© REUTERS/MATTHIAS RIETSCHEL

Massentest
06/17/2020

Tausende werden zu Corona-Massentests gebeten

Hotspots wie Reichenau und Weißenkirchen dienen als Labor. Auch Gymnasiasten in Wiener Neustadt aufgerufen.

von Patrick Wammerl

Erst zum zweiten Mal nach dem Paznauntal und dem Skiort Ischgl kommt es in Österreich zu einem Corona-Massentest. Am kommenden Wochenende wird ein solcher flächendeckender Covid-19-Antikörper-Test in Reichenau an der Rax in Niederösterreich abgehalten. Die Gemeinde galt Ende März mit mehr als 260 Personen in häuslicher Quarantäne als Corona-Hotspot. Um auch für wissenschaftliche Zwecke den Grad der Durchseuchung in der Region festzustellen, sind Samstag und Sonntag insgesamt 2.500 Hauptwohnsitzer dringend aufgefordert, zum kostenlosen Screening in den jeweiligen Wahlsprengeln zu erscheinen.

Die Infektionskette hatte in Reichenau auch vor der örtlichen Politik nicht halt gemacht. Neben ÖVP-Bürgermeister Johann Döller wurde der halbe Gemeinderat positiv auf Corona getestet. Ansteckungen ließen sich bis zu einer Probe des örtlichen Gesangsvereins zurückführen. Auf Grund des Clusters habe sich Reichenau für den Massentest angeboten, heißt es dazu vonseiten des Landessanitätsstabes.

Laut Bezirkshauptfrau Alexandra Grabner-Fritz ermöglicht der Test den Bewohnern Sicherheit über ihren möglichen Kontakt mit COVID-19 zu erlangen und andererseits weitere Erkenntnisse über Methoden zur Eindämmung und zur Behandlung zu bekommen. Durchgeführt wird der Massentest von Notruf NÖ, der Gesundheitsbehörde, dem Roten Kreuz und der Gemeinde.

Schon 600 Anmeldungen in der Wachau

Ähnlich gestaltet sich das kommende Wochenende in der 1.460-Einwohner Gemeinde Weißenkirchen in der Wachau. Auch dort wird getestet. Anders als in Reichenau organisiert hier die kostenlosen Testungen allerdings die Danube Private University in Kooperation mit der Rot-Kreuz Bezirksstelle Krems sowie der Gemeinde. ÖVP-Bürgermeister Christian Geppner zeigt sich erleichtert darüber, dass sich bereits mehr als 600 Personen angemeldet haben. Er sei sich bewusst: „Mit der Anzahl der Testungen steigt vermutlich auch die Anzahl der positiven Fälle.“ Dadurch dürfe man sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Wir wurden als Hotspot bezeichnet und erhoffen uns durch diese Maßnahme jetzt eine Aufklärung darüber, wie hoch die Dunkelziffer ist,“ sagt Geppner.

PCR-Test im Gymnasium

Mehr als 1.000 Schüler und Lehrer des BG Zehnergasse in Wiener Neustadt können sich ab heute, Mittwoch, einem PCR-Test unterziehen. Im Unterschied zum Antikörpertest weißt dieser eine aktuelle SARS-CoV-2-Infektion nach. Ein Schüler des Gymnasiums war kürzlich positiv getestet worden. Nun soll der Massentest Aufschluss über eine mögliche Dunkelziffer geben.

Vicky Schmidt

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