© NÖ Landesjagdverband

Chronik Österreich
06/15/2021

In der Blumenwiese lauert für 25.000 Rehkitze der Tod

Mit Drohnen und anderen Hilfsmitteln retten Jäger und Initiativen die Tiere vor den messerscharfen Mähwerken der Landmaschinen

von Patrick Wammerl

Jedes Jahr im Frühsommer wiederholt sich in den hoch stehenden Wiesen und Feldern dasselbe blutige Tierleid. Von ihrer Mutter abgelegte Rehkitze fallen bei der ersten Mahd des Jahres dem messerscharfen Mähwerk der Landwirtschaftsmaschinen zum Opfer. Bis zu 25.000 Rehkitze finden Schätzungen zufolge auf diese Weise jedes Jahr ihren Tod.

Um das zu vermeiden, gibt es, ausgehend von den Landesjagdverbänden und anderen Initiativen, eine immer stärker werdende Kampagne zur Rettung der Wildtiere so kurz nach ihrer Geburt. Anfang Mai bringen die Rehe ihre Jungen zur Welt. Zum Schutz vor den natürlichen Feinden verstecken die Mütter ihren Nachwuchs in den ersten Wochen nach der Geburt im hoch gewachsenen Gras. Besonders beliebt sind große, schwer einsehbare Ackerflächen.

Der angeborene Schutzreflex der jungen Tiere sorgt dafür, dass sich Jungtiere bei Gefahr nicht von der Stelle bewegen und stattdessen auf ihre Tarnung vertrauen. „Was vor natürlichen Feinden schützt, hilft jedoch leider nicht gegen Landmaschinen. Das macht die Mahd für die Jungtiere so gefährlich“, erklärt Niederösterreichs Landesjägermeister Josef Pröll.

Vergrämungsmethoden

Mittlerweile gibt es in den Bundesländern verschiedene Plattformen, die sich dem Thema Kitzrettung angenommen haben. Neben klassischen Vergrämungsmethoden mit Scheinwerfern oder Jagdhunden, die dafür sorgen, dass die Rehgeiß ihre Kitze in Sicherheit bringt, kommt auch Hightech zur Anwendung.

Der Fortschritt in der Drohnentechnologie ermöglicht es, große Flächen mit Wärmebildkameras abzusuchen und so die versteckten Kitze zu erspähen. Da Rehkitze eine höhere Temperatur als der Boden haben, werden sie auf der Infrarotkamera sichtbar. Über die örtliche Jägerschaft oder Initiativen wie kitzretter.at oder rehkitzrettung.at gibt es Kontaktadressen findiger Drohnenpiloten, die sich für den Tierschutz in den Dienst der guten Sache stellen. Auch die Lagerhäuser bieten seit einigen Jahren ein eigenes Drohnenservice für die Landwirtschaft an.

Der nö. Landesjagdverband zeigt auf seinem Youtube-Kanal unterschiedliche Methoden zur Rettung der Jungtiere. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Helfer mit Handschuhen ans Werk gehen und die Kitze keinen menschlichen Geruch annehmen. Sonst werden sie von den Muttertieren verstoßen und allein zurückgelassen. Daher sollten die zierlichen Geschöpfe beim Hochheben zur Vorsicht auch in frisches Gras eingewickelt werden, raten die Experten.

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