Chronik | Österreich
03.01.2018

Feinstaub-Jahr: Grenzwert wurde an 49 Tagen überschritten

Das eben abgelaufene 2017 brachte Graz einen Belastungsrekord.

Angesichts des generellen Feuerwerksverbots zu Silvester in Graz waren die Feinstaubwerte doch sehr beachtlich: In der Silvesternacht schnellten die Werte je nach Messstelle auf 150 bis 440 Mikrogramm - der Grenzwert liegt bei 50. Genau um diese zusätzliche Feinstaubbelastung zu verhindern, war das Abfeuern von Raketen untersagt. Die Politik strich sogar das offizielle Stadtfeuerwerk. Private Raketen wurden dennoch gezündet, Verbot hin oder her.

Mittlerweile hat sich der Staub in Graz wieder gelegt. Doch die Bilanz des Vorjahres insgesamt dürfte Umweltpolitiker kaum aufatmen lassen: An 49 Tagen wurde der Grenzwert im Vorjahr bei der Messstelle in Don Bosco in Graz überschritten, gefolgt von Graz-Süd mit 44 Tagen, Graz-Mitte mit 35, Graz-Ost mit 31 und Graz-West mit 30 Tagen. Die EU erlaubt jedoch pro Jahr nur 35 Überschreitungstage, das österreichische Immissionsschutzgesetz gar nur 25 Tage.

An erster Stelle

Damit belegten sämtliche Grazer Mess-Standorte auch im Vorjahr wieder die ersten fünf Plätze des österreichweiten Vergleichs: Platz sechs ging mit 30 Tagen an Leibnitz, erst auf Platz sieben folgt mit 25 Tagen Kittsee im Burgenland. Verglichen mit 2016 geht 2017 zudem als ein besonders belastetes Feinstaubjahr in die Geschichte ein: In Graz-Don Bosco wurden 2016 exakt 39 Überschreitungstage gezählt, und in Graz-Ost mit 24 Tagen am wenigsten viel, aber doch deutlich weniger.

Ulla Rasmussen, Expertin des Verkehrsclub Österreich (VCÖ), sieht vor allem im Kfz-Bereich großes Potenzial für Verbesserungen: Wo Rad- oder Fußwege gut ausgebaut seien, würden viele Alltagswege zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt. Das erspare viele Kilometer mit dem Auto – und sehr viel Feinstaub.