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Chronik Niederösterreich
12/03/2020

Skigebiet Lackenhof: Showdown im Streit Schröcksnadel gegen NÖ

Der mächtige Seilbahn-Unternehmer will defizitäres Skigebiet schließen, das Land NÖ es mit dem Hochkar fusionieren.

von Patrick Wammerl

Im Streit um das Skigebiet Lackenhof am Ötscher in Niederösterreich kommt es diesen Freitag zum erwarteten Showdown zwischen Skikaiser Peter Schröcksnadel und dem Land Niederösterreich. Es geht nicht nur um die heurige Saison, sondern um die Zukunft des Wintersportzentrums. Wie vom KURIER berichtet, will die Schröcksnadel-Gruppe als 60-Prozent-Eigentümer die Wintersaison Corona-bedingt ausfallen lassen. Aber nicht nur das: Auf Grund der defizitären Entwicklung dürfte das Interesse an Lackenhof generell geschwunden sein. Seit längerem geplante Investitionen wurden nur noch bedingt getätigt, bekrittelt das Land Niederösterreich, das 40 Prozent an dem Skigebiet hält.

Das Bundesland stemmt sich deshalb aus Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen für die gesamte Region mit allen Mitteln gegen die Stilllegung. Der Chef der nö. Bergbahnen, Markus Redl, geht deshalb mit einem Zukunftskonzept und einem konkreten Antrag in die freitägige Gesellschaftersitzung. Man will die Ötscherlift-Gesellschaft mit den wesentlich stärker aufgestellten Hochkar-Bergbahnen verschmelzen und durch Synergieeffekte und einem Investitionsschub gestärkt aus der Krise tauchen. Auch an den lukrativen Hochkar-Bergbahnen hält Schröcksnadel 60 und das Land 40 Prozent.

Satte Gewinne am Hochkar

„Es ist nicht einzusehen, warum bei den Hochkar Bergbahnen Gewinne an ein und dieselben Eigentümer ausgeschüttet werden, während bei den Ötscherliften keine Investitionen getätigt werden. Wir brauchen jeden Effizienzgewinn, denn die wirtschaftliche Lage spitzt sich für die Ötscherlifte immer mehr zu. Es muss rasch gehandelt werden, um erstens den Winterbetrieb nicht zu gefährden sowie anspruchsberechtigt für alle staatlichen Covid-19-Hilfen zu bleiben“, sagt Helmut Miernicki, Geschäftsführer der Trägergesellschaft der NÖ-Bergbahnen-Beteiligungsgesellschaft (NÖ-BBG), ecoplus.

Weil die Attraktivität des Skigebiets Lackenhof in den vergangenen Jahren wegen mangelnder Investitionen stark nach gelassen habe, sei man von 150.000 Skier Days (Ersteintritte) pro Jahr auf den Negativ-Rekord von 73.000 im vergangenen Winter gefallen, heißt es beim Land NÖ.

Aus diesem Grund hatte man sich bereits im September mit der Schröcksnadel-Gruppe auf ein Investitionspaket in Höhe von acht Millionen Euro geeinigt. Dabei geht es vor allem um die Modernisierung und den Ausbau der Beschneiung. In den vergangenen fünf Jahren wurden jährlich im Schnitt 312.000 Euro in die Ötscherlifte investiert. „Viel zu wenig für einen Turnaround“, so Miernicki. Um das Minus abzufedern, will das Land auch den Sommertourismus aufwerten und in Mountainbike- und Trailrunning-Angebote investieren. Andere Bergerlebniszentren wie St. Corona am Wechsel seien mit dieser Taktik zu erfolgreichen Ganzjahresdestinationen geworden.

Ganze Region ist betroffen

Man sieht sich in der Verantwortung für die vielen Betriebe, die im Raum Lackenhof am Tourismus und den Tagesgästen hängen. „Sich nur die Rosinen herauszupicken ist zu wenig“, verweist Miernicki auf das Hochkar. Dort profitiere Schröcksnadel vor allem vom starken Engagement der öffentlichen Hand.

Das Skigebiet sei nur deshalb so profitabel, weil das Land seit 2012 mehr als 16 Millionen Euro an Steuergeldern ins Hochkar gebuttert hat. Das heruntergekommene Schulskiheim wurde erneuert und verpachtet und der laufende Betrieb sowie die kostspielige Sanierung der Hochkar-Alpenstraße an die Marktgemeinde Göstling abgetreten.

Die Entscheidung über die Zukunft des Skigebiets Lackenhof hätte bereits in der vorwöchigen Gesellschaftersitzung fallen sollen, wurde aber auf diese Woche vertagt. Die Fronten sind verhärtet. Wer Peter Schröcksnadel kennt, weiß, dass der mächtige Unternehmer seine eigene Philosophie verfolgt. Die Zeichen stehen auf Konflikt.

Bereits im Vorfeld zeigte sich sein Geschäftsführer Rainer Rohregger verärgert darüber, dass gewisse Interna vorab an die Öffentlichkeit drangen. „Im Rahmen der Besprechung gibt es ausreichend Gelegenheit, die nächsten Schritte gemeinsam zu besprechen und nicht durch mediale Vorstöße Kunden und Öffentlichkeit vor den Kopf zu stoßen“, sagte Rohregger.

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