Dunkle Spuren: Unser Podcast auf der Bühne
Vor 30 Jahren ging kurier.at online. Grund zu feiern und für diesen Beitrag von Yvonne Widler, die unseren "Dunkle Spuren"-Podcast verantwortet. Weitere Texte zum Jubiläum, mit Ein- und Ausblicken zu kurier.at finden Sie an dieser Stelle.
True Crime boomt. Podcasts über mysteriöse Morde, Vermisstenfälle und ungeklärte Verbrechen zählen seit Jahren zu den erfolgreichsten Formaten weltweit. Doch nicht jede Geschichte, die unter diesem Schlagwort erzählt wird, folgt demselben Ansatz. Unser Podcast „Dunkle Spuren“ widmet sich nicht nur rätselhaften Kriminalfällen, sondern vor allem den Menschen dahinter – den Opfern, Angehörigen, Ermittlern und jenen, deren Leben durch eine furchtbare Tat für immer verändert wurde. In den vergangenen sechs Jahren hat das „Dunkle Spuren“-Team knapp 60 Fälle aufgearbeitet, die österreichweit für Aufsehen sorgten. Hinzu kommen zahlreiche Bonusfolgen, wie etwa ein Besuch in der Justizanstalt Wien-Josefstadt oder ein Interview mit dem renommierten Gerichtspsychiater Reinhard Haller.
Mehr als eine Nacherzählung
Die Fälle reichen von ungeklärten Morden über Vermisstenfälle bis hin zu Justizirrtümern, Betrugsdelikten oder Fällen von Gewalt gegen Frauen.
Dabei geht es nicht darum, Verbrechen zu glorifizieren oder Täter zu inszenieren. Vielmehr versuchen die Reporterinnen zu verstehen, wie es zu einer Tat kommen konnte, welche Folgen sie für Betroffene hatte und welche Fragen bis heute offen geblieben sind. Mithilfe von Experten und Expertinnen wird alles eingeordnet. Und die Reporterinnen fahren immer zu den Orten der Geschehnisse, sprechen direkt mit allen Beteiligten. Sie nehmen die Hörer und Hörerinnen also mit auf die Recherche.
Dadurch entsteht ein Bild, das über die reine Nacherzählung eines Verbrechens hinausgeht. Oft werden auch gesellschaftliche Fragen beleuchtet: Wie arbeitet die Justiz? Warum werden manche Täter jahrelang nicht gefasst? Welche Rolle spielen Vorurteile bei Ermittlungen? Und wie gelingt es Betroffenen, nach einer schweren Straftat wieder ins Leben zurückzufinden?
Live zu sehen
Aus dem Podcast ist mittlerweile eine eigene Veranstaltungsreihe entstanden. Das intime Erlebnis, einem Podcast zu lauschen, in einen großen Saal zu holen – mit Videoeinspielern von Interviews und Vor-Ort-Recherchen, Fotos und Zeitungsberichten auf der Leinwand – war die Herausforderung für das Team vor und hinter Mikros, Tonreglern und Kameras. Doch die Reaktionen des Publikums am ersten Live-Abend im Herbst 2024 ließen darauf schließen, dass die Übung sehr gut gelungen ist.
Also haben wir aufgrund der großen Nachfrage den Podcast im Frühjahr 2025 erneut live auf die Bühne geholt, und zwar mit einem neuen Kriminalfall: Das Haus im Wald. Und im Herbst 2026 kommen wir mit diesem Fall auch nach Niederösterreich. Und zwar am 22. und 23. September nach St. Pölten und Wiener Neustadt.
Die Tickets dazu findet man unter: www.kurier-events.at/wienerneustadt und unter www.kurier-events.at/sanktpoelten
Wie alles begann
Im Jahr 2019 wurde der Podcast in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt ins Leben gerufen. Die Grundidee: ungelöste Kriminalfälle aus Österreich neu zu recherchieren und zu erzählen. Dabei wurde von Beginn an Wert auf einen opferzentrierten und respektvollen Zugang gelegt. Die Hoffnung: Bewegung in festgefahrene Ermittlungen zu bringen, vergessenen Schicksalen wieder mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen und Angehörige und Hinterbliebene dabei zu unterstützen, Antworten und Gerechtigkeit zu erhalten.
Unterwegs auf Dunklen Spuren kam das Reporterinnen-Team gemeinsam mit Kollegen und Kolleginnen aus dem Audio- und Videoteam in den vergangenen Jahren durch ganz Österreich. Ungelöste Kriminalfälle führten sie von Laa an der Thaya bis in die Berge um Dornbirn, vom Kärntner Maltatal nach Linz, vom niederösterreichischen Annaberg bis ins steirische Kindberg. Und in manchen Fällen kamen die Reporterinnen dabei sogar auf neue Spuren. Außerdem wurden nun gelöste und von Zeit zu Zeit auch historische Fälle ins Repertoire aufgenommen. Denn die Geschichten und ihre Hintergründe sind nach wie vor gesellschaftlich relevant und erstaunlich aktuell.
30 Jahre kurier.at
Richtig gute Nachrichten, seit 30 Jahren. Hier finden Sie weitere Artikel zum Jubiläum.
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