Jennifer Klauninger und ihr Zeuge kamen nicht zum Verfahren. Polizisten schilderten die Szenen der illegalen Demo in Wiener Neustadt

© Wammerl Patrick

Chronik Niederösterreich
11/26/2021

Rädelsführerin der Anti-Corona-Bewegung rief bei Richter an

Jennifer Klauninger erschien nicht bei Verfahren am Landesverwaltungsgericht NÖ in Wr. Neustadt. Es ging um Strafen nach einer illegalen Corona-Demo.

von Patrick Wammerl, Michaela Reibenwein

Jennifer Klauninger ist eine der bekanntesten Figuren der Anti-Corona-Bewegung. Eigentlich sollte die 30-Jährige Freitagfrüh bei ihrem Verfahren im Landesverwaltungsgericht NÖ (LVwG) in Wiener Neustadt erscheinen. Es geht um eine lange Liste an strafbaren Handlungen im Zuge einer Corona-Demo in Wiener Neustadt und um 1.700 Euro Strafe. Klauninger legte dagegen Berufung ein, weshalb die Sache zum LVwG wanderte. Sie erschien am Freitag allerdings nicht, stattdessen klingelte bei Richter Andreas Pichler überraschend das Telefon. Am Apparat war Klauninger.

Sie war Teilnehmerin des Protestcamps von Corona-Gegnern in Wien, das in den Morgenstunden von der Polizei aufgelöst wurde. Weil ihre Wertsachen aus dem Zelt verschwunden seien, schaffe sie es nicht zum Verfahren. Der Richter riet ihr, sich zu beeilen, worauf Klauninger ihm unterstellte, ihr einen Unfall zu wünschen. „Um Gottes Willen. In Zeiten von Corona ist kein Platz auf den Intensivstationen“, entgegnete Pichler und setzte das Verfahren ohne sie fort.

Hauptentlastungszeuge hat Corona

Zwei Polizisten schilderten, wie Klauninger mit Gefolge in Schutzanzügen und mit Anonymus-Masken samt Lautsprecher durch die Stadt zog. Die Teilnehmer hätten sich geweigert, die unangemeldete Kundgebung aufzulösen. Klauningers Hauptentlastungszeuge tauchte auch nicht auf. Er hat Corona und ist behördlich abgesondert.

Ein ehemals enger Vertrauter der 30-Jährigen hat zeitgleich im Landesgericht für Strafsachen in Wien seinen Termin als Angeklagter. Der Kärntner Martin Rutter, Kopf der Corona-Demos, ist wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt angeklagt. „Hier herrscht Maskenpflicht“, wird er mehrfach erinnert. Kurz setzt er seine Maske (Aufschrift: Corona Diktatur) dann auf, um sie wenig später abzunehmen und herzhaft zu husten. „Mir wird schwindelig“, sagt Rutter. „Laut einem Gutachten können Sie sehr wohl Maske tragen“, entgegnet die Richterin. „Ich kenne meinen Körper besser“, widerspricht Rutter. Die Richterin öffnet für ihn ein Fenster.

Bill Gates

Rutter wittert außerdem eine Verschwörung: „Welche Firma?“, will er von einer Journalistin wissen, die fotografiert. „Soros?“ Er dürfte damit George Soros meinen, eines der größten Feindbilder der Corona-Demonstranten. „Bill Gates“ bekommt er als Antwort. Doch eigentlich ist Rutter hier, weil er bei einer Personenkontrolle bei einer Corona-Demo Widerstand geleistet haben soll. „Die Polizisten sind mit ziemlicher Vehemenz und Gewalt aufgetreten. Man wollte mich aus dem Spiel nehmen“, erklärt Rutter. Er habe befürchtet, tätlich attackiert zu werden. „Um mir eine Abreibung zu verpassen.“

Der Polizist schildert: „Ich sollte die Identität des Angeklagten feststellen. Ich habe gesagt: ‚Halt! Polizei!‘ und mit einer Hand nach ihm gegriffen.“ Doch Rutter habe sich losgerissen und abgestoßen. Auf den Videos ist nicht erkennbar, dass Rutter Gewalt angewendet hätte. Daher: Freispruch; nicht rechtskräftig.

M. Reibenwein, P. wammerl

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