Rücktritt in Deutschkreutz: Bürgermeister zieht Konsequenzen

Turbulenzen, Kritik, Rücktritt: Deutschkreutz steht vor einem politischen Wechsel.
Ein Mann im blauen Anzug steht vor hohen grünen Gräsern und blickt ernst in die Kamera.

Von Gernot Heigl

Nach heftiger Kritik an seiner Amtsführung, der KURIER berichtete, hat der Deutschkreutzer Ortschef Andreas Kacsits (ÖVP) seinen Rücktritt bekannt gegeben. Kaum war dieser öffentlich, brachte sich in der schwarzen Fraktion bereits eine Nachfolgerin in Stellung. Die Gemeindegeschäfte werden interimistisch bis zu einer neuen Bürgermeisterwahl von Vizebürgermeister Jürgen Hofer (SPÖ) weitergeführt.

In einer Aussendung am Montag um 8.18 Uhr erklärte Kacsits: „Vor 15 Jahren bin ich völlig unbelastet und voller Tatendrang und Energie in die Kommunalpolitik eingestiegen, und ich/wir haben es tatsächlich nach vielen Jahren harter Arbeit zum Bürgermeister geschafft. Nach reiflicher Überlegung und aus beruflichen Gründen, aber auch aufgrund der Vorkommnisse in den letzten Wochen und Monaten, werde ich mit heutigem Tag das Amt des Bürgermeisters von Deutschkreutz an Vizebürgermeister Jürgen Hofer übergeben.“

Etwas konkreter wurde der ÖVP-Politiker mit Verweis auf persönliche Angriffe: „... in der momentanen Situation und aufgrund der vielen privaten und persönlichen Angriffe der letzten Zeit sehe ich für die Gemeinde und mich die Zeit für einen Neuanfang gekommen.“ Auf telefonische Nachfrage erklärte Kacsits: „Mehr möchte ich zu meinen Beweggründen nicht sagen.“

Dass der zurückgetretene Bürgermeister parteiintern Turbulenzen ausgesetzt war und die Unterstützung in der eigenen Fraktion zu bröckeln begann, war kein Geheimnis. Zuletzt zeigte sich das daran, dass bei einer Gemeinderatssitzung lediglich vier der zehn ÖVP-Mandatare anwesend waren. Wegen Beschlussunfähigkeit muss die Sitzung, wie berichtet, wiederholt werden.

Wer jetzt für die ÖVP ins Rennen geht

Während sich der Ex-Ortschef in einem schriftlichen Statement bei seinen Wegbegleitern bedankte und alles Gute wünschte, ging beim KURIER gegen 9 Uhr bereits eine Stellungnahme der ÖVP-Fraktion ein. Darin heißt es zum Rücktritt von Andreas Kacsits: „Die persönliche Entscheidung von Bürgermeister Andreas Kacsits wird von der ÖVP Deutschkreutz zur Kenntnis genommen.“

Zur bevorstehenden Bürgermeisterwahl stellte die Partei fest: „Die ÖVP Deutschkreutz stellt bereits die Weichen und geht geschlossen in die bevorstehende Wahl. Die ÖVP-Gemeinderatsfraktion spricht sich klar dafür aus, Gemeindeparteiobfrau Eva Heidenreich als Kandidatin ins Rennen zu schicken. Die formale Nominierung soll zeitnah im Rahmen eines Parteitages erfolgen.“

Als einer der Hauptkritiker von Kacsits trat stets Ex-Ortschef Manfred Kölly auf, aktuell Gemeindevorstand und Listenführer der LBL: „Der Rücktritt hat sich abgezeichnet, da Kacsits dem Amt nicht gewachsen war. Jeder Tag, an dem er nicht mehr Bürgermeister ist, ist ein positiver Tag für Deutschkreutz.“ Zur Positionierung von Heidenreich sagte er: „Sie soll nicht jetzt schon Wahlkampf machen, sondern sich lieber um die wichtigen Themen in Deutschkreutz kümmern.“

SPÖ-Vizebürgermeister Jürgen Hofer erklärte zum Rücktritt: „Ein solcher Schritt verdient Respekt. Es ist nicht selbstverständlich, ein verantwortungsvolles Amt wie jenes des Bürgermeisters niederzulegen und damit auch Platz für einen Neustart zu schaffen. Gerade in einer Phase, in der wichtige Entscheidungen für unsere Gemeinde anstehen, eröffnet sich damit auch die Chance, die Gemeindearbeit neu zu ordnen und auf die Zukunft auszurichten.“

Der SPÖ-Politiker weiter: „Durch die Übergabe der Amtsgeschäfte ist die Handlungsfähigkeit unserer Gemeinde gesichert und ich werde die anstehenden Themen mit der notwendigen Konsequenz angehen. Aufgrund des Rücktritts wird es eine Neuwahl des Bürgermeisters voraussichtlich im Spätsommer bzw. Herbst durch die Bevölkerung geben. Bis dahin bin ich als Vizebürgermeister mit der Führung der laufenden Amtsgeschäfte betraut.“

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