Ressourcen-Frage: Wasser für Server, Felder oder beides?
2027 soll das Google-Rechenzentrum in Kronstorf eröffnet werden.
Noch ist nicht bekannt, ob auf der Parndorfer Platte ein Rechenzentrum gebaut wird. Ebenso offen sind Größe, Betreiber und Kühltechnik. Gerade deshalb ist die Frage nach dem Wasser keine Panikmache, sondern zwingend.
Die Parndorfer Platte liegt nicht an einem großen Fluss. Sie gehört zu einer Region, in der Trockenheit längst kein Ausnahmezustand mehr ist. Landwirte kennen das Problem: Bewässerung ist nicht überall erlaubt, Grundwasser liegt teils tief, Entnahmen sind teuer und streng geregelt. Wer Wasser für seine Felder braucht, muss beantragen, nachweisen und im Zweifel verzichten. Vor diesem Hintergrund wäre es kaum vermittelbar, wenn ein Rechenzentrum große Mengen Wasser beziehen dürfte, während Bauern um jeden Kubikmeter kämpfen. Digitalisierung benötigt Ressourcen. Landwirtschaft auch. Und anders als Server produziert sie Lebensmittel.
Transparenz über alles
Das heißt nicht, dass ein Rechenzentrum automatisch ein falsches Projekt wäre. Moderne Anlagen können mit geschlossenen Kreisläufen oder trockener Kühlung arbeiten und deutlich weniger Wasser verbrauchen als klassische Systeme. Ob eine solche Technik vorgesehen ist, weiß die Öffentlichkeit nicht. Solange diese Information fehlt, entsteht der Eindruck, dass zuerst eine Fläche gesucht und erst danach geprüft wird, ob sie geeignet ist. Der richtige Weg wäre umgekehrt: Zuerst muss geklärt werden, welche Wassermengen die Region in trockenen Jahren verkraftet. Danach kann entschieden werden, welche Kühltechnik zulässig ist. Nicht der Investor darf den Bedarf definieren und anschließend nach einer Quelle suchen.
Das Land müsste klare Bedingungen festlegen: kein dauerhafter Verbrauch von Trinkwasser für die Kühlung, keine Gefährdung bestehender Brunnen, kein Nachteil für Landwirtschaft und Bevölkerung und volle Transparenz über Entnahmemengen und Technik.
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