Vom alen Gugl-Stadion ist nicht viel übrig, das neue wird sich verzögern

© Harald Dostal

Chronik Oberösterreich
03/02/2021

LASK: Erbitterte Freundschaften

Wegen interner Differenzen in der LASK-Führung verzögert sich der Stadionneubau auf der Gugl. Von Gerhard Marschall.

Elf Freunde müsst ihr sein! Was ehemals galt, als Fußball noch mit viel Herz gespielt wurde, klingt heute naiv-romantisch. Das Geld ist allmächtig, aus Freunden wurden Millionäre.Beim LASK zerbröseln zurzeit auch abseits des Spielfelds einstige Freundschaften, die seinerzeit paktiert worden sind, um den Traditionsverein vor dem Ruin zu bewahren. Der Zwist hat sich ausgerechnet am Stadionneubau auf der Linzer Gugl entzündet, der dem Klub eine glanzvolle Zukunft sichern soll. Doch das Prestigeprojekt holpert. Soeben wurde die Ausschreibung der Baumeisterarbeiten widerrufen. Diese sei mangelhaft gewesen, sodass gewaltige Mehrkosten gedroht hätten, argumentiert Präsident Siegmund Gruber.

Gruber für Planung verantwortlich

Die Kritik richtet sich gegen den Unternehmer Manfred Zauner aus Wallern, der den Ball jedoch volley zurückspielt. Er sei in der für den Stadionbau gegründeten Gesellschaft Geschäftsführer, aber nicht Projektleiter gewesen. „Für die planerische Sache war der Herr Gruber verantwortlich.“ Zauner sieht sich vielmehr bestätigt, in einem internen Brief hatte er vor einer Kostenexplosion gewarnt: Die Arena werde 117 statt kolportierter 60 bis 70 Mio. € verschlingen. Der Grund dafür liege in allerlei Extras: Hotel, Gastronomie, medizinisches Zentrum, Kindergarten. Zauner wurde daraufhin kurzerhand als Vizepräsident abgesetzt und aus dem Stadionprojekt entfernt. Zugleich wurden seine Anteile an der LASK Marketing GmbH mittels Call Option eingezogen. Ebenso jene von Michael Lachinger und Thomas Kern, die sich der Kritik angeschlossen hatten.

Die Freunde werden weniger

Dieser Gesellschaft gehört der LASK. Sie wurde 2013 zur Rettung des wirtschaftlich schwer angeschlagenen Vereins gegründet und übernahm die Altschulden. Dazu konnten finanziell potente Förderer gewonnen werden. Sie mussten für einen Fünf-Prozent-Anteil 75.000 € einbringen, plus einen jährlichen Obolus in Höhe von 50.000 €. Die Gesellschafter nennen sich „Freunde des LASK“, aktuell sind es deren 13. Sie halten unterschiedlich hohe Anteile und bilden die Generalversammlung.

Zauner klagt

Das Trio Lachinger-Zauner-Kern hat jetzt Klage eingebracht. Indem ihre Anteile von der Gesellschaft kassiert wurden, verfüge Siegmund Gruber als Geschäftsführer samt seinen eigenen Anteilen über mehr als 50 Prozent. Genau das sollte die seinerzeit einvernehmlich gewählte Konstruktion verhindern: Der LASK soll nicht zum Spekulationsobjekt werden können, indem eine Person die Mehrheit in der Gesellschaft übernimmt.

Veränderte Anteile

Die Konzentration sei mittlerweile durch Neuverteilung der Anteile unter den verbliebenen Gesellschaftern korrigiert worden, heißt es seitens des LASK. Der Konflikt wird vor Gericht und außerhalb ausgetragen werden. Derweil schreitet der Abriss des alten Gugl-Stadions voran, der Fertigstellungstermin Frühsommer 2022 wackelt allerdings.

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