Wasser ist knapp: Gemeinde ruft zum Sparen auf, so reagieren die Bürger
In Litzelsdorf ist der Wasserverbrauch nach Sparmaßnahmen gesunken. Die Lage bleibt angespannt.
In Litzelsdorf ist der Wasserverbrauch nach Einführung von Sparmaßnahmen zuletzt deutlich gesunken. Wie aus Daten der Wassergenossenschaft hervorgeht, lag der Verbrauch am Mittwoch bei 162 Kubikmetern, nachdem an den Tagen davor noch Werte von 211 und 207 Kubikmetern gemessen worden waren.
Die Wassergenossenschaft sieht darin eine erste Wirkung der Maßnahmen. Obmann Peter Fassl bedankte sich bei den Mitgliedern für die Einhaltung der Vorgaben. Gleichzeitig betonte er, dass weiterhin sparsam mit Trinkwasser umgegangen werden müsse, um die Versorgung sicherzustellen.
Nach Angaben der Genossenschaft hatten sich die Wasserbehälter zuvor zunehmend geleert, beginnen sich nun aber wieder zu füllen. Die Lage bleibe dennoch angespannt.
Hilfe von der Feuerwehr und durch Ehrenamtliche
Unterstützung kam auch von der Feuerwehr, die im Ortsgebiet per Lautsprecherdurchsagen auf die Sparmaßnahmen und deren Bedeutung hingewiesen hat. Auch ehrenamtliche Helfer seien in die Sicherstellung der Versorgung eingebunden.
Hintergrund der Maßnahmen ist die anhaltende Trockenheit. Der Wasserverbrauch in Litzelsdorf wird mittlerweile verstärkt kontrolliert. Wer gegen die Vorgaben verstößt, muss demnach mit Konsequenzen rechnen, etwa bei der Befüllung von Pools. In Einzelfällen können Strafen von bis zu 500 Euro verhängt werden.
Die Wassergenossenschaft ruft daher weiterhin dazu auf, die Sparmaßnahmen einzuhalten. Über die weitere Entwicklung soll laufend informiert werden.
Auch über Litzelsdorf hinaus zeigt sich die angespannte Lage: Im Südburgenland ist der durchschnittliche Tagesverbrauch laut ORF Burgenland im Vergleich zum Vorjahr um 30 bis 35 Prozent gestiegen. Der Geschäftsführer des Wasserverbands Südliches Burgenland, Christian Portschy, sprach von einem „enormen Outdoorverbrauch“. „Es wird nach wie vor der Rasen gegossen und draußen sehr viel Wasser verbraucht“, so Portschy.
Pro Stunde Jahresverbrauch von drei bis vier Personen
Als drastisches Beispiel nannte er einen Haushalt im Südburgenland, in dem zehn Rasensprenger gleichzeitig laufen und dabei pro Stunde „3.000 bis 4.000 Liter“ Wasser verbrauchen – eine Menge, mit der „drei oder vier Leute ein Jahr lang trinken“ könnten. Auch die Befüllung von Swimmingpools trage wesentlich zum hohen Verbrauch bei: Insgesamt könnten sich laut Portschy rund 85 Millionen Liter Wasser in Pools befinden.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält das Thema durch Diskussionen über den Wasserverbrauch von Tourismusbetrieben. Marcel Pomper (Allegria und Therme Stegersbach) betont jedoch, dass die Becken nicht täglich neu befüllt würden. „Unser Wasser wird im Kreislaufsystem gereinigt und wieder in die Becken zurückgeführt. Lediglich die verlorenen gegangene Wassermenge wird laufend aufgefüllt, allerdings in einem Mischverhältnis mit Thermal- und Leitungswasser“, sagt Pomper. Keine befüllten Becken würden für den Wirtschaftsbetrieb bedeuten, dass Gäste ausbleiben und damit auch Einnahmen für die Gemeinde verloren gingen.
Maßnahmen in der Thermenregion
Nach Angaben Pompers habe der Betrieb bereits vor zwei Wochen reagiert. Die Bewässerung sämtlicher Spielflächen der Golfplätze sei eingestellt worden, gegossen würden nur noch Abschläge und Ziele. Zudem würden Gäste mit Hinweisen in den Zimmern zum sparsamen Umgang mit Wasser aufgerufen.
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