Workers spread asphalt which reduces car emissions at Neckartor in Stuttgart

Das Land Niederösterreich investiert 2020 rund 125 Millionen Euro in den Straßenbau

© REUTERS / RALPH ORLOWSKI

Chronik Niederösterreich
01/10/2020

Niederösterreich investiert heuer 125 Millionen Euro in Straßenbau

Vor allem Sicherheitsmaßnahmen stehen für Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko ganz oben auf der Prioritätenliste.

von Kevin Kada

Erstmals gab es in Niederösterreich in den vergangenen drei Jahren weniger als 100 Verkehrstote. 2019 waren es 98. "Für uns ist aber klar: Jeder Tote ist einer zu viel. Deshalb hat die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer für uns den allerhöchsten Stellenwert, wenn es um den Bau neuer beziehungsweise die Erhaltung bestehender Straßen im Land geht", erläutert NÖ-Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko.

Bahnübergang wird entschärft

Aus diesem Grund hat das diesjährige Straßenbauprogramm der NÖ Landesregierung auch die Entschärfung von Gefahrenstellen als großen Hauptpunkt. Insgesamt werden 125 Millionen Euro investiert.

Eine dieser Gefahrenstellen liegt in der Ochsenburger Straße in St. Pölten. Erst diese Woche wurde dort wieder ein Pkw von einem Zug erfasst. Der Fahrer wurde dabei schwer verletzt.

Der Bahnübergang in der Landeshaupstadt gilt als neuralgischer Punkt und soll entschärft werden. Die Arbeiten dafür starten noch heuer.

Ebenfalls entschärft werden soll die Gefahrenstelle am Gneixendorfer Berg entlang der Bundesstraße B37, wo sich erst vor Weihnachten wieder ein tragischer Zwischenfall ereignete. Ein Beamter des Landeskriminalamtes verstarb bei einem Unfall. 

Für das gefährliche Teilstück kündigt Schleritzko an, eine zusätzliche Beton-Mitteltrennung auf einer Länge von 1,5 Kilometern errichten lassen zu wollen: "Das Projekt wird kommende Woche eingereicht und soll bis 2021 umgesetzt werden."

Als Sofortmaßnahme kündigt der Landesrat an, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung beantragt werde. Außerdem sollen bessere Bodenmarkierungen sowie eine bessere Beschilderung die Sicherheit erhöhen.

Die aktuell größte Straßenbaustelle des Landes soll 2020 abgeschlossen werden. Mit der Fertigstellung der Umfahrung Wieselburg in diesem Jahr werde auch der Schlussstrich unter eine 40 Jahre lange Entstehungsgeschichte gezogen, wie Schleritzko betont: "Mit der Fertigstellung im Herbst, werden nicht nur die Bürger von derzeit rund 2.000 Lkw und 14.000 Pkw pro Tag um bis zu 50 Prozent entlastet. Es wird auch das Erlauftal wirtschaftlich noch besser an das hochrangige Straßennetz angebunden."

Weitere Investitionen

Für 2020 gibt es aber noch weitere geplante Maßnahmen. So soll etwa die "Rote Schale" im Bezirk Wiener Neustadt ausgebaut werden. Damit steigt die Hochwassersicherheit des Straßenabschnitts auf der Bundesstraße B21 bei Pernitz.

Dieser Bereich war in der Vergangenheit immer wieder von kleineren Hochwässern betroffen. Sicherheit steht auch in Sachen Brückenbau ganz oben. So steht dieses Jahr auch die Instandsetzung der Donaubrücke Melk entlang der B3a oder auch die Instandsetzung des Talübergangs Franzen an der B38, Böhmerwald Straße im Bezirk Zwettl auf dem Programm. 

Über das Landesstraßennetz hinaus wird außerdem in Abstimmung mit der Asfinag auf den Schnellstraßen und Autobahnen gebaut. Das Volumen beträgt 200 Millionen Euro. Als große Bauprojekt steht dabei die Verlängerung der Schnellstraße S3 im Bezirk Hollabrunn vor iher Fertigstellung. Im Sommer wird der erste Teil der Strecke für den Verkehr freigegeben. Im Herbst folgt dann die Freigabe für die komplette Strecke bis zur Spange Guntersdorf.

Fortgeführt wird auch der Ausbau der A4 Ostautobahn zwischen Fischamend und Bruck/Leitha.

Fraglich ist, wie es mit dem Aus- bzw. Umbau der Donauuferautobahn A22 im Bezirk Korneuburg bei Stockerau weitergehen wird. Hier lässt das UVP-Feststellungsverfahren weiterhin auf sich warten. Bis dato gibt es keine neuen Infos, wie eine Asfinag-Sprecherin erklärt.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare