© Jedlicka Stefan

Chronik Österreich
11/16/2021

15.000 Corona-Kontrollen an nur einem Tag

Polizei-Schwerpunkt in der Shopping City Süd – nur ein Mitarbeiter ohne Impfpass musste wieder nach Hause.

von Stefan Jedlicka, Michaela Reibenwein

15.000: So viele Kontrollen führte die Polizei österreichweit allein am Montag durch. Fazit: 120 Übertretungen wegen 2-G-Verstößen bzw. des Lockdowns für Ungeimpfte wurden festgestellt, zahlreiche Personen außerdem ermahnt.

Allein in NÖ sind in jedem Bezirk täglich zwei Streifen nur für Kontrollen unterwegs. Am Montag wurden laut Polizei 24 Anzeigen nach dem Corona-Maßnahmengesetz erstattet – allerdings keine einzige wegen Verstößen gegen den „Lockdown für Ungeimpfte“.

Viel Verständnis für Kontrollen

Ein ganz ähnliches Bild bietet sich am Dienstag bei einer Schwerpunktaktion in der Shopping City Süd (Bezirk Mödling). Dort werden Kunden vor dem Betreten des Einkaufscenters von Beamten der zuständigen Polizeiinspektion Vösendorf und der schnellen Reaktionskräfte des Innenministeriums überprüft.

Großteils zeigen die Kontrollierten Verständnis dafür. Wie etwa Michael C. und Rasit D.: „Wir sind das schon gewöhnt. In der vergangenen Woche waren wir beruflich im Ausland unterwegs. Dort gibt es solche Kontrollen ständig“, erzählt Rasit D..

Auch Brigitta und Zarko Bogovic aus Perchtoldsdorf lassen sich die Einkaufslaune durch die Polizei-Kontrolle nicht verderben. „Das ist schon richtig so“, sagt Zarko Bogovic mit einem Lächeln. „Alle sollen sich impfen lassen, das ist wichtig.“

Impfpass vergessen

Weniger erfreut zeigt sich hingegen Andrew H., Mitarbeiter der Shopping City Süd, als er nach seinem Impfnachweis gefragt wird. Den hat der gebürtige US-Amerikaner nämlich zu Hause vergessen. „Normalerweise habe ich den Impfpass in meinem Rucksack. Jetzt muss ich ihn holen, um zu meinem Arbeitsplatz zu kommen“, ärgert er sich.

Kurz darauf lassen zwei jüngere Frauen die Kontrolle nur widerwillig über sich ergehen. „So was Unnötiges“, ist noch zu hören, als sie weitergehen. Pensionist Horst Schaller hingegen findet die Aktion „völlig richtig“. Denn: „Irgendetwas muss ja passieren, damit sich die Situation verbessert.“ Für Impfgegner habe er absolut kein Verständnis, betont Schaller: „Und auch nicht für den Herrn Kickl.“

Noch deutlicher formuliert es Elfriede Mautner, die aus Wien mit ihrer Tochter zum Einkaufen gekommen ist: „Alle sollten sich impfen lassen, und ich finde es auch positiv, dass das genau kontrolliert wird, weil sonst ja auch wir Geimpfte die Nachteile zu spüren bekommen. Ich bin daher für eine Impfpflicht, wenn die Menschen nicht zugänglich für vernünftige Argumente sind.“

Auch Fahrzeuge am Parkplatz und auf Zufahrtsstraßen zur Shopping City werden angehalten. Wer nicht geimpft ist, muss einen Grund nennen können, warum er das Haus verlassen hat. Neben bekannten Ausnahmen für Fahrten zum Einkaufen oder zum Arzt sei etwa auch das Abholen bestellter Waren in der SCS ein solcher Grund, sagt Polizei-Sprecher Raimund Schwaigerlehner. „Wir gehen davon aus, dass uns die Menschen die Wahrheit sagen“, betont er. Man setze „auf Dialog und auf Eigenverantwortung.“ Auf gefälschte Zertifikate richte man dennoch besonderes Augenmerk. „Bei Verdacht werden Kollegen beigezogen, die auf die Überprüfung von Dokumenten spezialisiert sind.“

Schwaigerlehners Bilanz: Rund 100 Personen wurden am Dienstag kontrolliert, dabei gab es nur eine Abmahnung – jene des SCS-Mitarbeiters ohne Impfpass.

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