Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Wespen-Plage: Diesen Fehler sollten Sie jetzt vermeiden

Pro Jahr sterben sieben Menschen in Österreich an Insektenstichen. Allein im Burgenland gab es im Juli 83 Rettungseinsätze - rund 46 Prozent mehr als im Vorjahr. Wann sofort 144 gewählt werden soll.
Nahaufnahme einer Wespe an einem grauen Wespennest mit unscharfem Hintergrund.

Von Gernot Heigl

Stiche von Wespen und anderen Insekten beschäftigen die Rettungsdienste im Burgenland heuer deutlich häufiger. Allein im Juli mussten Ärzte und Sanitäter laut Landessicherheitszentrale (LSZ) 83-mal wegen Insektenstichen ausrücken. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 57 Einsätze – damit stieg die Zahl innerhalb eines Jahres um rund 46 Prozent.

Nicht immer enden Insektenangriffe glimpflich mit einem leichten Brennen. Besondere Gefahr droht nämlich bei allergischen Reaktionen. Da kann schon ein einziger Stich fatale Folgen haben.

Ein Paar sitzt auf einer Decke im Park; die Frau hält sich erschrocken den Hals, während der Mann sie besorgt ansieht.

2025 starben sieben Menschen nach Kontakt mit Hornissen, Wespen oder Bienen. Im Burgenland gab es binnen zehn Jahren einen Todesfall.

„Innerhalb weniger Minuten können Symptome auftreten, die von Hautausschlägen und starken Schwellungen bis hin zu Atemnot, Schluckbeschwerden oder Kreislaufbeschwerden reichen“, fasst Manuel Komosny vom burgenländischen Roten Kreuz zusammen. „Im schlimmsten Fall kann es zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen. Auch Menschen ohne bisher bekannte Insektengiftallergie können von einer schweren Reaktion betroffen sein.“

„Im Ernstfall und generell bei Stichen im Mundraum und am Hals sofort Notruf 144 wählen“, so Manuel Komosny. Denn rasche Hilfe kann Leben retten. Wie bei zwei Insektenstich-Einsätzen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASBÖ). Am 11. Juli hatte eine Patientin im Bezirk Neusiedl am See nach Schwellungen im Mund- und Gesichtsbereich Probleme beim Atmen. Notfallsanitäterin Denise Meyer setzte sofort einen EpiPen (Allergie-Notfallspritze) ein. In stabilisiertem Zustand wurde die Frau dann ins Spital gebracht.

Zwei Sanitäter stehen vor einem Rettungswagen des Samariterbunds mit Blaulicht.

ASBÖ-Notfallsanitäterin Denise Meyer setzte bei einer unter Atemnot leidenden Patientin im Bezirk Neusiedl am See einen EpiPen ein.

Noch dramatischer war die Situation kurz darauf bei einem Einsatz im Bezirk Oberpullendorf, wo ein Pensionist nach einer Insektenattacke einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten hatte. Durch die Reanimation von First Respondern und die Hilfe von Sanitätern und Notarzt konnte der Mann wiederbelebt und per Hubschrauber ins Krankenhaus Eisenstadt geflogen werden. „Die Rettungskette hat perfekt funktioniert. Dem Patienten geht es wieder gut“, freut sich ASBÖ-Sprecher David Jagoschütz.

Bei normalen, also milden Verläufen nach Insektenstichen steht für Ratschläge und Verhaltenstipps sowie allgemeine medizinische Beratungen bei Schmerzen oder Unwohlsein die Gesundheitsberatung unter der Rufnummer 1450 jederzeit zur Verfügung.

Generelle Empfehlung der LSZ-Gesundheitsexperten:

  • Nicht kratzen. Den Einstichort sanft reinigen und den Stachel (falls vorhanden) vorsichtig entfernen.

  • Kühle Kompressen auflegen. Eiswürfel nur im Akutfall ganz kurz direkt auf die Einstichstelle legen; längerfristig Eis nie direkt auf die Haut legen, sondern zum Beispiel in ein Tuch einwickeln.

  • In Apotheken können Mittel zur Linderung von Schwellung, Schmerzen und Juckreiz geholt werden.

Die Reaktionen im Körper kommen bei Wespen- und Hornissenstichen durch injiziertes Gift, das Schmerzrezeptoren in der Haut reizt. Brennen oder ein stechender Schmerz sind oft schon Sekunden später spürbar. In den Stunden danach kommt es durch die Immunreaktion des Körpers häufig zu Juckreiz, Rötung und Schwellung.

Wespen und Hornissen sorgen immer wieder auch für Einsätze bei den burgenländischen Feuerwehren. Günter Prünner vom Landeskommando: „Fallweise sind Nester zum Beispiel in der Nähe von Kindergärten, Altersheimen oder Personen mit Allergien. Da besteht Gefahr in Verzug.“ Angriffe gegen Menschen erfolgen nämlich bereits bei Annäherung an eine Behausung. Daher empfehlen Fachleute, einen Mindestabstand von rund fünf Metern einzuhalten.

Wespe sitzt am Rand eines gläsernen Behälters vor unscharfem Hintergrund.

Ein Stich kann lebensgefährlich werden: Neue Zahlen zeigen die Folgen von Wespen-, Bienen- und Hornissenstichen in Österreich.

Dass bei steigenden Einsatzzahlen auch das Zusammenspiel der Einsatzorganisationen eine Rolle spielt, betont Markus Halwax, Dienststellenleiter der Landessicherheitszentrale Burgenland: „Gerade bei saisonal steigenden Einsatzzahlen zeigt sich, wie wichtig eine enge und verlässliche Zusammenarbeit mit unseren Einsatzorganisationen ist. Als Notrufleitstelle sind wir auf den raschen Informationsaustausch und das gute Zusammenspiel mit unseren Rettungsdiensten und Feuerwehren angewiesen, damit Hilfe schnell und gezielt dort ankommt, wo sie gebraucht wird.“

Völlig anders stellt sich derzeit die Situation beim Essen im Freien dar. Denn aktuell fliegen einem vor allem Wespen regelrecht um die Ohren. Empfohlen wird, sich ruhig zu verhalten und zu warten, bis die Tiere von alleine wegfliegen. Oftmals kommt es aber zu einer menschlichen Reaktion mit hektischen Fuchtelbewegungen, die bei Wespen zum Angriff führen können.

Was ist los im Burgenland?

Aktuelle Nachrichten aus dem Bundesland

Der GPS-Tracker eines gestohlenen E-Bikes führte Ermittler von Wien bis ins Burgenland: Drei Verdächtige wurden festgenommen.
Weiterlesen
Der Neusiedler See steht bei 115,02 Meter über Adria. Nur 15 Zentimeter fehlen zum Tiefststand – doch die große Aufregung bleibt bisher aus.
Weiterlesen
Grasschnitt und aufbereitete Abfälle aus Biotonnen werden künftig am Bauhof zu Methan und weiter zu Strom und Wärme verarbeitet. Im Oktober soll die Anlage in Betrieb gehen.
Weiterlesen
Österreich erlebt die trockenste Phase seit Messbeginn 1850. Besonders stark betroffen sind Niederösterreich, Oberösterreich, Wien und das Burgenland.
Weiterlesen
Bergsteiger war seit Samstag abgängig gewesen. Der Leichnam wurde im steilen, felsdurchsetzten Gelände westlich von Seewiesen entdeckt.
Weiterlesen

Kommentare