 1. Juli bis 6. September wird auf der Nordbahn der Bahnhof Helmahof nicht angefahren. Züge der S1, die von und bis Marchegg fahren, entfallen auf der Strecke zwischen Deutsch-Wagram und Marchegg

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