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Chronik Niederösterreich
02/14/2020

Verhandlungen um Sozialplan für 130 Mitarbeiter laufen

Betriebsrat erwartet keine rasche Einigung mit Firmenleitung von Laufen Austria.

von Marlene Penz

Wie am Mittwoch bekannt wurde, will die Firma Laufen am Standort ihrer Österreich-Zentrale in Wilhelmsburg (Bezirk St. Pölten) rund 130 ihrer 190 Mitarbeiter entlassen. „Gestern (Mittwoch, Anm.) waren alle in einer Art Schockstarre, nun werden wir mit Fragen überrannt, niemand weiß wie es weitergeht“, sagt Betriebsrat Jürgen Kahri zum KURIER. Die Sanitärkeramik-Produktion im Wilhelmsburger Werk soll mit Ende April eingestellt und ins Gmundener Werk nach OÖ beziehungsweise in die Standorte in der Schweiz, Polen und Tschechien verlagert werden.

Einen Tag nachdem die Geschäftsleitung ihre Mitarbeiter darüber informiert hatte, ging die Produktion jedoch unverändert weiter. Laut einem Sprecher der Laufen Austria AG waren am Donnerstag „alle da, die Stimmung ist natürlich nicht gut, aber auch nicht schlecht, sondern realistisch“. Schon seit Mittwoch verhandelt der Betriebsrat mit Unterstützung der Gewerkschaft mit der Geschäftsführung über einen Sozialplan. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag mit der man laut Betriebsrat Kahri „den Druck auf Laufen erhöhen“ wollte, betonten die Arbeitnehmervertreter, dass sie alles dafür tun würden einen „fairen“ Sozialplan für die Betroffenen zu erreichen, auch eine Arbeitsstiftung werde angedacht. „Über die Details kann ich noch nichts sagen, dafür ist es noch zu früh“, sagt der Betriebsrat. Mit einer raschen Einigung rechnet er nicht: „Sicher nicht innerhalb von 14 Tagen“. Am heutigen Freitag wolle man erneut mit der Geschäftsführung zusammentreffen.

Wechsel nach Gmunden

Laut dem Laufen-Sprecher hätten interessierte Fachkräfte aus Wilhelmsburg die Möglichkeit in den rund 180 Kilometer entfernte Standort Gmunden in Oberösterreich zu wechseln. Dort solle ausgebaut werden – von derzeit 133 auf 150 Mitarbeiter. Gmunden gelte als „Innovationszentrum“, dort werde die derzeit stark nachgefragte Saphirkeramik produziert, deshalb werde dort auch investiert.

Obwohl noch viele Fragen offen sind, steht eines fest: Mit Ende April, wenn der Keramikbrennofen schlussendlich abgestellt wird, endet eine 225-jährige Tradition der Sanitärkeramikherstellung in Wilhelmsburg . Seit 1795 wurde dort Keramik erzeugt – ehemals durch die Österreichische Sanitär-, Keramik- und Porzellan-Industrie AG (ÖSPAG). Das Unternehmen wurde 1967 von der Laufen-Gruppe übernommen.

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