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Chronik Österreich
08/12/2020

Kroatien: Immer mehr Heimkehrer infiziert

Laut dem Land Oberösterreich könnten es noch mehr werden – die Tests sind noch nicht abgeschlossen.

von Markus Strohmayer, Matthias Nagl, Petra Stacher, Nikolaus Tuschar

Trotz Corona-Pandemie kam der kroatische Tourismus zuletzt immer besser in Schwung. Im Juli lagen die Nächtigungen bereits wieder bei 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die österreichischen Urlauber zieht es vermehrt in das Adrialand, gilt dieses laut dem österreichischen Außenministerium derzeit doch als Corona-sicher – anders als etwa das spanische Festland, für das seit Montag aufgrund der Virusentwicklungen wieder die höchste Reisewarnstufe gilt.

Die Frage ist nur, wie lange Kroatien noch als sicher gilt. Denn seit Montag sind mehrere oberösterreichische Urlaubsrückkehrer aus dem dalmatischen Küstenort Makarska positiv auf Covid-19 getestet worden. Laut dem Land OÖ bestehe ein Bezug zur „Makarana Bar“ in Makarska, in der positiv getestete Mitarbeiter beschäftigt waren. Personen, die sich zuletzt in der Region aufhielten, sind deshalb dazu aufgerufen, ihren Gesundheitszustand genau im Auge zu behalten.

Außenministerium beobachtet Lage

Im Außenministerium beobachte man die Lage in Kroatien derzeit sehr aufmerksam, hieß es auf KURIER-Anfrage. Ministeriumssprecher Peter Guschelbauer betonte aber, dass derzeit keine Schritte in Richtung Reisewarnung geplant seien, auch wenn sich das bei einem Anstieg der Infektionen rasch ändern könne.

Insgesamt gibt es in Oberösterreich derzeit 189 Corona-Fälle. Reiserückkehrer machen davon 15 aus – die Testungen einiger Kroatien-Urlauber sind aber noch ausständig. Weitestgehend stabil präsentiert sich der Cluster im oberösterreichischen Ferienort St. Wolfgang, wo sich laut AGES bisher 107 Menschen angesteckt haben, zuletzt aber keine Neuinfektionen mehr registriert wurden. Bei den Betroffenen handelt es sich laut Gesundheitsbehörde um Hotelpersonal, Einheimische und Touristen. Als Ausgangspunkt der Infektionen gelten Feiern junger Saisonmitarbeiter im Juli in zwei Lokalen, die daraufhin freiwillig schlossen, mittlerweile aber wieder geöffnet haben.

Größter Anstieg in Wien

In ganz Österreich gab es von Montag auf Dienstag 139 Neuinfektionen. Damit setzt sich der wöchentliche Trend von mehr als 100 Neuinfektionen fort. Mit 71 die meisten neuen Fälle entfielen dabei erneut auf die Bundeshauptstadt. Diese sind laut dem medizinischen Krisenstab der Stadt aber nicht auf einen Cluster zurückzuführen. Es soll sich um Infektionen im Familienverbund handeln bzw. immer nur kleinere Gruppen betreffen.

Zwei Corona-Cluster gibt es aktuell hingegen in Salzburg. Wie berichtet, ist davon eine Großfamilie im Flachgau mit 16 Infizierten in drei Generationen betroffen. Die Familie hatte Besuch von einer Person, die aus dem Ausland zurückkehrte. Der gesamte Cluster umfasst inzwischen 26 Covid-19-Positive.

Ein zweiter Cluster betrifft drei Lokale im Pinzgau. Bei einem Gast der Betriebe in Kaprun und Piesendorf sowie bei fünf Kontaktpersonen ergaben die Testresultate eine Ansteckung mit dem Virus. Auf einen Behördenaufruf meldeten sich 100 Besucher, die ebenfalls in den Lokalen waren. Ob sie sich infiziert haben, wird derzeit abgeklärt.

Villach: Aus für Masken?

Die erst am Samstag eingeführte abendliche Maskenpflicht für die Villacher Innenstadt könnte schon wieder Geschichte sein. Der Corona-Koordinationsstab der Stadt Villach will Mittwochnachmittag darüber entscheiden, ob die bis 16. August geplanten Maßnahmen früher beendet werden. Ausschlaggebend wird dafür laut KURIER-Informationen sein, ob der Cluster rund um eine private Gartenparty am Grundstück einer Villacher Villa noch anwächst.

Bisher gibt es in Zusammenhang mit der Feier Ende Juli acht bestätigte Fälle, laut einer Aussendung der Stadt kamen aber zuletzt keine neuen positiven Tests hinzu. Insgesamt 80 Partygäste mussten nach der Feier in Heimquarantäne, nachdem bekannt wurde, dass eine infizierte Person unter den Gästen war. Da einige der Feiernden nach dem Fest noch in der Stadt unterwegs waren, hatte man dort Sorge vor einer Clusterbildung und beschloss kurzfristig die Maskenpflicht ab 21 Uhr.

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