Verkauft, verbessert, verschenkt: Was aus alten Feuerwehrautos wird
Eine Zeit lang sei der Verkauf ausgedienter Fahrzeuge für Feuerwehren ein ganz gutes Geschäft gewesen, sagt Martin Mittnecker. Aber diese Zeit ist vorbei, „jetzt ist kein guter Markt“, bedauert der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Neufeld an der Leitha. Ein Jammer für die Wehr, die gerade versucht, ein Tanklöschfahrzeug der Marke Steyr aus dem Jahr 2000 abzugeben. Schätzpreis 60.000 Euro. Mit zwei Interessenten wird derzeit verhandelt, vergeben wird an den Höchstbieter. Wo die gebrauchten Feuerwehrautos oft landen? „Eine größere Feuerwehr verkauft an eine kleinere“, plaudert Neufelds Kommandant Mittnecker aus dem Nähkästchen.
Mindestens 25 Jahre alt muss ein Fahrzeug sein, damit es vom Land eine Subvention für die Anschaffung eines neuen Modells gibt. Der Zeitraum ist nicht willkürlich festgelegt. Denn nach einem Vierteljahrhundert im Einsatz sind Schläuche undicht, Ersatzteile nicht mehr verfügbar – die Instandhaltung ist schlicht zu teuer.
Erneuern statt verkaufen
Weil aber die neuen Wagen statt 300.000 schon 600.000 Euro kosten, gehen manche Wehren einen anderen Weg. Statt ausrangiert werden alte Fahrzeuge wieder auf Vordermann gebracht. So passiert etwa in Breitenbrunn und in Rudersdorf-Berg.
Das Tanklöschfahrzeug der Gemeinde am Neusiedler See hatte vor zwei Jahren zwar schon 22 Jahre am Buckel, der Rahmen war aber noch tadellos. Deshalb, so Kommandant Markus Tobler, habe man sich nach Absprache mit dem Land und der Gemeinde entschlossen, das Innenleben rundum zu erneuern. Auch dafür gab es eine Landesförderung, am Ende kostete die Generalsanierung des Feuerwehrautos 140.000 Euro – rund 460.000 weniger als eine Neuanschaffung. Im Gegenzug für die Förderung hat sich die Feuerwehr Breitenbrunn verpflichtet, das fast neue Auto rund 13 weitere Jahre zu nutzen.
Im Landessüden hat die Wehr in Rudersdorf-Berg einen in die Jahre gekommenen Pinzgauer von Grund auf erneuern lassen, erzählt Ortskommandant Dominik Weber.
Alte Feuerwehrautos werden aber nicht nur verkauft oder verbessert, sondern mitunter auch verschenkt.
Autospenden
So hat die Freiwillige Feuerwehr Stinatz vor zehn Jahren ein ausgemustertes Tanklöschfahrzeug Baujahr 1982 den Kameraden im kroatischen Starigrad-Paklenica überlassen, erinnert sich Jörg Stipsits vom Bezirksfeuerwehrkommando Güssing. In Österreich gab’s dafür kein Pickerl mehr und demgemäß auch keine Kaufinteressenten.
Ein besonderes Geschenk machte das Land Burgenland im Juni 2022 der Ukraine. Gut drei Monate nach dem Überfall durch Russland wurden sieben Löschfahrzeuge gen Osten gebracht. Sie seien „in Kooperation mit burgenländischen Ortsfeuerwehren organisiert“ worden, hieß es damals. Genauer: Das Land zahlte den örtlichen Feuerwehren Ablöse für die Wagen.
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