Neun Millionen Liter Wasser: Neuer Plan gegen Trockenheit
Von der Kläranlage soll gesäubertes Wasser zuerst das Auffangbecken füllen, ehe der Überlauf in den Goldbach und dann weiter nach Ungarn fließt.
Von Gernot Heigl
Um Wasserknappheit durch künftige Hitzeperioden zumindest abfedern zu können, will Gemeindevorstand Manfred Kölly (LBL) neun Millionen Liter Wasser in einem Auffangbecken sammeln, ehe das kühle Nass über den „Goldbach“ von Deutschkreutz nach Ungarn fließt. Laut dem Kommunalpolitiker, der sich jüngst auch als Bürgermeisterkandidat für die Wahl am 13. September ins Spiel gebracht hat und mit dieser Forderung wohl seinen Wahlkampf startet, könnten die Bauarbeiten sofort beginnen.
Die Idee zu diesem Projekt kam Kölly aufgrund der aktuell bereits dramatischen Situation in Deutschkreutz. „Im Ort sind mindestens schon 50 Bäume durch Trockenheit abgestorben und die Hitzewelle ist noch nicht vorbei. Noch drastischer ist die Situation für das Wild. Unsere Jäger haben Gruben ausgehoben und mit Leitungswasser gefüllt, damit die Tiere nicht verdursten.“
Die konkreten Pläne
„Vorbeugende Maßnahmen sind unumgänglich, da müssen wir mittel- und langfristig und vor allem an künftige Generationen denken“, so Kölly, der bereits genaue Pläne zur Umsetzung seiner Idee hat. „Das saubere Brauchwasser aus unserer Kläranlage fließt derzeit direkt über den Goldbach nach Ungarn. Hochgerechnet sind das täglich an die 4.000 Kubikmeter.“ Geht es nach dem Kommunalpolitiker, soll die Gemeinde nahe der Kläranlage das in Privatbesitz befindliche Grundstück, auf dem früher das Forsthaus stand, um ein paar hundert Euro pro Jahr pachten und dort ein 5.000 Quadratmeter großes Auffangbecken ausheben und mit Folie auslegen lassen.
Eine Teilansicht jenes Grundstücks, auf dem früher das Forsthaus stand. Es liegt zwischen Kläranlage und dem "Goldbach", der hinter dem Grüngürtel (Gebüsch) verläuft. Auf diesem Areal könnte laut Kölly das Auffangbecken entstehen.
„Dann könnte das gereinigte Wasser aus der Kläranlage die 1,8 Meter tiefe Grube füllen. Sobald das Becken voll ist, kann der Überlauf wieder in den Goldbach und nach Ungarn fließen“, Kölly. Und weiter: „Mit dem Auffangbecken hätten wir stets eine Wasserreserve von rund neun Millionen Litern. Die können wir dann der Ortsbevölkerung von Deutschkreutz ganzjährig gratis zur Verfügung stellen – zur Bewässerung ihrer Gärten“, zeigt sich Kölly enthusiastisch. „Auch die Bauern könnten davon profitieren, indem sie ihre Tankwagen zum Gießen ihrer Weingärten befüllen. Nicht zu vergessen die Feuerwehr, sofern sie Wasser für Einsätze benötigt. Die Jäger könnten mit dem Gratiswasser die Wildtiere versorgen und wir in der Gemeinde die öffentlichen Grünflächen.“
Was kostet das?
Die Kosten schätzt Manfred Kölly auf rund 200.000 Euro. „Ich gehe davon aus, dass das Land die Gemeinde mit Förderungen unterstützen würde. Außerdem könnte die Gemeinde zum Beispiel das Brauchwasser an auswärtige Personen verkaufen und so auch laufend Einnahmen lukrieren.“
Die Grube mit Folie wurde von Jägern mit Leitungswasser gefüllt und dient derzeit als Tränke für Wildtiere, die aktuell massiv unter der Trockenheit leiden.
Der Kommunalpolitiker drängt jedenfalls zur Eile, man solle keine Zeit mehr verlieren und rasch mit Planung und Umsetzung beginnen. „Eine Baufirma hat mir zugesichert, das Auffangbecken noch heuer fertigzustellen.“ Somit wäre man 2027 für eine Hitzewelle gerüstet.
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