Heimskandal in NÖ holt nach Jahren die Politik ein

Die Missstände wurden noch mehr in Zweifel gezogen, als die betreuten Kinder und Jugendlichen gegen die Schließung protestierten. Sie wurden ausquartiert
Fehlte die rechtliche Grundlage für Schließung von drei Kinderheimen? Wichtige Aktenteile scheinen spurlos verschwunden

Alle Heimkinder haben ihre Bleibe und 80 Betreuer ihren Job verloren. Die Betreiber von drei nö. Kinder- und Jugendheimen der Therapeutischen Gemeinschaft (TG) sind finanziell ruiniert.

Drei Jahre nachdem der heutige SPÖ-Chef und Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl als damals zuständiger Landesrat die Zwangsschließung der Heime veranlasst hat, holt die Sache den Politiker, die eingesetzte Sonderkommission, sowie die Fachabteilung der Kinder- und Jugendhilfe wieder ein. Denn es gibt begründete Zweifel daran, dass tatsächlich eine rechtliche Grundlage für die Schließung der Häuser per Mandatsbescheid vorlag. Drei Jahre lang haben die Betroffenen mit Unterstützern und Anwälten den Sachverhalt durchleuchtet.

Schließung wegen "Gefahr im Verzug"

Beim Studium des umfangreichen Aktes haben sich hinterfragenswürdige Details ergeben. Schnabl hat als politisch Verantwortlicher immer betont, die Zwangsschließung der drei Heime in Jaidhof (Bezirk Krems), Ebenfurth (Bezirk Wiener Neustadt) und Sitzendorf an der Schmida (Bezirk Hollabrunn) wegen „Gefahr im Verzug“ angeordnet zu haben. Diese Entscheidung fußte nach Angaben der gegründeten Sonderkommission auf Hinweise von „physischer und psychischer Gewalt“.

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