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Wissen
05/28/2021

Von wegen normale Schule: Warum es jetzt besonders stressig wird

Bei der Notengebung gelten heuer etwas andere Regeln. Was Eltern und Schüler jetzt wissen sollten.

von Ute Brühl

Eigentlich sind Schülerinnen und Schüler derzeit ziemlich erschöpft: Das Lernen zu Hause war weitaus mühsamer als in der Schule. Das zeigt auch eine aktuelle Umfrage der Arbeiterkammer, wonach mehr Nachhilfe in Anspruch genommen wurde als in den Vorjahren – vor allem kostenlose Angebote wurden genutzt.

Auch wenn das Schuljahr bald vorbei ist: Der Stress fängt für viele junge Menschen jetzt erst an. Ein Test jagt den anderen, eine Schularbeit die nächste. Wobei Lehrer gar nicht gezwungen sind, jetzt noch Schularbeiten anzusetzen, wie KURIER-Bildungsbeirat Michael Sörös sagt: „Der Schwerpunkt der Benotung soll heuer nämlich auf der Mitarbeit liegen.“ Also zum Beispiel auf Hausübungen und Stundenwiederholungen.

Eine pro Fach

Schularbeiten darf es zwar geben – aber maximal eine pro Fach im zweiten Halbjahr. Dazu müssen die Kinder und Jugendlichen in die Schule kommen. Die gute Nachricht: War jemand krank oder in Quarantäne, muss er versäumte Schularbeiten nicht wiederholen, sofern ausreichend andere Grundlagen für die Beurteilung vorliegen.

Belastet

Mehr noch als unter den Schularbeiten stöhnen viele über zahlreiche Tests und Stundenwiederholungen. Hier hat die Schulleitung darauf zu achten, dass die Gesamtbelastung für die Kinder nicht zu hoch wird. Doch nicht nur für sie: „Pädagoginnen und Pädagogen setzen sich durch viele Tests immer auch selbst unter Druck“, mahnt Sörös. Ganz davon zu schweigen, dass viele Kinder nach so langer Zeit zu Hause lieber mehr mit ihren Mitschülern und Freunden unternehmen würden, wie das zum Beispiel der 13-Jährige Theo genervt erzählt.

Druck empfinden auch all die Schülerinnen und Schüler, denen ein Fünfer im Zeugnis droht: „Ihrem Wunsch, eine mündliche Prüfung abzulegen, ist laut Erlass nach Möglichkeit nachzukommen.“ Ein Recht auf eine solche Prüfung gibt es allerdings nicht. Immerhin: Wer einen Fleck im Zeugnis hat, darf automatisch aufsteigen – allerdings nur, wenn er das Fach im Vorjahr positiv abgeschlossen hat und wenn es kein auslaufendes Fach ist.

Mehrere Fünfer

Auch mit mehreren Fünfern kann man aufsteigen – allerdings nur dann, wenn die Klassenkonferenz glaubt, dass der Schüler für das nächste Jahr genügend Leistungsreserven hat. „Und da deuten erste Rückmeldungen darauf hin, dass die Lehrpersonen nicht viel anders entscheiden als sonst auch, weil man ja Schülern, die zu große Defizite aufweisen, nichts Gutes tut, wenn man sie trotz mehrerer negativer Beurteilungen in die nächst höhere Schulstufe aufsteigen lässt“, gibt Sörös zu bedenken.

Ein Streitpunkt ist heuer die Frage, ob ein Schüler ein „Nicht beurteilt“ erhält, weil er zu wenig Leistung erbracht hat, die der Lehrer beurteilen kann. Vor allem, wenn jemand beim schriftlichen Teil einer Feststellungsprüfung den Coronatest verweigert und nicht antritt, wird er „nicht beurteilt“ und darf nicht aufsteigen. Zu einer Nachtragsprüfung im Herbst darf er nur antreten, wenn er aus einem nachvollziehbaren Grund nicht zur Prüfung konnte, etwa weil er krank war. Ob ein verweigerter Coronatest als solcher Grund gilt, ist noch nicht ausjudiziert.

Jan Tomak,16 und Sarah Prack, 17

Jan: „Derzeit schreiben wir im Schnitt  jede Woche eine Schularbeit. Die Vorbereitungen sind  besonders anstrengend, weil  wir doch manche Lücken haben. Schließlich haben wir im Online-Unterricht doch nicht so viel gelernt, wie wenn wir in der Schule gewesen wären.“ Sarah: "Sicher ist es derzeit stressig für uns. Aber sich sehe auch ein, dass uns die Lehrerinnen und Lehrer auch den Stoff beibringen müssen."

Svenja Schöller, 18

„Das Online-Lernen war für uns vor allem zu Beginn sehr anstrengend. Mit der Zeit hat es sich zum Glück eingespielt. Dennoch bin ich froh, dass wir wieder in der Schule sind –  nicht nur weil der Tag geregelter ist, sondern auch, weil man seine Freunde sieht.“

Karina Becker, 14

„Auch wenn ich mit dem Online-Lernen ganz gut zurecht gekommen bin, wünsche ich mir, dass im nächsten Schuljahr wieder normaler Unterricht ist. Besonders für Schüler wie mich, die jetzt auf eine neue Schule wechseln, in der sie noch niemanden kennen.“ 

Max Reiter, 18

„Nachdem wir mit Schularbeiten fertig sind, werden wir mit Tests überschwemmt – da drängt sich gerade schon viel. Ich bin aber froh, dass wieder normal Schule ist:  Im Wechselunterricht kam man völlig aus dem Rhythmus, und wusste oft nicht, welcher Wochentag ist.“

Julia Seifter, 18

„Ich bin in der 4.  Klasse einer HLW, in der die Praxisfächer eigentlich eine zentrale Rolle spielen. Leider fiel hier sehr viel Unterricht aus. Was gut war:  Ich  lerne Trompete:  Die  Musikschulen  haben hier in Salzburg  immer     Unterricht angeboten  – zumindest online.“    

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