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Chronik Burgenland
03/19/2020

Grenze zu Ungarn: Reisende warten auf Öffnung des Übergangs

Die wartenden Serben dürfen aber nicht einreisen. In der Nacht können nur Bulgaren, Rumänen und Ukrainer die Grenze passieren.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Nach den kilometerlangen Staus auf der Ostautobahn A4 vor dem Grenzübergang Nickelsdorf in den vergangenen Tagen scheint sich die Situation am Donnerstag beruhigt zu haben.

Wie berichtet, hatte die Ankündigung Ungarns, seine Grenzen zu schließen, innerhalb weniger Tage einen bis zu 98 Kilometer langer Stau mit Protestaktionen der Reisenden zur Folge.

„Der Verkehr fließt, die Lage ist derzeit friedlich“, sagte nun Donnerstagmittag ein Sprecher der Landespolizeidirektion Burgenland zum KURIER.

Umleitung nach Potzneusiedl

Rumänische, bulgarische und serbische Staatsangehörige wurden von der Polizei bei Bruck an der Leitha auf die A6 umgeleitet. Dort können die Reisenden auf einem großen Parkplatz bei Potzneusiedl (Bezirk Neusiedl am See) warten, bis Ungarn um 21 Uhr den Korridor öffnet. 

Etwa 500 Autos mit Reisenden befanden sich laut Einschätzung der Polizei auf dem Parkplatz.

Keine Einreise für serbische Staatsbürger

Wie am Donnerstag gegen 17 Uhr bekannt wurde, ist für serbische Staatsbürger der Grenzübertritt jedoch nicht möglich. Serbien habe angekündigt, seine Grenzen generell zu schließen, sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bei einer Pressekonferenz.

"Die serbischen Reisenden wurden bei Potzneusiedl darüber bereits informiert. Ihnen wurde geraten, sich an die serbische Botschaft zu wenden, sagt ein Sprecher der Landespolizeidirektion Burgenland.

 

"Staubildung gefährdet Menschenleben"

Alle serbischen Bürgerinnen und Bürger seien aufgefordert, nicht zu versuchen, die Grenze Richtung Ungarn bzw. Richtung Serbien zu überschreiten, so Nehammer.

Sie fänden derzeit keinen Einlass nach Serbien. „Bitte versuchen Sie nicht, die Grenzen zu überschreiten. Es hat keinen Sinn und Staubildung gefährdet Menschenleben.“

Autofahrer, die nicht nach Ungarn einreisen dürfen, werden vorzeitig von der Autobahn abgeleitet.

Stau beim Grenzübergang Pamhagen

Ungarn dürfen in ihr Heimatland ein- und ausreisen.

Allerdings dürften einige Ungarn von Nickelsdorf zum Grenzübergang Pamhagen (Bezirk Neusiedl am See) ausgewichen sein. Dort hatte sich rasch ein Stau gebildet.

"Die Wartezeiten im Personenverkehr betragen beim Grenzübergang Pamhagen aufgrund der Intensivkontrollen der ungarischen Grenzbeamten derzeit zwei Stunden", erklärte ein Sprecher der Landespolizeidirektion.

Zwei Grenzöffnungen für Schwerverkehr

Der Güterverkehr für Schwerfahrzeuge über 7,5 Tonnen wurde zudem an den Grenzübergängen Klingenbach und Deutschkreutz geöffnet.

Auf der B16 bei Klingenbach hat sich laut Exekutive am Nachmittag ein leichter Stau gebildet. Am Abend war die Lkw-Kolonne etwa drei Kilometer lang.

In Deutschkreutz betrug die Wartezeit für Lkw laut Polizei gegen Abend rund zwei Stunden.

Rotes Kreuz versorgt Reisende

Indes warten bei der Raststation Potzneusiedl tagsüber etliche Staatsbürger aus Rumänien, der Ukraine und Bulgarien, bis sie kurz vor 21 Uhr von der Polizei für die Weiterfahrt nach Ungarn eingewiesen werden.

Die serbischen Staatsbürger warteten indes vergeblich für den Transit in ihr Heimatland, das die Grenzen dicht gemacht hat.

Mitarbeiter der Verpflegungseinheit des Roten Kreuzes Wien und der Bezirksstelle Neusiedl am See verpflegen die wartenden Reisenden, schildert Burgenlands Rot-Kreuz-Sprecher Tobias Mindler.

Die Einsatzkräfte aus dem Bezirk Neusiedl am See sind mit elf Personen und fünf Fahrzeugen vor Ort. Es werden 350 Kalt- und 350 Warm-Gerichte sowie 2.500 Flaschen Getränke verteilt.

Die Stimmung sei generell entspannt, ist auch von der Polizei zu vernehmen.

„Heute ist es deutlich ruhiger als in den vergangenen Tagen“, sagt Mindler.

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