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Chronik Burgenland
10/11/2021

Warum alte Äpfel besser schmecken

Auf Burg Forchtenstein im Burgenland gibt es 100 verschiedene fruchtige Raritäten zu entdecken.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Kennen Sie den Siebenschläfer, die Schneeflocke oder den Winterkalvill? Falls nicht, haben Sie demnächst Gelegenheit, selbige kennenzulernen.

Im historischen Ambiente der Burg Forchtenstein wird beim Apfelkulinarium (19. bis 24. Oktober) die Vielfalt der heimischen Früchte präsentiert. Anlässlich des 100. Geburtstags des Burgenlandes werden dort 100 verschiedene Apfelsorten offeriert.

Gastgeber ist der Verein Wieseninitiative, der sich im Burgenland seit 1998 der Bewahrung alter Apfelsorten aus Streuobstwiesen verschrieben hat. Die Raritäten werden im Rahmen eines landesweiten Sortenerhaltungsnetzwerkes gehegt und gepflegt, damit sie nicht aussterben.

Und dabei kann sogar jeder mithelfen, der möchte.

Österreichweit hatte es vor 1960 etwa 35 Millionen großkronige Obstbäume gegeben, heute sind es noch rund 4,5 Millionen Bäume.

21 Kilogramm Äpfel
essen die Österreicher pro Kopf und Jahr. Das Obst stammt zu mehr als 90 Prozent aus heimischer Produktion

2.000 Apfelsorten
gibt es in Österreich, aber nur rund zehn Sorten haben am Markt Bedeutung

Zwei Bäume geschenkt

Durch das Engagement des Vereins gelinge es jedenfalls, den Bestand zu stabilisieren. Wer sich dem Fortbestand der Apfelbäume widmen möchte, bekommt zwei davon geschenkt. Im Gegenzug verpflichtet sich der Empfänger dazu, die Bäume großzuziehen und Edelreiser an Interessierte weiterzugeben.

Auch im Burgenland sei der Bestand in den vergangenen Jahrzehnten stark geschrumpft, erklärt die Geschäftsführerin des Vereins Wieseninitiative, Brigitte Gerger. Es fehle an Nachpflanzungen, die den Streuobstbau langfristig sichern.

Der Verein setzt sich zudem dafür ein, dass den Bauern die Bewirtschaftung der ökologisch wertvollen Flächen weiter ermöglicht wird. Das Projekt trägt Früchte: So berichtet Gerger von steigendem Interesse am Erhalt der Sortenvielfalt. 300 verschiedene Apfelsorten wurden gelistet, stetig werden es mehr.

Unterstützung kommt auch aus den Naturparks. Etwa mit Managementkonzepten für Streuobstwiesen oder durch Aktionen wie die Sammelbestellung von Obstbäumen. Die Bewahrung der Raritäten ist schließlich nicht nur eine Frage des guten Geschmacks: Streuobstwiesen zählen mit mehr als 5.000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas.

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