Chronik | Österreich
02.09.2018

Gekentertes Boot: Frauen waren bis zu 20 Minuten unter Wasser

Nach dem Unglück mit einem Heeresboot kämpfen zwei junge Frauen weiter um ihr Leben. Info-Panne beim Bundesheer.

Ein Wochenende lang hätten junge Frauen bei einem Girls’ Camp in das Leben als Soldatin hineinschnuppern sollen. Doch für acht Teilnehmerinnen endete das Programm bei Hainburg (NÖ) auf der Donau in einem tragischen Unfall. Zwei junge Frauen, 18 und 22 Jahre alt, kämpften am Sonntag weiter um ihr Leben.

„Die Patientin ist an einer Intensivstation aufgenommen und befindet sich leider in lebensbedrohlichem Zustand“, teilte eine Sprecherin des AKH Wien mit, wo das ältere der beiden Opfer des Bootsunfalls behandelt wird. Die 18-Jährige liegt im Wiener Wilhelminenspital auf einer Intensivstation.

Die Frauen mussten am Samstag reanimiert werden, nachdem sie unter ein gekentertes Arbeitsboot des Bundesheeres geraten waren. „Sie dürften etwa 20 Minuten unter dem umgekippten Boot gewesen sein“, sagt Heeressprecher Michael Bauer, laut dem insgesamt acht Frauen und fünf Soldaten an Bord waren.

Zunächst seien auch weitere Mädchen und auch Soldaten unter dem Boot gefangen gewesen. „Alle hatten Schwimmwesten an, die in die Höhe treiben“, beschreibt Bauer die Problematik. Die gekenterten Passagiere wurden unter Wasser also offenbar regelrecht gegen den Boden des umgestürzten Bootes gedrückt.

Soldaten hätten versucht, die gefangenen Mädchen unter Einsatz ihres Lebens zu befreien, berichtet Bauer. Im Falle der beiden Mädchen, die nun in Lebensgefahr schweben, hat es am längsten gedauert, bis sie schließlich an die Wasseroberfläche gebracht werden konnten.

Info-Panne

Ausgerechnet bei der Benachrichtigung der Eltern der 18- und der 20-Jährigen gab es eine Info-Panne, für die sich der Heeressprecher am Sonntag entschuldigte. Die Angehörigen seien zu spät benachrichtigt worden. „Wir bedauern diesen Fehler. Eine unzureichende Information an die Eltern – das Schicksal ihrer Kinder betreffend – ist unentschuldbar“, erklärte Bauer auf Twitter.

Alle Frauen, die den Unfall unbeschadet überstanden, wurden gebeten, sofort ihre Eltern anzurufen. Im Falle der beiden schwer verletzten Frauen sei die Benachrichtigung unterblieben, erklärt der Heeres-Sprecher.