... und wieder ein Festl weniger am Land
Die Absage des Viertelfests in Pinkafeld wirft Fragen zu Rahmenbedingungen für ehrenamtliche Veranstaltungen auf.
Es gibt Absagen von Veranstaltungen, die tun so richtig weh. Jene des Marktfeldviertelfests in Pinkafeld ist so ein Fall. Weil es nicht um irgendein Fest geht, sondern um eine Veranstaltung, die seit 1992 fixer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens ist. Und weil dahinter keine Eventagentur steht, sondern ein Verein: Menschen, die in ihrer Freizeit etwas organisieren, dessen Reinerlös Projekten in der Region zugutekam.
Der Verein begründet die Absage mit fehlenden Bewilligungen, mangelnder Planungssicherheit und der Sorge vor zusätzlichen Auflagen (der KURIER berichtete). Natürlich geht es bei Veranstaltungen nicht ohne Regeln. Auflagen sind keine Schikane, wenn sie nachvollziehbar, verhältnismäßig und für alle gleich angewendet werden.
Regeln statt Chaos
In einem Leserbrief an den KURIER wird aber Folgendes deutlich: Ehrenamt braucht klare Regeln statt Behördenchaos.
Wenn eine Veranstaltung über viele Jahre nach einem bestimmten Verfahren abgewickelt wird und plötzlich unklar ist, ob Gemeinde oder Bezirkshauptmannschaft zuständig ist, entsteht Unsicherheit. Und Unsicherheit ist der Feind jeder Planung.
Solche Feste sind nicht bloß Unterhaltung. Sie finanzieren Vereine, bringen Menschen zusammen, stärken Ortsteile und schaffen Identität. Gerade im ländlichen Raum sind sie ein wichtiges Stück sozialer Infrastruktur. Wer ein reges Dorfleben will, muss Bedingungen schaffen, unter denen Vereinsfeste möglich bleiben. Das gilt für Gemeinden, Land und Behörden.
Es reicht nicht, nach einer Absage betroffen zu sein und später in Sonntagsreden den Wert des Ehrenamts zu loben. Wer dieses für die Gesellschaft so wertvolle Engagement ernst nimmt, muss es unterstützen. Die Absage in Pinkafeld ist ein Warnsignal. Wenn engagierte Menschen sagen, dass ihnen Aufwand, Risiko und Unklarheit zu groß werden, verliert nicht nur der Verein.
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