Jubelstimmung bei der SPÖ Burgenland - sowohl in Weiden (Bild), als auch im ganzen Land

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Chronik Burgenland

95 Bürgermeister: SPÖ mit "historischem Ergebnis"

SPÖ "dreht" sechs Gemeinden und hält nun bei 95 Bürgermeistersessel. Die ÖVP liegt mit 71 deutlich dahinter.

von Thomas Orovits, Michael Pekovics

10/23/2022, 02:09 PM

Im Burgenland haben am Sonntag nach den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen vom 2. Oktober zwölf Stichwahlen stattgefunden.

Die SPÖ konnte dabei nicht nur in Mörbisch den Bürgermeistersessel zurückgewinnen und in Rust behalten, sondern erzielte insgesamt 95 Bürgermeister - ein „historisches Ergebnis“ und ein „perfekter Tag für die Sozialdemokratie im Burgenland“, so Landeshauptmann und Landesparteichef Hans Peter Doskozil in einer Aussendung.

Der Stichwahl-Sonntag hat für die ÖVP gleich mit einem Tiefschlag begonnen. In Elterndorf verliert die Volkspartei nach dem Rückzug des langjährigen ÖVP-Bürgermeisters den Chefsessel.

Christian Schaberl von der Freien Bürgerliste hat sich gegen den neuen ÖVP-Kandidaten Hannes Siemeister mit 59,6 Prozent der Stimmen souverän durchgesetzt. Im Gemeinderat halten FBL und ÖVP bei je fünf Mandaten, die SPÖ hat drei, die FPÖ zwei.

Er habe mit dem Sieg gerechnet, aber "nicht in dieser Deutlichkeit", sagte Schaberl zum KURIER. Trotz des Gleichstands mit der ÖVP im Gemeinderat werde es in Eltendorf "stabile Verhältnisse" geben, versicherte der designierte Ortschef. Mit Siemeister werde er in den nächsten Tagen ein Gespräch führen, eine fixe Koalition wolle er aber mit keiner Partei schließen.

Die Sieger der Stichwahl

Die wichtigsten Herausforderungen seien die Sicherung der ärztlichen Versorgung (die praktische Ärztin geht in nächster Zeit in Pension), leistbarer Wohnraum und die Breitbandversorgung im Ortsteil Zahling.

Das Unabhängige Gemeindevertreterforum stellt nunmehr vier Bürgermeister - neben Eltendorf auch Jennersdorf, Parndorf und Bad Sauerbrunn. Das UGVF ist damit landesweit hinter SPÖ und ÖVP eindeutig drittstärkste Kraft in den Kommunen, weit vor den Landtagsparteien FPÖ und Grüne.

SPÖ holt Bürgermeister in Loipersdorf-Kitzladen

SPÖ-Kandidat Jürgen Zimara hat das vor fünf Jahren verlorene Bürgermeisteramt wieder zurückerobert. Mit 50,4 Prozent fiel der Sieg gegen Thomas Böhm (ÖVP) denkbar knapp aus - insgesamt machten nur neun Stimmen den Unterschied.

Klarer Erfolg für ÖVP in Kukmirn

Besser verlief die Stichwahl für die ÖVP in Kukmirn (Bezirk Güssing). Dort geht Werner Kemetter mit 62,6 Prozent der Stimmen in seine zweite Amtsperiode. Klaus Kroboth, Kandidat der Bürgerlisten, kam nur auf 37,4 Prozent der Stimmen.

Knapper Sieg für SPÖ in Frankenau

Deutlich knapper ging es im mittelburgenländischen Frankenau-Unterpullendorf zu. Da hatte Paul Fercsak (SPÖ) mit 50,6 Prozent knapp die Nase vor der ÖVP-Kandidatin Angelika Mileder. Auch hier betrug der Abstand nur zwölf Stimmen.

SPÖ holt St. Andrä zurück und verliert Großhöflein

In der Seewinkelgemeinde St. Andrä muss Andreas Sattler (ÖVP) nach fünf Jahren das Amt wieder räumen, Michael Schmidt gewinnt die Seewinkelgemeinde nach dem Verlust 2017 wieder für die SPÖ zurück.

In Großhöflein gab es hingegen eine arge Schlappe für die Roten. Bürgermeister Heinz Heidenreich, seit 2015 im Amt, verlor gegen Maria Zoffmann von der ÖVP. Zoffmann ist nicht nur die erste Frau an der Spitze Großhöfleins, sondern sie konnte der SPÖ auch eine Hochburg abjagen, die nur zwischen 2012 und 2015 von einer Bürgerliste unter Wolfgang Rauter regiert wurde.

Kacsits verteidigt Deutschkreutz für ÖVP

In der Blaufränkischgemeinde wehrt der erst seit dem Vorjahr amtierende ÖVP-Bürgermeister Andreas Kacsits den Angriff des neuen SPÖ-Spitzenkandidaten Jürgen Hofer mit 50,6 Prozent ab.

Weiden wird rot

Nach dem Rückzug des langjährigen ÖVP-Bürgermeisters Wilhelm Schwartz gab es in der Seegemeinde für die Volkspartei nichts zu gewinnen. SPÖ-Kandidat Heinrich Hareter besiegte den bisherigen ÖVP-Vizebürgermeister Christian Wandler mit 57,7 Prozent klar.

Forchtenstein und Rust bleiben rot, Mörbisch und Apetlon auf rot gedreht

In Forchtenstein kann der Nachfolger von Langzeit-Bürgermeisterin Riki Reismüller, Rüdiger Knaak die SPÖ-Vorherrschaft knapp gegen den ÖVP-Herausforderer verteidigen. In Mörbisch dreht Bettina Zentgraf die Gemeinde nach 2017 wieder auf rot und auch in der früher tiefschwarzen Seewinkelgemeinde Apetlon gibt es künftig eine rote Bürgermeisterin: Silvia Pitzl.

In Rust wurde Bürgermeister Gerold Stagl (SPÖ) in seinem Amt bestätigt. 54,9 Prozent votierten für den amtierenden Ortschef.

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