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Chronik √Ėsterreich
07/01/2021

Salzburg bereitet sich auf vierte Welle vor

Experten rechnen mit einer vierten Welle im Herbst. Salzburg will nicht unvorbereitet sein.

Der heutige 1. Juli bringt √∂sterreichweit neue √Ėffnungsschritte. Die Nacht-Gastronomie darf wieder √∂ffnen, die Sperrstunde f√§llt. √úberall wo 3-G zur Anwendung kommt, f√§llt die Maske. Alle Details dazu HIER.

In Wien gelten in manchen Bereichen weiterhin strengere Regeln. Man wolle nicht denselben Fehler wie vergangenen Herbst wiederholen. "Die Gesundheitskrise ist noch nicht vorbei", warnt B√ľrgermeister Michael Ludwig. "Wir haben es mit einer Virus-Mutation zu tun, die sehr ernst zu nehmen ist. Das Virus macht keine Ferien." (mehr dazu)

Unterst√ľtzung bekommt Ludwig durch den Gesundheitsminister. Er begr√ľ√üt den Sonderweg. Tourismusministerin Elisabeth K√∂stinger tut das weniger - sie kritisiert die Wiener Gangart.

Bundesländer

Auch K√§rnten schlie√üt h√§rtere regionale oder lokale Ma√ünahmen nicht aus, hei√üt es aus dem B√ľro von Landeshauptmann Peter Kaiser. So wird in Spit√§lern weiterhin nur ein Patient pro Tag erlaubt sein. F√ľr Besucher gilt die 3-G-Regel (mehr dazu)

In Vorarlberg behält man sich vor, strengere Maßnahmen zu setzen, wenn nötig. Derzeit sei das aber nicht der Fall. Auch im Burgenland, der Steiermark, Ober- und Niederösterreich sowie Tirol sehe man aufgrund niedriger Fallzahlen derzeit keinen Bedarf, vom Bundeskurs abzuweichen.

Salzburg bereitet sich auf vierte Welle vor

In Salzburg begr√ľ√üt man, dass die Masken heute gr√∂√ütenteils fallen. Das sei durch die epidemiologische Lage im Land auch vertretbar, betonte Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Strengere Ma√ünahmen als der Bund sind vorerst nicht geplant. 

Aber die Corona-Situation werde nicht immer so rosig sein, wie aktuell. Dem Trugschluss, dass die Pandemie vorbei sei, d√ľrfe man sich nicht hingeben, so Haslauer. 

Gestern, Mittwoch, tagten in Salzburg deshalb Landesregierung, Bezirkshauptmannschaften, Magistrat, Einsatzorganisationen, Landeskliniken und Landessanit√§tsdirektion und berieten, wie es denn im Herbst weitergehen soll.

Die Experten rund um Landessanit√§tsdirektorin Petra Juhasz sowie Primaria Uta Hoppe vom Uniklinikum rechnen damit, dass es der Delta-Variante wegen wieder zu einem Anstieg der Fallzahlen kommen wird. F√ľr √Ėsterreich hat auch Gesundheitsminister Wolfgang M√ľckstein schon gesagt, dass er mit einer "kleinen vierten Welle im Herbst" rechne.

Salzburg m√∂chte auf eine vierte Covid-Welle vorbereitet sein. Entgegenwirken will man einem Anstieg mit einer bekannten Kombination: Impfen, Testen, Contact-Tracing sowie Hygienema√ünahmen.

"Als Gradmesser f√ľr weitere Ma√ünahmen wird die Situation in den Spit√§lern und das regionale Ausbruchsgeschehen sein", zitieren die Salzburger Nachrichten. Heikel werde es dann, wenn das Contact Tracing nicht mehr reibungslos funktioniert, also Infektionsketten nicht mehr nachverfolgt und abgegrenzt werden k√∂nnen.

Schl√ľssel Impfbereitschaft

Einer rasanten Ausbreitung der in Indien zuerst entdeckten Delta-Variante und einem m√∂glichen Schub f√ľr die Infektionszahlen im Herbst durch Reiser√ľckkehrer entgegenwirken sollen Impfungen. 58 Prozent der √ľber Zw√∂lfj√§hrigen sind in Salzburg zumindest einmal gegen Covid-19 geimpft, dieser Wert soll aber noch deutlich steigen.

"Die Heftigkeit dieser vierten Welle hängt davon ab, wie die Vollimmunisierung voranschreitet", so Christian Pucher, Sprecher des Landeshauptmanns.

"Darum ist das vorrangige Ziel, jetzt noch m√∂glichst viele Personen noch voll zu immunisieren, damit sie m√∂glichst gut gegen die Delta-Variante gesch√ľtzt sind‚Äú, sagt Petra Juhasz.

Das Problem: Salzburg gehen langsam die Impfwilligen aus - ein Trend, der nicht nur in den f√ľnf Gauen auszumachen ist.

50 Millionen Euro

Gegen√ľber den SN betonte Gesundheitsreferent LH-Stv. Christian St√∂ckl, dass man dem dem Ziel, bis Herbst 80 Prozent - jedenfalls aber zwei Drittel - der impfbaren Bev√∂lkerung zu impfen, festh√§lt. "Die Situation ist derzeit so, dass wir tats√§chlich in den n√§chsten Wochen unbedingt zus√§tzliche Erstimpfungen bzw. Impfwillige brauchen. Wir haben entsprechend Impfstoff zur Verf√ľgung." 

Die Werbetrommel werde man kr√§ftig r√ľhren - an Schulen, Unis und Fachhochschulen laufen bereits Kampagnen. Sie werden bald auf die sozialen Medien ausgeweitet.

Geld f√ľr weitere Ma√ünahmen soll jedenfalls genug zur Verf√ľgung stehen. 50 Millionen Euro wurden bereits zus√§tzlich budgetiert, so St√∂ckl.

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