Forest

© MAURER GERHARD / For Forest/MAURER GERHARD

Interview
09/10/2020

Ein Jahr nach dem Stadionwald ist man "klüger"

"For Forest"-Geschäftsführer Herbert Waldner zieht ein Jahr nach dem Projekt Bilanz.

Mehr als ein Jahr ist vergangen, seit die Kunstinstallation „For Forest“ ihre Pforten für Besucher öffnete. 299 Bäume zierten 49 Tage lang das Innere der Wörtherseearena. Nach Projektende übersiedelten einige von ihnen ins Tullnerfeld nach Niederösterreich. Was in Klagenfurt blieb, waren die Prozessnachwehen und viele Fragen. Der KURIER hat mit „For Forest“-Geschäftsführer Herbert Waldner über die Hintergründe des Projektes gesprochen.

KURIER: Welche Rolle hatten Sie und wie kam es dazu?

Herbert Waldner: Meine Rolle war die des Ermöglichers und Umsetzers. Ich habe die Verpflichtung verspürt, das Projekt mit ganzer Kraft – und mit viel Geld – zu unterstützen.

Die Diskussion rund um die Verwendung von Steuergeld, Europa-League-Spiele, die nicht in Klagenfurt stattfanden, und gerichtliche Nachwehen begleiteten das Projekt auch nach seinem Ende. Was würden Sie aus heutiger Sicht anders machen?

Ich bin da zu euphorisch hineingegangen. Man könnte auch sagen, der Vertrauensvorschuss war zu groß. Mein Fehler. Mit dem heutigen Wissen würde ich die Projektgesellschaft anders aufstellen, mit ganz klaren Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, sowohl für den künstlerischen als auch für den kaufmännischen Bereich. Da halte ich es mit Konrad Adenauer: „Es kann mich doch niemand daran hindern, jeden Tag klüger zu werden.“

Auch zwischen Ihnen und Klaus Littmann gab es einen Prozess. Wie konnte man ich schlussendlich einigen? Wir haben einen Schlussstrich gezogen. Gleichzeitig wurde auch vereinbart, den Inhalt des Vergleiches nicht weiter zu kommentieren.

Man war in Kärnten durchaus um eine Verschiebung des Projektes zugunsten des Fußballs bemüht: Woran scheiterte diese?

Ich konnte mich letztlich bei meinen Partnern nicht durchsetzen. Aber die gute Nachricht ist, dass der WAC auch heuer wieder in der Europe League spielt.

Wurde aus Ihrer Sicht Steuergeld verwendet?

Es stand für mich außer Frage, dass „For Forest“ ein privat finanziertes Projekt sein muss. Das Projekt war ausfinanziert, und auch Sachleistungen wurden selbstverständlich abgegolten. Für meinen Bereich kann ich guten Gewissens ausschließen, dass Steuergeld geflossen ist.

Wie kam es dazu, dass die Bäume ins Tullnerfeld transportiert wurden? An was scheiterte man konkret in Klagenfurt?

Das ist Wasser unter der Brücke. Jeder weiß, dass ich als Kärntner die Bäume natürlich gerne in Kärnten gehabt hätte. Allerdings als ein „For Forest Village“ mit den Bäumen im Zentrum. Das ist aus verschiedenen Gründen gescheitert. Jetzt entwickeln wir das Projekt im Tullnerfeld, wo man uns mit offenen Armen empfangen hat.

Hat man der FPÖ durch diesen Kommunikationslapsus nicht direkt in die Karten gespielt?

Ich habe keine Lust, mich zu politischen Parteien zu äußern. Aus meiner Sicht hat der Wald viele positive Emotionen in den Menschen geweckt.

 

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