Sollte Geld für "Testmuffel" bezahlt werden, könnten Helfer abspringen

© Katharina Zach

Chronik Niederösterreich
12/17/2020

Geld für Testmuffel? Dann wollen Freiwillige streiken

Aufschrei bei Gemeinden und Privaten. Laute Warnung aus der niederösterreichischen Landespolitik.

von Wolfgang Atzenhofer, Markus Foschum

„Hunderte Gemeinden und Private haben gesagt, dass sie nicht mehr dabei sind, wenn an Gesundheitsverweigerer Geld bezahlt wird“, sagte Alfred Riedl, Präsident des Gemeindebundes, am Mittwoch am Rande einer Pressekonferenz in St. Pölten. Ausgangspunkt sind die in Aussicht gestellten Anreize für „Testmuffel“. In Anlehnung an den Wiener „Schnitzel-50er“ könnte demnach ein ähnlicher Bonus bei der zweiten Testserie Anfang 2021 zur Anwendung kommen, um deutlich mehr Menschen als bei der ersten Aktion zur Teilnahme am Corona-Test zu bewegen.

Riedl fand zu derartigen Überlegungen deutliche Worte. Ausbezahlte Bargeldbeträge wären demnach ein „Anschlag auf die Eigenverantwortung und die Zivilgesellschaft“. Gleichzeitig richtete er „ein großes Danke an alle Organisationen, an die Bediensteten in den Gemeinden und an alle Freiwilligen“, die Stimmung sei „großartig“, betonte er. Und appellierte: „Wenn wir einen dritten Lockdown verhindern wollen, werden wir testen müssen.“ Riedl bat deshalb die Mobilisierung zusätzlicher Testwilliger "anders zu gestalten, aber keinesfalls mit Geldbeträgen".

Ins gleiche Horn stieß Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP): „Was uns sauer aufstößt ist, dass auf Bundesebene Gedanken gewälzt werden, irgendwelche Zahlungen für Teilnahmen an Tests zu leisten. Ich bin nicht dafür, dass man Hausverstand und Eigenverantwortung durch Bargeld ersetzt“, sagte Pernkopf. Auch SPÖ-Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig stellte sich klar hinter diese Meinung. Infektionsketten müssten unterbrochen werden.

Im Büro von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ist man um Beruhigung bemüht. „Wir befinden uns in der Evaluierung über die Erfordernis und Sinnhaftigkeit von Anreizen“, heißt es. Man suche die gute Zusammenarbeit mit den Ländern.

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