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Chronik Österreich
07/04/2021

75 Neuinfektionen in Österreich

Von gestern auf heute wurde erneut kein weiterer Todesfall in Zusammenhang mit Covid-19 registriert.

von Josef Siffert

Die Corona-Situation in Österreich ist seit Tagen auf gutem Niveau stabil. Der Schnitt der Neuansteckungen lag gestern bei 67, die Sieben-Tages-Inzidenz bei 5,3 pro 100.000 Einwohner. Gestern wurde kein Todesfall gemeldet.

Doch: Die Delta-Variante ist auf dem Vormarsch und wird zur dominanten Variante in Österreich. "Trotz der erfolgten Lockerungen dürfen wir nicht glauben, dass der Kampf gegen das Virus bereits gewonnen ist", warnt etwa Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen Ärztekammer. 

Entscheidend ist jetzt, möglichst viele Menschen rasch zu impfen. Das Problem: In Österreich gibt es aktuell mehr Impfstoff, als Personen, die ihre Oberarme dafür hergeben möchten. So setzen die Bundesländer auf niederschwelliges Impfangebot, versuchen möglichst alle Anmeldehürden zu beseitigen und den Menschen das Impfen so einfach wie möglch zu gestalten.

Spontan-Impfungen ohne Voranmeldung wie etwa in Wien (Impfbox am Rathauplatz) und Tirol ("Impfsonntag) werden gut nachgefragt, der Andrang ist groß.

Von gestern auf heute wurden in Österreich jedenfalls 75 Neuinfektionen registriert. Erneut wurde kein Todesfall gemeldet. Die Sieben-Tages-Inzidenz blieb weiterhin bei 5,3 Fällen pro 100.000 Einwohner.

In den vergangenen sieben Tagen starben neun Menschen mit oder am Coronavirus. Insgesamt hat die Covid-19-Pandemie seit Ausbruch 10.709 Tote in Österreich gefordert. Pro 100.000 Einwohner sind das 119,9 Menschen.

Die Zahl der Patienten, die wegen einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 im Spital liegen, ging weiter zurück. Derzeit liegen mit einer Corona-Infektion 132 Menschen im Krankenhaus, das sind neun weniger als noch am Samstag gemeldet wurden. 44 Menschen wurden auf Intensivstationen betreut. Diese Zahl sank innerhalb eines Tages um zwei Patienten und ist innerhalb einer Woche um 18 Patienten zurückgegangen.

Am Samstag sind zwar wesentlich weniger Impfungen durchgeführt worden (63.962) als am Freitag (105.010). Aber mittlerweile haben laut den Daten des E-Impfpasses 4.842.607 Menschen bereits zumindest eine Teilimpfung erhalten. Das sind 54,2 Prozent der Bevölkerung. 3.322.841 Menschen und somit 37,2 Prozent der Österreicher sind bereits voll immunisiert.

Am höchsten ist laut Zahlen vom Samstag die Erst-Durchimpfungsrate im Burgenland mit 60,1 Prozent. In Niederösterreich sind 58,9 Prozent der Bevölkerung geimpft, in Tirol 54,3 Prozent. Dort fand der "Impfsonntag" statt, der großen Zuspruch fand. Nach der Steiermark (53,7), Vorarlberg (53,6), Kärnten (52,5), Salzburg (51,8) und Wien (51,4) bildet Oberösterreich das Schlusslicht mit einer Durchimpfungsrate von 49,7 Prozent.

Die Positiv-Rate der aussagekräftigen PCR-Tests betrug nur 0,1 Prozent. Insgesamt wurden in den vergangenen 24 Stunden 524.207 PCR-und Antigenschnell-Tests eingemeldet, davon waren 51.953 die aussagekräftigen PCR-Tests. Seit Beginn der Pandemie hat es mehr als 71 Millionen Tests gegeben.

In Wien ist die Sieben-Tages-Inzidenz immer noch am höchsten mit 15,1. In der Bundeshauptstadt gab es am Wochenende auch Impfaktionen, am Wiener Rathausplatz konnte man sich seit Samstag ohne Voranmeldung unkompliziert gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Sieben-Tages-Inzidenz im Burgenland lag bei 8,4, in Niederösterreich bei 6,9 und in Vorarlberg bei 6. Weiters folgen Oberösterreich (2,9), Tirol (2), die Steiermark (1,3), Salzburg (0,4) und Kärnten (0).

Am Sonntag waren aktuell 1.709 Menschen aktiv mit SARS-CoV-2 infiziert, das sind um 77 weniger als am Samstag. Seit Ausbruch der Pandemie haben sich in Österreich 650.737 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Genesen sind 638.319 Personen, innerhalb der vergangenen 24 Stunden galten 152 als wieder gesund.

Die Neuinfektionen in den Bundesländern

  • Burgenland: 9
  • Kärnten: -1 (Datenbereinigung)
  • Niederösterreich: 16
  • Oberösterreich: 4
  • Salzburg: 1
  • Steiermark: 3
  • Tirol: 2
  • Vorarlberg: 4
  • Wien: 37

Wie es zu den Datenbereinigungen kommt und warum Sie jetzt so häufig vorkommen erfahren Sie hier.

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Neue Fälle nach Alter

Während in der ersten und zweiten Welle vor allem ältere Menschen betroffen waren, wurden in der dritten Welle auch viele Jugendliche infiziert. Das liegt zum einen in einer massiven Ausweitung der Testungen - seit Februar werden Österreichs Schüler via Antigen-Test auf das Coronavirus getestet. 

Und zum anderen an der weiten Verbreitung der britischen Virusvariante, die deutlich ansteckender ist. 

Zur Grafik: Klicken Sie auf die einzelnen Altersgruppen, um sie ein- und auszublenden.

Impfstatus in Österreich und international

Seit 27. Dezember wird auch in Österreich geimpft. Der Impfstart gab vielen Menschen Hoffnung, bald wieder in ihr altes Leben zurückkehren zu können. Doch bis die Impfung auch eine kritische Masse erreicht, ist noch etwas Geduld gefragt. 

Das zeigen die täglich veröffentlichten Impfzahlen des Gesundheitsministeriums, die seit Mitte Jänner tagesaktuell veröffentlicht werden. Die derzeit kommunizierte Zahl zeigt jedoch nicht den präzisen Stand der aktuell geimpften Personen, sondern lediglich einen "Näherungswert". 

Hospitalisierungen in Österreich

Maßgeblich für etwaige weitere Maßnahmen gelten vor allem die Spitalskapazitäten. Grob gesagt gilt hier die 100-10-1-Regel: Von 100 infizierten Menschen müssen rund 10 hospitalisiert werden, einer davon landet auf der Intensivstation - und das meist gleich für mindestens 10 Tage. 

Wie die Bettenkapazitäten in Spitälern in den einzelnen Bundesländern aussieht, das zeigt die folgende Grafik. 

    Die folgende Grafik zeigt die 7-Tages-Inzidenz für ganz Österreich, heruntergebrochen auf Bezirksebene.

    Die sogenannte Inzidenz gilt als wichtiger Richtwert in der Pandemiebekämpfung. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner an. Die 14-Tages-Inzidenz wird herangezogen, um langfristige Tendenzen besser darstellen zu können.

    In Deutschland etwa liegt die zulässige Obergrenze bisher bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. In Österreich ist eine solche Grenze nicht genau definiert. In der Corona-Ampel wird eine Region auf Rot gestellt, wenn es eien "hohe kumulative 7-Tages-Inzidenz relativ zur Bevölkerungsgröße" gibt. 

    Todesfälle in Österreich

    Corona-Hotspots in Österreich

    Folgende Grafik zeigt täglich die neuen Fälle gerechnet auf 100.000 Einwohner - gereiht nach Bezirk. 

    Anmerkung: Bei Bezirken unter 100.000 Einwohnern sind die Fälle statistisch hochgerechnet um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Die in dieser Kategorie angegebenen Neuinfektionen müssen also nicht den tatsächlichen Fällen entsprechen. 

    Testungen und Anteil positiver Tests

    Steigen die Zahlen nur, weil wir mehr testen? Diese Frage beschäftigte vor allem im Sommer die Corona-sensibilisierte Öffentlichkeit. Eine Antwort darauf kann die Positivrate bei den Testungen liegen. War diese im Sommer bei rund fünf Prozent, so landete sie im Herbst bei bis zu 25 Prozent. Wären steigende Neuinfektionszahlen nur auf vermehrte Tests zurückzuführen, dürfte sich der Anteil positiver Tests eigentlich nicht ändern. 

    Klicken Sie in die Kurve, um die genauen Anzahl der täglich neuen Testungen zu sehen. 

    Internationaler Vergleich

    Acht Monate nach Beginn der weltweiten Corona-Pandemie findet sich Österreich im weltweiten Spitzenfeld des Infektions-Geschehens wieder.

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