Wenn ein Dorf Geschichte schreibt
Ein Dorf, ein Platz, ein Wunder: Wie Leithaprodersdorf Geschichte schrieb.
Für einen kurzen Moment war Leithaprodersdorf im Bezirk Eisenstadt Umgebung am Sonntag größer als alles bisher Dagewesene in der 1.200 Einwohner zählenden Gemeinde. Die Menschen am Sportplatz jubelten, als der Landesligist die Admira, den Traditionsklub aus der Südstadt, mit 2:1 aus dem ÖFB-Cup warf. Es war einer jener Abende, die im Fußball selten geworden sind: keine Weltmeisterschaft oder Champions League, keine Millionenbudgets, keine Stars, sondern ein Platz, ein Dorf und elf Spieler, die plötzlich über sich hinauswuchsen.
Fast 50 Jahre hatte Leithaprodersdorf auf einen Auftritt im österreichischen Cup gewartet. Dann kam ein Gegner, dessen Spieler unter professionellen Bedingungen trainieren und dessen Möglichkeiten mit jenen eines Landesligisten kaum vergleichbar sind. Trotzdem führte Leithaprodersdorf zur Pause 2:0. Danach verteidigte die Mannschaft, kämpfte, lief und brachte den Vorsprung über die Zeit.
Mehr als nur Fußball
Ein Fußballverein in einer kleinen Gemeinde ist weit mehr als nur die Kampfmannschaft. Er ist Treffpunkt, Bühne, Nachwuchsschule und sozialer Kitt. Rund um jene elf Spieler, die an diesem Abend auf dem Platz standen, arbeiten Menschen. Sie mähen den Rasen, organisieren den Kantinenbetrieb, waschen Dressen, trainieren Kinder, verkaufen Eintrittskarten, suchen Sponsoren und sorgen dafür, dass der Ball überhaupt rollen kann. Wenn dann ein Zweitligist geschlagen wird, jubeln nicht nur die Spieler. Es jubelt die ganze Gemeinde über das Resultat, geboren aus freiwilliger Arbeit, Zusammenhalt und jahrzehntelanger Vereinskultur.
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Solche Erfolge sind deshalb mehr als nette Fußballmärchen. Sie geben einem Ort Selbstbewusstsein und zeigen, was möglich ist. Vielleicht scheidet Leithaprodersdorf schon in der nächsten Runde aus. Das wird jedenfalls nichts daran ändern, was an diesem Sonntag geschehen ist.
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