Eklat in Deutschkreutz: Gemeinderatssitzung muss nachgeholt werden

Von 25 Ortspolitikern waren 14 bei Sitzung – nicht beschlussfähig.
Ein Mann im blauen Anzug steht vor hohen grünen Gräsern und blickt ernst in die Kamera.

Von Gernot Heigl

Nach einer geplatzten Gemeinderatssitzung sieht sich der Deutschkreutzer Bürgermeister Andreas Kacsits (ÖVP) neuerlich mit einer Rücktrittsforderung konfrontiert. „Der Herr hat ja seine Partei nicht mehr im Griff und wird offensichtlich von der eigenen Fraktion boykottiert“, poltert Ex-Ortschef Manfred Kölly, nunmehr LBL-Listenführer und Mitglied des Gemeindevorstandes.

„Kacsits ist unfähig für dieses verantwortungsvolle Amt. Das hab ich schon im November gesagt. Also soll er endlich den Hut nehmen und Platz für einen engagierten und kompetenten Bürgermeister machen.“ Die Kritik gründet sich darauf, dass von zehn ÖVP-Mandataren lediglich vier zur Gemeinderatssitzung erschienen sind. „Der Termin war ja schon lange bekannt und ist nicht über Nacht passiert. Also muss es da parteiintern ordentlich rumoren“, so Kölly, der für das Bürgermeisteramt selbst nicht zur Verfügung steht.

„Tiefpunkt erreicht“

Da bei der Gemeinderatssitzung von 25 Ortspolitikern lediglich 14 anwesend waren – bei der SPÖ fehlten zwei Personen, bei LBL ein Mandatar – war die Beschlussfähigkeit nicht gegeben. SPÖ-Chef und Vize-Bürgermeister Jürgen Hofer sieht das als einen besorgniserregenden Tiefpunkt in dieser Periode. „Wenn mehr als die Hälfte der Mandatare der ÖVP-Bürgermeisterfraktion einer Sitzung fernbleibt, ist die Arbeitsfähigkeit des gesamten Gemeinderats ernsthaft gefährdet.“

Hofer weiter: „Es standen wichtige Punkte auf der Tagesordnung, wie das längst überfällige Budget und ein möglicher Vergleich mit der ehemaligen Amtsleiterin (wegen Entlassung der Amtsleiterin ist ein Gerichtsverfahren anhängig, Anm.). Punkte, die dringend besprochen und geregelt werden müssen. Ebenso wie das Thema Vinothek oder Investitionen in unsere Schule.“

In Richtung ÖVP wettert der rote Ortsparteivorsitzende: „Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass gewählte Vertreter ihrer Verpflichtung gegenüber der Gemeinde nachkommen. Wir fordern die Verantwortlichen in der ÖVP auf, sich auf das zu besinnen, wozu sie gewählt wurden, und ihre Arbeit zum Wohle der Gemeinde zu machen.“

Die angriffige Kritik kann ÖVP-Gemeindeparteiobfrau Eva Heidenreich nicht nachvollziehen und erklärt lapidar: „Das Fernbleiben einzelner Mandatare bei der Gemeinderatssitzung hatte terminliche Gründe. Die ÖVP steht geschlossen hinter der Arbeit im Gemeinderat sowie hinter dem Bürgermeister. Die angesprochenen Rücktrittsforderungen weisen wir daher klar zurück.“

Auf das Fehlen seiner eigenen Mitglieder und eine mögliche parteiinterne Revolte angesprochen, reagierte Ortschef Andreas Kacsits am Tag nach der gescheiterten Gemeinderatssitzung entspannt: „Bin im Kurzurlaub und werde vor Anfang nächster Woche keinen Kommentar dazu abgeben.“

Die Gemeinderatssitzung muss innerhalb von zwei Wochen stattfinden.

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