Greenpeace: Asbestbelastung in 3 Orten in Niederösterreich

An den betroffenen Orten, an denen asbesthaltiges Material gefunden wurde, wurden umgehend Maßnahmen wie Sperrungen und eine fachgerechte Entsorgung eingeleitet.
Eine Person mit blauen Handschuhen und Schutzbrille untersucht trockene Blätter an einem Baum im herbstlichen Wald.

Zusammenfassung

  • Greenpeace stellte Asbestbelastung in Kirchschlag, Krumbach und Wiener Neustadt fest, vermutlich durch Material aus einem gesperrten Steinbruch im Burgenland.
  • Betroffene Orte und Unternehmen haben Sofortmaßnahmen wie Sperrungen, Materialaustausch und fachgerechte Entsorgung eingeleitet.
  • Das Land Niederösterreich hat Nasskehrung, Entsorgung und erweiterte Luftmessungen veranlasst und prüft weitere Maßnahmen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht in drei Orten in Niederösterreich eine Asbestbelastung. Betroffen sind Analysen von Material- und Staubabdruckproben aus Kirchschlag in der Buckligen Welt, Krumbach (beide Bezirk Wiener Neustadt) und Wiener Neustadt. Das belastete Material dürfte aus dem mittlerweile gesperrten Steinbruch im burgenländischen Pilgersdorf (Bezirk Oberpullendorf) stammen. Das Land veranlasste indes bereits die Nasskehrung und fachgerechte Entsorgung.

In Krumbach und Kirchschlag hat Greenpeace eigenen Angaben zufolge bei einem Straßenbankett, bei Parkplätzen und bei einer Freizeitanlage sowohl Material- als auch Staubabdruckproben gezogen und von einem Labor auswerten lassen. "Alle vier Materialproben enthalten zwischen fünf und 20 Prozent Asbest. Zwei der vier Staubproben weisen mit bis zu 170 Fasern pro Quadratzentimeter eine deutliche Belastung auf, was eindeutig zeigt, dass sich hier eine beträchtliche Menge an Asbestfasern in der Luft befunden hat", wurde festgehalten. In Wiener Neustadt sei asbesthaltiges Material in der Nähe einer E-Auto-Ladestation sowie eines Restaurants mit Spielplatz dokumentiert worden.

Boccia-Bahn gesperrt

Als "besonders alarmierend" wurde von Greenpeace der Fall der Boccia-Bahn in der Freizeitanlage von Kirchschlag angesehen. Das dortige sandige bzw. kiesartige Füllmaterial habe eine Asbestbelastung von bis zu 20 Prozent aufgewiesen. Kirchschlags Bürgermeister Karl Kager (ÖVP) teilte auf APA-Anfrage mit, dass die Boccia-Bahn "sofort nach dem Gespräch mit Greenpeace für die Benützung gesperrt" wurde. "Die Gesundheit der Bevölkerung steht an erster Stelle und daher hat die Stadtgemeinde sofort gehandelt. Das aufgebrachte Material an den beanstandeten Stellen wurde sofort ausgetauscht und wird fachgerecht entsorgt", hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. "Sofern erforderlich, werden weitere entsprechende Untersuchungen durch fachkundige Stellen veranlasst", kündigte Kager an.

Unternehmen muss verunreinigten Schotter entsorgen lassen

Auch das Gelände eines Unternehmens im Industrieviertel ist laut Greenpeace-Analyse von Asbestbelastung betroffen. Die Firma habe sofort Sanierungsmaßnahmen gesetzt und müsse große Mengen verunreinigten Schotter auf eigene Kosten entsorgen. Bereits Anfang März waren im Gebiet der Straßenmeisterei Aspang Markt (Bezirk Neunkirchen) in aus dem Burgenland nach Niederösterreich geliefertem Streusplitt Asbestfasern gefunden worden. Das betroffene Material wurde eingekehrt und fachgerecht entsorgt. Asbestfunde meldete Greenpeace zuvor auch im Burgenland und in der Steiermark.

"Die langjährigen Missstände im Burgenland haben dazu geführt, dass nun auch zahlreiche Menschen in Niederösterreich von einer Asbestbelastung betroffen sind", konstatierte Stefan Stadler, wissenschaftlicher Experte bei Greenpeace Österreich. Niederösterreichs Landesregierung wurde geraten, die Situation "so rasch wie möglich" umfassend zu prüfen und "an betroffenen Orten Sofortmaßnahmen nach dem von Greenpeace erstellten Asbest-Aktionsplan einzuleiten".

Land: "Hinweise werden ernst genommen"

"Die Hinweise werden ernst genommen, wir brauchen Klarheit und Sicherheit. Deshalb hat der NÖ Straßendienst bereits umgehend die Nasskehrung und fachgerechte Entsorgung von mutmaßlich kontaminiertem Gesteinsmaterial veranlasst", hieß es seitens des Landes Niederösterreich auf APA-Anfrage. "Die Expertengruppe des Landes erweitert auch die bereits laufenden Luftmessungen. In das Messprogramm eingebunden sind interne und externe Fachleute, die zuständigen Behörden sowie unter anderem auch der NÖ Umweltanwalt."

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