Kälteeinbruch lässt Winzer kalt

Etwa 3300 Betriebe bewirtschaften 13.000 Hektar Rebflächen im Burgenland © Bild: georg gesellmann

Temperaturen lassen Reben nicht austreiben und könnten Spätfrost entgegenwirken.

Immer wieder mussten die burgenländischen Winzer im Vorjahr um ihre Trauben bangen: Nur ein Jahr nach einem Ernteausfall drohten durch den Spätfrost im April erneut Verluste. Und auch Unwetter im Sommer bereiteten so manchem Weinbauern schlaflose Nächte. Doch all die Sorgen dürften umsonst gewesen sein. "Wir haben vom Jahrgang 2017 nur das Beste zu berichten", sagt Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld. Beim Weinbautag 2018, der in Eisenstadt über die Bühne ging, zog der Weinbauverband Bilanz.

Qualität passt

So lag die geerntete Gesamtmenge mit 730.000 Hektolitern im Vorjahr etwa doppelt so hoch wie die Ernte 2016. "Man muss sagen, dass 2016 wegen des Frostes und der Unwetter ein Ausreißerjahr war", berichtet Liegenfeld. Aber auch mit der Qualität sei man sehr zufrieden.

Dass jetzt eisige Temperaturen in den Weingärten herrschen, freut die Winzer und gibt Anlass zur Hoffnung, heuer einem möglichen Spätfrost zu entgehen. Die derzeitige Kälte verzögert einen frühen Austrieb der Reben. Die empfindlichen Pflanzen wären so eher vor den potenziellen Minusgraden zu Frühlingsbeginn gefeit. "Wir können nur hoffen, dass der Spätfrost den jungen Trieben nicht schadet", sagt Liegenfeld. Denn mit technischen Hilfsmittel gegen den Frost anzukämpfen rentiere sich nicht. Die Kosten für Gas-Booster, Glycerin-Kerzen und Frostberegnung sein mit etwa 6000 bis 7000 Euro pro Hektar zu teuer.

Uhudler

Die Querelen um ein drohendes Uhudler-Verbot haben die Nachfrage nach dem Direktträgerwein in den vergangenen Jahren befeuert. "Wir verkaufen unseren Uhudler in ganz Österreich und auch über die Grenzen hinaus", erklärt Harald Kaiser, Obmann des Uhudlervereins. Seit der Aufhebung des Auspflanzverbotes wurden 20 Hektar zusätzliche Rebflächen mit Direktträgertrauben angemeldet. Die meisten Flächen seien im Südburgenland, doch theoretisch könnten die Direktträgerreben in ganz Österreich angepflanzt werden. "Wir haben nur die Wort-Bild-Marke Uhudler geschützt", betont Kaiser. Der Name selbst sei nicht geschützt. Rund vier Jahre dauert es bis die Uhudlerreben auch tragfähig sind. "Wir werden dann sehen, wie viele Flächen dazu gekommen sind", sagt Kaiser. Im Moment hat sich die Anbaufläche auf 75 Hektar erhöht. "Wir haben auch schon einige neue Mitglieder im Verein", freut sich Kaiser. Nichtsdestotrotz ist die Anbaufläche des Uhudlers ein verschwindend geringer Anteil bei einer gesamten Rebfläche von rund 13.000 Hektar im ganzen Burgenland. Die Nachfrage nach dem sagenumwobenen Direktträgerwein ist aber ungebrochen hoch.

( kurier.at ) Erstellt am 26.02.2018