Vinothek Deutschkreutz: Erster Rettungsversuch gescheitert

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Noch konnte keine Einigung zwischen Verein, Land, Winzern und Gemeinde erzielt werden.

Von Gernot Heigl

Geplatzt ist der bis Ende Jänner datierte Rettungsversuch um die in finanzielle Schieflage geratene Vinothek in Deutschkreutz. Vorerst – denn noch besteht Hoffnung.

Die Ausgangslage ist allerdings alles andere als rosig. Der Betreiberverein der Vinothek in Deutschkreutz ist Insiderinformationen nach, wie berichtet, mit rund 300.000 Euro verschuldet, eine drohende Insolvenz daher noch nicht vom Tisch.

Um das Schlimmste zu verhindern, forderte der grundsätzlich wortkarge Obmann (eine Anfrage des KURIER quittierte der Obmann mit der Antwort: „Ich sage gar nichts“) öffentlich lediglich: „Eine Lösung muss bis Ende Jänner gefunden werden.“ Ein unerfülltes Anliegen.

Denn laut Ex-Bürgermeister Manfred Kölly (LBL), nunmehr Gemeindevorstand, trafen sich zwar bereits „der Betreibervereinsobmann, ein Vertreter vom Land sowie Winzer zu einem Erstgespräch, also zu einer Art Auslotung der Lage, mehr aber auch nicht“.

Trotzdem zeigt sich der Ortspolitiker optimistisch: „Die Hoffnung stirbt zuletzt. Es wird demnächst ein weiteres Treffen geben. Vielleicht geht ja doch noch alles gut aus. Das wäre für Deutschkreutz und die ganze Region wichtig.“

Winzer wollen Geld

Zwischenzeitlich hofft man seitens der Verantwortlichen auf Verständnis und noch etwas Geduld bei jenen Winzern, denen der Betreiberverein Geld für verkaufte Weine schuldet.

Kolportiert wurde nämlich, dass einige von ihnen ihre offenen Rechnungen mit Anfang Februar – unter Einbezug rechtlicher Schritte – einfordern werden. Begründet damit, dass sie seit über einem Jahr auf die Bezahlung warten.

Gegner wurden Partner

„Die Rettungsversuche dürfen kein Politikum werden. Auch mir geht es rein um unsere traditionsreiche Vinothek, damit diese erhalten und positiv weitergeführt werden kann“, so Kölly, der in dieser Causa sogar einen Schulterschluss mit dem sonst von ihm stets kritisierten Bürgermeister Andreas Kacsits (ÖVP) ankündigte. „Wir kämpfen gemeinsam darum, dass weder Verein noch Vinothek sterben.“ Der Deutschkreutzer Ortschef zeigte sich auf KURIER-Anfrage zur Einschätzung der aktuellen Lage allerdings eher uninformiert.

Bezüglich eines „Gesprächs zur Rettung der Vinothek“ meinte Bürgermeister Kacsits, dass dieses „noch nicht stattgefunden“ hat, und erläuterte, dass es lediglich eine Tourismus-Sitzung gegeben hat.

„Von nichts eine Ahnung“

Auf Nachfrage, was denn jetzt stimme, konterte Manfred Kölly: „Unglaublich. Der ist Bürgermeister und hat wieder einmal von nichts eine Ahnung.“ Nachsatz: „Ich werde ihn informieren.“

Das scheint gelungen zu sein. Kurz vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe wurde der KURIER informiert, dass das Gespräch inzwischen stattgefunden habe. Zur Klärung der Zukunft der Deutschkreutzer Vinothek werden allerdings noch weitere Gespräche nötig sein.

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