Wie der Feuerwehrnachwuchs am Wochenende begeistert hat
Steinbrunn 1 holte sich Platz 3 in Bronze und Platz 1 in Silber. Damit wurde man Tagesgesamtsieger und erhielt den heiß begehrten Wanderpokal.
Von Gernot Heigl
Die Mädchen und Buben sind zwischen zehn und 16 Jahre alt. Sie tauschen Modekleidung gegen Uniformen, legen die Spielekonsolen beiseite und trainieren wochenlang, um als Team erfolgreich am Landesfeuerwehrjugendleistungsbewerb teilnehmen zu können. 1.400 Jugendliche aus dem Burgenland kämpften am vergangenen Wochenende in Stegersbach um jede Sekunde.
Bei dem Wettstreit müssen die neun Mitglieder einer Gruppe Schlauchleitungen kuppeln und verlegen, einen Wassergraben überspringen und einen Hindernisbalken überwinden. Zum Parcours gehören außerdem das Durchqueren eines Tunnels, das richtige Zuordnen von Geräten sowie das Anfertigen spezieller Feuerwehrknoten. Auch Geschicklichkeit beim Zielspritzen mit der Kübelspritze ist gefragt.
„Das ist schon aufregend“
Den Abschluss des Bewerbs bildet ein 400-Meter-Hindernisstaffellauf. „Dabei muss ein Strahlrohr von Läufer zu Läufer übergeben werden. Das Schwierigste ist das Überklettern einer Hinderniswand“, schildert Thomas (12) aus dem Südburgenland. „Im Bronzebewerb stehen unsere Positionen fest, beim Wettkampf um Silber werden sie erst kurz vor dem Start ausgelost. Das ist schon aufregend.“
235 Bewerbsgruppen stellten am Wochenende in Stegersbach ihr Können unter Beweis.
Bei brütender Hitze gaben die Jugendlichen vor vollen, teilweise mit Transparenten geschmückten Zuschauerrängen ihr Bestes. Angefeuert wurden sie von Eltern, Feuerwehrmitgliedern aus allen Bezirken sowie interessierten Zaungästen. Über Lautsprecherdurchsagen wurde laufend bekannt gegeben, welche Gruppen am Start standen und welche Zeiten erzielt worden waren.
Der Einsatz zahlte sich aus: Im Bronzebewerb setzte sich die Gruppe aus Weiden am See vor Winden am See und Steinbrunn durch. Den Silberbewerb gewann Steinbrunn vor Baumgarten/Schattendorf und Winden am See. In der Mädchenwertung Bronze holte Baumgarten/Schattendorf den Landessieg. Der Wanderpokal für die tagesbeste Gruppe, der aus den Ergebnissen des Bronze- und Silberbewerbs ermittelt wird, ging ebenfalls an Steinbrunn.
Vorbereitung für später
Lennox Krug (10) aus Donnerskirchen, der in seiner Gruppe für das Zielspritzen zuständig ist, erklärt mit leuchtenden Augen, warum er bei der Feuerwehrjugend ist: „Weil es voll cool ist und Spaß macht.“ Der Volksschüler, der seit drei Monaten mit großem Eifer dabei ist, will später „auch Einsätze fahren und die Atemschutzausbildung machen“.
Auf den Rängen feuerten Freunde und Familien die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eifrig an.
Neben 900 Buben sind auch 500 Mädchen bei der burgenländischen Feuerwehrjugend aktiv. „Eine Schulfreundin war schon bei der Feuerwehrjugend in Oberpullendorf und hat mich mitgenommen. Weil es mir gefallen hat und meine Eltern einverstanden waren, bin ich mit zehn Jahren ebenfalls beigetreten“, erinnert sich die mittlerweile 14-jährige Sophie Rauscher.
„Normalerweise treffen wir uns einmal pro Woche zur Ausbildung bei der Feuerwehr. Wenn wir für Bewerbe trainieren, sogar zweimal.“ Die Mittelburgenländerin, die in ihrer Gruppe dem Schlauchtrupp angehört, will künftig ebenfalls zu Einsätzen ausrücken. „Jetzt werde ich von den Betreuern laufend auf den Ernstfall vorbereitet, damit ich später Menschen in Not helfen kann.“
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In die Fußstapfen von Günter Prünner, Brandrat in Steinbrunn und zugleich Landesfeuerwehr-Pressesprecher, sind auch seine beiden Kinder getreten. „Lorenz ist mit 16 Jahren bereits bei den aktiven Feuerwehrmitgliedern, meine 14-jährige Tochter Victoria bei der Feuerwehrjugend. Sie ist übrigens auch beim Bewerb am Start.“ Beeindruckt von den Leistungen des Feuerwehrnachwuchses zeigte sich auch Landeskommandant Franz Kropf: „Wer die Begeisterung, den Ehrgeiz und den Zusammenhalt unserer Feuerwehrjugend erlebt, kann mit großer Zuversicht in die Zukunft blicken.“
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