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Lancet-Studie
02/22/2017

Lebenserwartung steigt auf über 90 Jahre

Wo künftig die ältesten Menschen zu erwarten sind - die USA gehören zu den großen Verlierern.

Die Südkoreanerinnen haben die besten Chancen auf ein langes Leben. Im Vergleich dazu schneiden die US-Amerikaner schlecht ab. Das ist das Ergebnis einer umfassenden Analyse von Daten aus 35 Ländern, die im renommierten Fachjournal The Lancet erschienen ist.

Bis vor wenigen Jahren waren Wissenschaftler davon überzeugt, dass die durchschnittliche Lebenserwartung von Menschen die 90 Jahre niemals übersteigen wird. "Unsere Prognosen zur steigenden Lebenserwartung belegen die Erfolge im Gesundheitswesen", erklärt Studienautor Majid Ezzati vom Imperial College in London. Sein Team hat mithilfe eines statistischen Modells und anhand von Geburts- und Sterbedaten, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gesammelt werden, die künftige Lebenserwartung berechnet. Demnach soll sie in den untersuchten Industriestaaten für jene, die im Jahr 2030 geboren werden, mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 85 Prozent steigen.

Die Ältesten

Dennoch gibt es große regionale Unterschiede. Frauen, die im Jahr 2030 in Südkorea geboren werden, haben demnach mit 57-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Lebenserwartung von 90,82 Jahren (Männer 84,07). Mit einem Plus von 6,6 Jahren haben die Südkoreanerinnen künftig die höchste Lebenserwartung.

Danach folgen die Französinnen (88,55 Jahre) und die Japanerinnen (88,41 Jahre). Doch auch die Österreicher sollen den Berechnungen zufolge künftig älter werden – die durchschnittliche Lebenserwartung steigt bei Frauen von 83,21 auf 86,22 Jahre und bei Männern von 77,73 auf 81,40 Jahre. Im Vergleich dazu schneidet Deutschland relativ ähnlich ab (Männer von 77,91 auf 81,96 Jahre; Frauen von 82,81 auf 85,86 Jahre).

Die meisten Jahre gewinnen nach den Südkoreanerinnen die Sloweninnen (plus 4,7 Jahre) und Portugiesinnen (plus 4,4 Jahre). Bei den Männern wird das Plus wahrscheinlich am größten in Ungarn (plus 7,5 Jahre), in Südkorea (plus sieben Jahre) und in Slowenien (plus 6,4 Jahre) sein. Ungarn startet in dem Vergleich aber von einem ausgesprochen niedrigen Niveau – bei den Männern ging man im Jahr 2010 von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 70,65 Jahren aus.

Schlechte US-Bilanz

Obwohl in den USA die höchsten Gesundheitsausgaben verzeichnet werden (16 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt, in Österreich sind es 10,4 Prozent), ist die Lebenserwartung im Vergleich zu anderen hoch entwickelten Ländern sehr niedrig – bis 2030 soll es bei den Frauen von 81,2 auf 83,3 Jahre und bei den Männern nur von 76,5 auf 79,5 Jahre steigen. "Das ist wahrscheinlich die Konsequenz der großen Ungleichheit, des Fehlens einer allgemeinen Krankenversicherung, der höchsten Mordrate, der vielen stark Übergewichtigen und der höchsten Kinder- und Müttersterblichkeit aller Staaten mit hohem Bruttoinlandsprodukt", folgern die Studienautoren.