Kontrollen seit fünf Jahren. Von links: Franz Hallegger, Walter Riepler (beide Asfinag), Andreas Stipsits, Leiter der Landesverkehrsabteilung, und Asfinag-Geschäftsführer Christian Ebner

© Stefan Jedlicka

Chronik Burgenland
07/21/2020

Kontrollen wirken: Weniger Schrott-Lkw auf Burgenlands Straßen

Seit 5 Jahren sind Polizei und Asfinag mit dem Prüfzug unterwegs, um desolate Schwerfahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen.

von Stefan Jedlicka

Der Kampf gegen „rollende Bomben“ auf den Straßen des Burgenlandes ist nicht billig – aber er bringt Erfolge. Neben dem erheblichen Personaleinsatz bei Polizei und Asfinag sind es vor allem die bei den regelmäßigen Lkw-Kontrollen zum Einsatz kommenden Prüfzüge, die richtig ins Geld gehen. Drei dieser Kontrollfahrzeuge, die Mängel an Schwerfahrzeugen aufdecken, sind österreichweit unterwegs, der modernste von ihnen ausschließlich im Burgenland. Kosten: rund 500.000 Euro.

Doch nach fünf Jahren kann Andreas Stipsits, Leiter der Landesverkehrsabteilung Burgenland, eine durchaus positive Zwischenbilanz der Aktion ziehen: „Unser klares Ziel ist es, Schwerfahrzeuge in schlechtem Zustand, die eine Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer darstellen könnten, aus dem Verkehr zu ziehen. Das kann Menschenleben retten“, sagt er. Und die Zahl der desolaten Fahrzeuge sinke tatsächlich kontinuierlich. „Unlängst war sogar ein Frachtunternehmer bei uns und hat sich erkundigt, wie er seinen Fuhrpark am besten in Ordnung bringen kann, damit es keine Beanstandungen gibt“, erzählt Stipsits.

6.000 Anzeigen 2019

Im vergangenen Jahr wurden an insgesamt 165 Kontrolltagen im Burgenland rund 6.000 Anzeigen wegen mangelhafter Lkw ausgestellt, in knapp mehr als 1.000 Fällen musste wegen „Gefahr in Verzug“ das Kennzeichen abgenommen und die Weiterfahrt untersagt werden. Seitens der Polizei habe man mittlerweile Beamte eigens für diese Einsätze geschult, berichtet der Leiter der Verkehrsabteilung. Sie unterziehen angehaltene Lkw einer ersten Kontrolle, überprüfen die Ladung und ihre ordnungsgemäße Sicherung, Abmessungen und Bereifung, aber auch Papiere der Lenker und Unterlagen über Lenk- und Ruhezeiten.

Nur wenn dabei der Verdacht auf Mängel am Fahrzeug auftauche, komme der 13 Meter lange, 2,5 Meter breite und fast vier Meter hohe Prüfzug zum Einsatz, mit dem Asfinag-Spezialisten Bremsen, Lenkung, Radaufhängung, Rahmen, Achsen und Beleuchtung genauer unter die Lupe nehmen. Etwaige Beanstandungen werden in einem Gutachten festgehalten. Sie sind in drei Kategorien eingeteilt, wie Abteilungsleiter Walter Riepler erklärt: Bei leichten Mängeln wird kein Bußgeld fällig. Bei schweren kommt es zur Anzeige, eine Weiterfahrt ist aber grundsätzlich möglich. Bei „Gefahr in Verzug“ werden allerdings die Kennzeichen abgenommen, der Lkw muss zur Reparatur abgeschleppt werden.

Ziel sei die Verkehrssicherheit, betont Asfinag-Geschäftsführer Christian Ebner. „Vor allem Unfälle mit Lkw haben meistens verheerende Folgen. In den vergangenen Jahren ist es gemeinsam mit der Polizei gelungen, tausende völlig desolate Fahrzeuge sofort aus dem Verkehr zu ziehen.“ An eine Ausweitung der Kontrollen werde daher bereits gedacht.

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