FILE PHOTO: Paxlovid is shown in an illustration in Medford

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Wissen Gesundheit
08/05/2022

Wieder Corona-positiv trotz Paxlovid: Tabletten sind trotzdem wirksam

Dieses Phänomen schmälert Bedeutung des Medikaments laut Gecko-Krisenkoordination nicht. Kritik an geringem Einsatz von Covid-Therapien in den Bundesländern.

US-Präsident Joe Biden war der bisher spektakulärste Fall: Nach der Behandlung seiner Covid-Infektion mit Paxlovid wurde er zunächst negativ auf das neue Coronavirus getestet, Kurz darauf war er wieder positiv und hatte auch milde Symptome wie einen leichten Husten - der KURIER berichtete. Experten betonen jetzt neuerlich, dass dieses Wiederaufflammen  nicht gegen das Medikament spricht und im übrigen auch ohne die Einnahme antiviraler Tabletten und Pillen passieren kann.

In der Fachwelt heißt der Ausdruck dafür "Covid-Rebound". - "Ein Covid-Rebound tritt gewöhnlich zwei bis acht Tage nach dem Abklingen der Ersterkrankung auf. Mit Paxlovid behandelte Personen können also länger als üblich Covid-positiv und damit infektiös bleiben", sagt der Infektiologe Herwig Kollaritsch.

Paxlovid ist derzeit die einzige zugelassene orale antivirale Therapie gegen schwere Verläufe von Covid-19 und sollte rasch nach Symptombeginn bzw. einem positivem Testergebnis eingenommen werden. "Das Auftreten von Rebounds schmälert die Bedeutung des Medikaments in der Covid-Behandlung nicht", betonte Kollaritsch in einer Aussendung der gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination (Gecko) vom Freitag. "Paxlovid hat eine hohe Wertigkeit in der Therapie von Covid-19. Der klare Nutzen von Paxlovid: Viruslast und Hospitalisierungsrate werden drastisch reduziert", berichtete der Mediziner und Gecko-Experte.

Die Bundesregierung hatte zuvor die Gecko-Mitglieder sowie die Fachgruppe Therapieboard des Obersten Sanitätsrates um ihre wissenschaftliche Einschätzung zu den sehr seltenen Rebounds nach der Behandlung mit Paxlovid-Tabletten gebeten. Sowohl Geimpfte, Ungeimpfte als auch zuvor schon mal Genesene können von dem Effekt betroffen sein.

Die Ursache für das Auftreten von Rebounds ist wissenschaftlich bislang nicht eindeutig geklärt, heißt es in dem Gecko-Report vom 5. August. "Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass die Ursache eine Resistenzentwicklung unter Paxlovid-Therapie ist." Das Wiederkehren der Symptome könne ein Teil der Covid-Erkrankung sein unabhängig von Paxlovid.

Paxlovid und andere verfügbare Medikamente für Covid-19-Risikogruppen wurden bisher in Österreich noch eher verhalten abgerufen, sie sind aber ausreichend vorhanden, bemängelt die im Bundeskanzleramt angesiedelte gesamtstaatliche Covid-Krisenkoordination Gecko. Auf Seite der Nachfrage könnten eine mittelmäßige Informiertheit der Risikogruppen sowie das veränderte Testverhalten eine Rolle spielen, wird in dem aktuellen Report erläutert. Auf der Angebotsseite sei zudem festzustellen, dass vor allem in Wien mehr Medikamente abgerufen werden. Dies deute daraufhin, dass die Verfahren für den Medikamentenzugang in den Bundesländern ein relevanter Faktor sind.

„Gecko hat sich bereits im letzten Bericht vom 25. Juli 2022 dafür ausgesprochen, die Verfahren für den Medikamentenzugang in den Bundesländern zu erleichtern“, erinnerte Generalmajor Rudolf Striedinger als Gecko-Vorsitzender. „Wir haben akut und voraussichtlich auch in Zukunft hohe Infektions- und Fallzahlen“, warnte er. „Glücklicherweise sind in Österreich zugleich wirksame Medikamente zur Behandlung von Covid-19 in ausreichender Zahl vorhanden. Das sollten wir dringend nutzen, um schwere Verläufe und Hospitalisierungen zu verhindern.“

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