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Kölly will es noch einmal wissen und tritt zur Bürgermeisterwahl an

Erst Rückzug, jetzt Comeback: Kölly mischt den Wahlkampf in Deutschkreutz neu auf.
Ein älterer Mann mit Brille sitzt an einem Tisch mit Unterlagen und schaut freundlich in die Kamera.

Von Gernot Heigl und Michael Pekovics

In Deutschkreutz sorgt eine Kandidatur kurz vor der Bürgermeisterwahl für Bewegung: Manfred Kölly tritt nun doch wieder an. Nachdem er eine Bewerbung zuvor ausgeschlossen hatte, reichte er am letzten Tag seine Unterlagen ein.

Kölly begründet seinen Schritt mit Kritik an der aktuellen Entwicklung der Gemeinde. Unter dem früheren ÖVP-Bürgermeister Andreas Kacsits habe es Stillstand gegeben. Auch die derzeitige Amtsführung durch SPÖ-Vizebürgermeister Jürgen Hofer, der bis zur Wahl am 13. September interimistisch im Amt ist, bewertet er negativ. Hofer arbeite nicht für die Bevölkerung, setze Gemeinderatsbeschlüsse nicht um und verbreite falsche Informationen, so Kölly.

In der LBL sei die Entscheidung zur Kandidatur nach Beratungen gefallen. Kölly sieht nach eigenen Angaben ungenutztes Potenzial in der Gemeinde und will diese „voranbringen und nicht nur verwalten“. Das Bürgermeisteramt bezeichnet er als Vollzeitaufgabe, für die er als Pensionist ausreichend Zeit habe. Der frühere Ortschef bringt auch seine eigene Erfahrung ein. Nach eigenen Angaben hat er den aktuellen Budgetvoranschlag mit einem Volumen von 6,5 Millionen Euro erstellt, der im Gemeinderat einstimmig beschlossen worden sei.

Kölly war bereits mehrere Jahre Bürgermeister von Deutschkreutz und Landtagsabgeordneter. Im Dezember 2020 wurde er wegen Amtsmissbrauchs verurteilt. Das Oberlandesgericht Wien bestätigte die bedingte Haftstrafe von 17 Monaten, das Urteil ist rechtskräftig. Die Geldstrafe wurde von 27.000 auf 21.000 Euro reduziert. Der Schuldspruch stand im Zusammenhang mit der Kommunalwahl 2017, bei der Kölly mehrere Wahlkarten-Stimmzettel selbst ausgefüllt haben soll. Die Wahl wurde daraufhin aufgehoben und 2018 wiederholt - Kölly wurde erneut gewählt.

Nach der Verurteilung zog sich Kölly im September 2021 aus der Politik zurück. Nun versucht er ein Comeback.

Im Gemeinderat verfügt die LBL derzeit über sechs Mandate, die ÖVP über zehn und die SPÖ über neun.

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