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Chronik Niederösterreich
06/27/2022

Jedes Schulkind Niederösterreichs bekommt 100 Euro Unterstützung

Damit will man die Auswirkungen der Teuerungen zum Schulstart abfedern. Die Unterstüzung ist ab Mitte August online zu beantragen.

von Wolfgang Atzenhofer, Teresa Sturm

Gerade erst wurde von der österreichischen Bundesregierung ein großes Anti-Teuerungs-Paket beschlossen. In diese Richtung wurde nun auch in Niederösterreich eine Maßnahme präsentiert. Um die Eltern zu entlasten, sollen jedem Schulkind und jedem Lehrling im Spätsommer 100 Euro überwiesen werden. Das gaben Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Landesrätin Teschl-Hofmeister (ÖVP) bei einem Medientermin bekannt.

Ordentlichen Wohnsitz

20 Millionen Euro hat das Land NÖ für das blaugelbe Schulstartgeld reserviert. Maximal 200.000 Kinder und Jugendliche seien anspruchsberechtigt, so Teschl-Hofmeister. Voraussetzungen seien, dass die Schüler und Lehrlinge einen ordentlichen Wohnsitz in Niederösterreich haben. Ein Elternteil, der für die Familienbeihilfe bezugsberechtigt ist, muss außerdem einen Hauptwohnsitz in NÖ haben. Die Unterstützung sei eine Holschuld und müsse über ein Onlineformular, dass ab Mitte August auf der Homepage des Landes NÖ verfügbar sein werde, beantragt werden, erklärte Teschl-Hofmeister zum Ablauf.

Zusätzlich zum Anti-Teuerungspaket des Bundes in Höhe von 28 Milliarden Euro hat NÖ bereits angekündigt, dass im Bundesland ab September weitere Maßnahmen gesetzt werden, um den nö. Familien zusätzlich unter die Arme zu greifen. „Und mit dieser ersten Initiative greifen wir bereits jetzt vor“, erklärte LH Mikl-Leitner dazu. Mit dem Hinweis auf die Pandemie, den Krieg in der Ukraine und die Teuerungswelle sei es entscheidend, gerade die Familien zu unterstützen, sagte sie.

Lob und Kritik

Irene Bamberger, die Geschäftsführerin des NÖ Familienbunds, berichtete über die deutliche Zunahme der Belastungen für Familien gerade zum Schulstart. Die rasche Hilfe durch das Schulstartgeld sei da eine sehr willkommene Aktion, bedankte sie sich. Kritik hagelte es von der politischen Opposition. Angesichts des Ausmaßes der Belastung nannte SPÖ-Landesgeschäftsführer Wolfgang Kocevar das nö. Schulstartgeld als "zynisch, abgehofen und weltfremd". Niederösterreichs FPÖ-Chef Udo Landbauer nannte die ÖVP in NÖ "völlig planlos im Kampf gegen die Teuerung" und forderte eine breite Entlastung.

Die VPNÖ reagierte, indem sie die burgenländische SPÖ-Bildungslandesrätin Daniela Winkler zum dort beschlossenen, nicht so hohen Schulstartgeld, zitierte: "Wir sind ein Bildungsland und bieten gute Voraussetzungen für eine erfolgreich schulische Ausbildung. Mit dem Schulstartgeld garantieren wir einen erfolgreichen Start in die Zukunft."

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