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Wissen Wissenschaft
01/09/2022

Psychologin: So bringen Eltern ihre Kinder gut durch die Pandemie

Barbara Schober hat untersucht, welche Kinder die Krise am besten meistern. So können Eltern und Lehrkräfte helfen.

von Ute Brühl

Wenn morgen die Schulen wieder öffnen, kann von Normalbetrieb keine Rede sein. Das zehrt an den Nerven der Kinder und Jugendlichen, wie die Psychologin Barbara Schober (Uni Wien) weiß: „Je älter Kinder sind, desto mehr leiden sie im Schnitt unter der Krise. Insgesamt sind jene besonders belastet, die in einer Lebensphase sind, in der es eigentlich um ,Aufbruch aus dem engsten Familienkreis‘ und um Veränderung geht. Ihnen geht langsam die Zuversicht verloren.“

Hilfe von Erwachsenen

Diese Jugendlichen brauchen jetzt ganz besonders die Hilfe von Erwachsenen – besonders von Lehrkräften und Eltern. Entscheidend sei, so Schober, dass Erwachsene Optimismus und Zuversicht vermitteln, ohne die Dinge schön zu reden. Motto: „Wir kriegen das hin, auch wenn die Situation etwas Bedrohliches hat – wichtig ist, wir haben schon viel gelernt und haben Möglichkeiten, sie zu bewältigen.“

Am besten kommen diejenigen jungen Menschen durch die Krise, die sich als Teil der Lösung sehen – das zeigt die Studie, die die Uni Wien seit Beginn der Pandemie zur Situation von Jugendlichen macht. „Besonders gut meistern jene die Situation, bei denen die drei psychologischen Grundbedürfnisse befriedigt werden." Laut Experten sind das Kompetenz, Autonomie und soziale Eingebundenheit.

Barbara Schober konkretisiert: "Kompetenz heißt, dass ein Mensch das Gefühl hat, aktiv etwas tun zu können und sich als wirksam zu erleben." In der Pandemie kann das z. B. bedeuten: Maske tragen, dreimal in der Woche PCR testen, Abstand halten, lüften – und impfen. Wenn ein Kind diese Maßnahmen bewusst einhält, erlebt es sich als jemand, der aktiv etwas beiträgt. „Oder machen Sie Dinge wie Testungen zu einem gemeinsamen Ritual, so entsteht das Gefühl der sozialen Eingebundenheit!“

Selbst bestimmen

Auch bei der Entwicklung der Autonomie können Eltern und Schule helfen: „Kinder und Jugendliche sollten trotz der Restriktionen das Gefühl haben, dass sie etwas bestimmen und schaffen können. Wenn Jugendliche etwa in Hinblick auf die Matura Angst haben, diese wegen des vielen Distanzunterrichts nicht zu meistern, hilft es etwa, persönliche Erfolge sichtbar zu machen, zurückzumelden, was schon alles erreicht wurde.

Doch die Realität ist oft eine andere: Viele haben das Gefühl, auf sich allein gestellt zu sein. Sie schaffen es nicht, sich eine Tagesstruktur zu geben – sowohl beim Lernen als auch in der Freizeit. Hier können Erwachsene etwa sagen: „Überlegt euch, welche Ziele ihr heute und diese Woche erreichen wollt! Macht einen Plan und überlegt euch, wie ihr diese Ziele erreichen könnt! Fragt euch, wie ihr merkt, ob ihr erfolgreich wart und freut euch bewusst wenn etwas gut gelungen ist! Aufgabe der Lehrkräfte ist es, solche Pläne als Teil des Unterrichts zu sehen und mit den Kindern zu entwerfen.“

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