Mit Gel und Rotlicht gegen Hautkrebs

Apres ski at mountains © Bild: GETTY IMAGES/ISTOCKPHOTO ISTOCKPHOTO/haveseen/thinkstock

Mit einer neuen Therapie kann heller Hautkrebs in der Hautarzt-Praxis behandelt werden.

In zehn Minuten hellen Hautkrebs besiegen – das wird nun durch die Photodynamische Therapie (PDT) möglich – eine Behandlungskombination aus einem speziellen Gel und Rotlichtbestrahlung. Diese Prozedur haben bisher nur drei österreichische Universitätskliniken bei besonders weit fortgeschrittener Erkrankung angewendet. Die Wartezeiten waren entsprechend lang. Nun bieten 60 Dermatologen in allen Bundesländern diese Alternative in ihren Ordinationen an.

Während das Melanom – auch bekannt als schwarzer Hautkrebs – den meisten Menschen bekannt sind, wissen nur wenige um die Gefahr der hellen Variante. Die tritt in zwei Formen auf (siehe Bericht unten) und macht 95 Prozent aller Hautkrebsfälle aus. Die häufigste Ursache ist die übermäßige Belastung durch UV-Strahlen, besonders exponierte Körperpartien wie Stirn, Nase, Ohren oder haarlose Kopfhaut sind am meisten betroffen.

Symptome können raue, krustige oder schuppige Hautstellen mit rötlicher oder gelblicher Färbung sein. Oft gleicht die Veränderung aber so sehr der gesunden Haut, dass man die Schädigungen nur ertasten kann. Viele verwechseln die Keratosen mit Ekzemen und behandeln sie über einen langen Zeitraum mit dem falschen Präparat. Daher appellieren Experten, die Diagnose einem Dermatologen zu überlassen. Mittlerweile leiden in Europa etwa 15 Prozent der Erwachsenen an Formen von hellem Hautkrebs.

Gute Heilungschancen

Wird er früh erkannt, sind die Heilungschancen groß: Die Rate liegt nach einer PDT-Sitzung bei 70 bis 80 Prozent, ähnlich wie bei anderen nicht-invasiven Therapieformen. Im Vergleich mit der Stickstoff-Behandlung ist PDT insofern erfolgreicher, als die Tumore seltener wiederkehren. Viele leichte Formen sind nach einer Behandlung Geschichte, in schweren Fällen kann die Bestrahlung problemlos wiederholt werden. Dabei sind die Nebenwirkungen relativ gering. Sonja Radakovic von der MedUni Wien beschreibt sie als akuten Schmerz oder Brennen während der Behandlung, in seltenen Fällen dauern dies über einige Tage an. Die Lampe lässt sich regulieren, sodass die Intensität der Strahlung im Fall von zu großem Schmerz gemindert werden kann.

Neben der Krebsbehandlung werden derzeit weitere Anwendungsgebiete für die PDT erschlossen. Schwere Fälle von Akne und Warzen konnten damit bereits geheilt werden, außerdem wird die Haut bei der Behandlung optisch so verjüngt, sodass die PDT auch für Anti-Aging-Zwecke eingesetzt werden kann.

Im Gegensatz zu anderen Ländern refundieren österreichische Krankenkassen die Therapie (noch) nicht. Für eine Behandlung ist mit rund 400 Euro zu rechnen.

Heller Hautkrebs

Basalzell-Karzinom Obwohl nicht lebensbedrohlich, wachsen die Tumore, wenn sie unbehandelt bleiben, und können auch in tiefere Hautschichten eindringen.

Plattenepithel-Karzinom Diese Art von Hautkrebs ist gefährlicher, da die Tumore unter die Haut vordringen und Metastasen bilden, das heißt auf andere Organe übergreifen können. Das macht sie zu einer lebensbedrohlichen Krebsform.

Erstellt am 01.03.2013